08.03.2010 · So lange, wie es nötig wäre, wird die Brüderlichkeit in der CSU nicht durchzuhalten sein. Die Landesgruppe der Bundestagsfraktion war schon immer selbstbewusst, fühlte sich der Landtagsfraktion überlegen und strebte nach Eigenständigkeit.
So lange, wie es nötig wäre, wird die Brüderlichkeit in der CSU nicht durchzuhalten sein. Die Landesgruppe der Bundestagsfraktion war schon immer selbstbewusst, fühlte sich der Landtagsfraktion überlegen und strebte nach Eigenständigkeit. Dennoch blieb sie allezeit ein Anhängsel - schöner gesagt: der bundespolitische Arm - des jeweiligen Parteivorsitzenden. Daran hält auch Seehofer fest, zu Recht, denn der Grundsatz lautet: Nicht die Landesgruppe lenkt die Partei, sondern die Partei steuert ihren Berliner Ausleger. Dass der Streit weitergehen wird, liegt auf der Hand: Seehofer hat sein Veto gegen die Kopfpauschale wiederholt bekräftigt, der Gesundheitskommissionsvorsitzende Söder hält sich daran, die Landesgruppe hingegen will an den Vorarbeiten für eine Reform teilnehmen. Nun rächt sich, dass die CSU in den Koalitionsverhandlungen nicht klar Position bezogen hat; sie ließ eine Formulierung durchgehen, aus der die FDP die Berechtigung zur Einführung der Kopfpauschale herausliest. Die CSU-Landesgruppe wird sich eines Tages entscheiden müssen, ob sie mit der FDP geht oder zu Seehofer steht. G.H.