15.02.2009 · Zum Gespräch "Wir können zum Gewinner der Krise werden" (F.A.Z.-Feuilleton vom 30. Januar): Die dänische Klima- und Energieministerin weiß also genau, wie das Weltklima zu retten ist: durch staatlich verordnete Maßnahmen zur sogenannten ...
Zum Gespräch "Wir können zum Gewinner der Krise werden" (F.A.Z.-Feuilleton vom 30. Januar): Die dänische Klima- und Energieministerin weiß also genau, wie das Weltklima zu retten ist: durch staatlich verordnete Maßnahmen zur sogenannten Energieeffizienz und Milliardenüberweisungen samt strikter Verwendungskontrolle. Leider irrt Connie Hedegaard, denn niemand verfügt über die Informationen, die man für ihre Öko-Planwirtschaft haben müsste, zum Beispiel genaue Kenntnis des in Geldeinheiten zu beziffernden Schadens, den die Emission einer Tonne Kohlendioxid verursacht.
Andere Informationen sind verfügbar, die Frau Hedegaard wohl eher in den Hintergrund treten lassen möchte, nämlich über die unterschiedlichen Kosten verschiedener Methoden der Kohlendioxid-Vermeidung. Am teuersten ist es per Photovoltaik: 700 Euro pro Tonne Kohlendioxid. Mit 30 bis 40 Euro pro Tonne ist es auf dem Weg des Handels mit Emissionszertifikaten wesentlich günstiger. Man könnte also mit gleichem Aufwand die zwanzigfache Menge an Kohlendioxid vermeiden, wenn es denn politisch gewollt wäre. Bei entsprechenden Stimmenverhältnissen im Parlament kann man aber auch das teure Verfahren per (Erneuerbare-Energien-)Gesetz durchdrücken und alle Verbraucher die Subventionen für den Solarstrom zahlen lassen.
Gegen das Schweigekartell aus Klimapolitikern und Solarfirmen, das die Erörterung der Kosten gern aus der Diskussion heraushalten möchte oder das Irreführendes verbreitet, kann man nicht oft genug wiederholen: Erfolgreiche, bezahlbare, das heißt wirtschaftlich vernünftige und auf lange Sicht vom Wahlbürger akzeptierte Klimapolitik wird es nur geben, wenn statt der Energieeffizienz die Kosteneffizienz zum handlungsleitenden Gesichtspunkt gemacht wird.
DR. MICHAEL MOMMERT, NEUENKIRCHEN