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Kritik an Obamas Nasa-Plänen

16.04.2010 ·  Präsident will bis 2035 Flug zum Mars

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rüb. WASHINGTON, 16. April. Die Vision von Präsident Barack Obama für die künftige Rolle der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa ist auf teils heftige Kritik gestoßen. Obama bekräftigte in einer Rede im Kennedy Space Center in Florida am Donnerstag zwar grundsätzlich das Ziel, Astronauten künftig tiefer als bisher in den Weltraum zu schicken und bis etwa 2035 den ersten Amerikaner bis zum Mars fliegen zu lassen. "Eine Landung auf dem Mars wird folgen, und ich werde dabei zusehen", sagte der Präsident.

Zugleich aber bekräftigte die Regierung ihren Entschluss, die geplante neue Generation von Raketen im Rahmen des "Constellation"-Programms, die auch Flüge zum Mond erlaubt hätten, nicht zu bauen. Da die gegenwärtig benutzten Raumgleiter Ende dieses Jahres aus Altersgründen ausgemustert werden, werden die Vereinigten Staaten von 2011 an über kein eigenes Raketensystem für die bemannte Raumfahrt verfügen und sind bis auf weiteres auf die russischen Sojus-Raketen für Flüge zur Internationalen Weltraumstation ISS angewiesen.

In einem offenen Brief übte der frühere Astronaut Neil Armstrong, der 1969 mit der "Apollo 11" zum Mond geflogen war und als erster Mensch den Erdtrabanten betreten hatte, heftige Kritik an Obamas Plänen für die Nasa. Das beschlossene Ende des "Constellation"-Projekts komme einem "Vernichtungsurteil" gleich und werde die Vereinigten Staaten zu einer "drittklassigen" Raumfahrtnation degradieren. Andere Astronauten, zumal der jüngeren Generation, äußerten dagegen Zustimmung zu Obamas Plänen.

Der Präsident versicherte, die Vereinigten Staaten würden bis 2025 wieder über eigene Raumschiffe verfügen, "die für lange Flüge konzipiert sind und die ersten bemannten Flüge über den Mond hinaus tief ins All möglich machen".

Der erdnahe Weltraum soll verstärkt kommerziellen Raumfahrtunternehmen überlassen werden. Nächstes Ziel sei es, Menschen auf einen Asteroiden zu schicken, der sich auf die Erde zubewege, sagte der Präsident. Das von Obama angekündigte Programm soll zumindest zum Teil die Verluste von Budgetmitteln für die Nasa wegen der Ausmusterung der Flotte der "Space Shuttle" ausgleichen. Allein in Florida gehen wegen der Einstellung des Raumgleiter-Programms 9000 Arbeitsplätze verloren, in anderen Bundesstaaten sind weitere Stellen in der Zulieferindustrie betroffen. Die neuen Investitionen sollen etwa 2500 neue Arbeitsplätze schaffen. "Niemand ist der bemannten Raumfahrt, der menschlichen Erforschung des Weltraums mehr verpflichtet als ich. Aber wir müssen es auf eine kluge Art machen; wir können nicht dieselben Dinge so wie bisher weiterverfolgen", sagte Obama in Florida.

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