09.12.2009 · fäh. Peking, 9. Dezember. Ein Jahr nach seiner Festnahme soll offenbar Anklage gegen den chinesischen Bürgerrechtler Liu Xiaobo erhoben werden. Das berichteten seine Anwälte am Mittwoch nach Angaben von Nachrichtenagenturen.
fäh. Peking, 9. Dezember. Ein Jahr nach seiner Festnahme soll offenbar Anklage gegen den chinesischen Bürgerrechtler Liu Xiaobo erhoben werden. Das berichteten seine Anwälte am Mittwoch nach Angaben von Nachrichtenagenturen. Die Polizei habe ihre Ermittlungen abgeschlossen und den Fall an die Staatsanwaltschaft gegeben. Diese habe mehrere Wochen Zeit, um Anklage zu erheben. Liu Xiaobo wird der "Untergrabung der Staatsgewalt" bezichtigt. Ihm droht eine lange Haftstrafe. Die Polizei hatte Liu wegen der von ihm mitverfassten "Charta 08" festgenommen, in der die Unterzeichner Reformen, Freiheit und Demokratie in China fordern. Das Dokument ist im Internet schon von mehr als 10 000 Personen unterschrieben worden.
Die ungewöhnlich lange Vorbereitungszeit auf den Prozess lässt darauf schließen, dass die Behörden den Fall als äußerst heikel einstufen. Europäische Politiker, Menschenrechtler und internationale Organisationen hatten eine Freilassung des Autors und einstigen Präsidenten des unabhängigen chinesischen PEN-Clubs gefordert. Der frühere Dozent für Literatur gehörte im Jahr 1989 zu den Unterstützern der Studentenproteste auf dem Tiananmen. Er hat mehrere Jahre in Gefängnissen und Arbeitslagern verbracht.