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Leserbrief In der Statistik werden sie als Rabenväter geführt

07.12.2009 ·  Zu "Gerichtshof für Menschenrechte stärkt Sorgerecht lediger Väter" (F.A.Z. vom 4. Dezember): Deutschland beginnt zu verstehen, dass Gleichberechtigung nicht mit Frauenförderung im Beruf getan ist - sondern auch Väter dabei fördern muss, für ihre Kinder da sein zu können.

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Zu "Gerichtshof für Menschenrechte stärkt Sorgerecht lediger Väter" (F.A.Z. vom 4. Dezember): Deutschland beginnt zu verstehen, dass Gleichberechtigung nicht mit Frauenförderung im Beruf getan ist - sondern auch Väter dabei fördern muss, für ihre Kinder da sein zu können. So ist die Sorgerechtsentscheidung des EuGH ein bedeutender Schritt. Verglichen mit der Schaffung von Frauenrechten ist diese Entscheidung aber wohl das Analogon zur Einführung des Frauenwahlrechts im Jahre 1919. Bis Kinder wirklich die Chance haben, ihren Vater zu behalten, wenn die Mutter das nicht möchte, ist es noch ein weiter Weg. Denn Verstöße gegen gemeinsames Sorgerecht werden - zumindest wenn sie von Müttern begangen werden - erst geahndet, wenn schon Schlimmes passiert ist.

Nicht schlimm ist zum Beispiel, wenn eine Mutter trotz gemeinsamen Sorgerechts von heute auf morgen 400 Kilometer weit umzieht und die Kinder mitnimmt. "Den Kindern ist der Umzug zurück nicht zumutbar", ist dann die Sicht der Gerichte. Auch Verstöße gegen vereinbarte oder gerichtlich angeordnete Umgangsregelungen werden kaum geahndet. Im Gegenteil: Ist das Zustandekommen von Kontakten mit dem Vater konfliktbelastet, weil die Mutter ständig zu blockieren versucht, wird durch die Gerichte gerne der Umgang ausgesetzt - um für Ruhe zu sorgen. Das gibt dem blockierenden Elternteil eine schmutzige Waffe in die Hand: Die Kinder in Konflikte zu zerren ist das wirkungsvollste Mittel, um den anderen Elternteil auszugrenzen. Ganz nebenbei verschlingt der gerichtliche Weg, den Kontakt zu den Kindern aufrechterhalten zu wollen, Unsummen an Geld. Er kostet viel Zeit (natürlich finden beispielsweise die angeordneten Beratungsgespräche am Wohnort der Mutter statt) und ist eine große psychische Belastung.

Kein Wunder, dass viele Väter nach Monaten oder Jahren aufgeben - und in der Statistik dann als die Rabenväter geführt werden, die sich nicht um ihre Kinder kümmern. Für das Kinderrecht auf unbeschwerten Kontakt mit beiden Eltern ist es in Deutschland noch ein weiter Weg.

Dr. med. Nikolai von Schroeders, Sprockhövel

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