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Leserbrief Die DDR war eine komplette Diktatur

31.03.2009 ·  Zum Beitrag "Kein totaler Unrechtsstaat" (F.A.Z. vom 23. März): Es ist schockierend und beängstigend, wie oberflächlich der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Sellering (SPD), die Bundesrepublik in der Zeit bis 1989 mit ...

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Zum Beitrag "Kein totaler Unrechtsstaat" (F.A.Z. vom 23. März): Es ist schockierend und beängstigend, wie oberflächlich der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Sellering (SPD), die Bundesrepublik in der Zeit bis 1989 mit der untergegangenen DDR vergleicht, wenn er schreibt: "Es ist ja nicht so, dass ein idealer Staat auf einen verdammenswerten Unrechtsstaat stieß. Die alte Bundesrepublik hatte auch Schwächen, die DDR auch Stärken."

Wer sich der SED und dem Weg in den Kommunismus widersetzte, wurde von der Stasi, dem "Schild und Schwert der Partei", gnadenlos verfolgt und in Zusammenarbeit mit der DDR-Justiz unschädlich gemacht. Es gab in der DDR nicht "einen Schuss Willkür", wie Sellering schreibt. Die ganze DDR war der Willkür der SED ausgesetzt, unter der nicht nur Zehntausende von politischen Häftlingen, sondern die meisten eingemauerten, bespitzelten und unter beständigen Versorgungsengpässen leidenden Einwohner der DDR litten. Als Stärken der DDR erwähnt Sellering die Kitas, die Schulen und die Gesundheitsversorgung. Ja, in die außerfamiliäre Betreuung der Kinder in der DDR wurde viel Geld gesteckt. Sie hatte die Aufgabe, die Heranwachsenden schon früh dem möglicherweise politisch schädlichen Einfluss der Eltern zu entziehen und zu treuen Anhängern des sozialistischen Staates zu erziehen. Deshalb kamen unter der Kultusministerin Margot Honnecker auch kaum politisch unzuverlässige Schüler auf die Erweiterten Oberschulen. Sollte diese Praxis Vorbild für unsere Schulen werden?

Die finanziellen Mittel, welche die DDR in die Kindererziehung und andere "soziale Errungenschaften" investierte, fehlten an anderen Stellen. Die Städte und Dörfer verfielen, die Straßen und das Telefonnetz konnten nicht erneuert werden, es gab riesige Umweltschäden. Um alle diese Wunden, welche der SED-Staat hinterließ, zu beseitigen, zahlen wir alle seit 1990 den Solidaritätszuschlag.

NORBERT SOMMER, HEUSENSTAMM

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