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Leserbrief Auftrag des Parlaments

29.12.2009 ·  Zur Diskussion über den Kampfeinsatz der Bundeswehr in Afghanistan: Unsere Soldaten im Einsatz hätten einen Anspruch darauf, dass in der unsäglichen Bundestagsdebatte über den Bombenangriff inundus, bei der nur noch zu interessieren ...

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Zur Diskussion über den Kampfeinsatz der Bundeswehr in Afghanistan: Unsere Soldaten im Einsatz hätten einen Anspruch darauf, dass in der unsäglichen Bundestagsdebatte über den Bombenangriff inundus, bei der nur noch zu interessieren schien, wer wen wann belogen hat, ihnen und ihren verwundeten und gefallenen Kameraden ein Bruchteil des Mitgefühls gewidmet würde, das ihr die afghanischen Opfer des Bombenangriffs mobilisiert wurde. Sie stehen dort schließlich nicht aus Kriegslüsternheit, sondern im Auftrag ebendieses Parlaments. Einem völlig unerfüllbaren Auftrag noch dazu: ein Land zu befrieden, das von skrupellosen Fanatikern dominiert wird, unter Vermeidung eigener Verluste, mit absolutem Vorrang der Vermeidung von Verlusten der Zivilbevölkerung, und neuerdings nach Vorstellung einiger Abgeordneter offenbar auch, ohne dem Gegner Verluste zuzufügen.

Dass ein Staat seine Soldaten in einen Kampfeinsatz schickt und es sich dabei angelegen sein lässt, jeglichen Waffengebrauch gegen einen heimtückischen und niemals eindeutig identifizierbaren Gegner wegen des Verdachts auf Totschlag in wochenlangen Verfahren durch die Staatsanwaltschaft zu überprüfen, ist ohnehin ein Novum in der Militärgeschichte. In der Bundeswehr wurde unter der Überschrift "Innere Führung" viel Aufhebens um unsere moderne Menschenführung und Fürsorge gemacht. In der Behandlung unserer Soldaten durch die politisch Verantwortlichen ist davon nichts zu spüren.

Wolfgang Odendahl, Generalleutnant a.D., Ulm

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