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Pferdefleisch in „Real“-Lasagne

Supermarktkette zieht Produkt zurück / Brüssel fordert DNA-Test

pik./dpa. BERLIN/BRÜSSEL, 13. Februar. Nach Großbritannien und Frankreich ist nun auch Deutschland vom Skandal um falsch deklariertes Pferdefleisch betroffen. Die Supermarktkette Real hat das Tiefkühlgericht „TiP Lasagne Bolognese, 400g, tiefgekühlt“ zurückgerufen. Am Mittwochabend wurde bekannt, dass in einzelnen Stichproben Anteile von Pferdefleisch gefunden worden waren. „Diese Maßnahme erfolgt rein vorsorglich, da zu keinem Zeitpunkt ein Hinweis auf ein gesundheitliches Risiko für Verbraucher bestand“, hieß es bei der Supermarktkette. Angeblich stehen noch fünf weitere Unternehmen mit Filialnetzen auf der Prüfliste der Lebensmittelbehörden. Sie haben von Zwischenhändlern demnach Fertigprodukte mit möglicherweise falschen Etiketten bezogen.

Am Mittwoch Nachmittag noch hatte das Bundesverbraucherministerium von einem Verdachtsfall gesprochen. Durch das europäische Schnellwarnsystem seien die Behörden am Dienstagabend informiert worden, dass Lasagne nach Deutschland gelangt ist, die Pferdefleisch enthalten könnte. Die Lieferungen seien zwischen November und Januar an mindestens einen Händler in Nordrhein-Westfalen gegangen. Das dortige Landesumweltamt versucht nun, die Lieferwege nachzuzeichnen und Proben sicherzustellen.

Zuvor hatte die Handelskette Kaiser’s Tengelmann mitgeteilt, dass es eine Tiefkühllasagne auf einen Verdacht hin am vergangenen Mittwoch aus dem Sortiment genommen habe. Der Hinweis sei von der Handelskooperation Markant gekommen, die die Ware von dem französischen Unternehmen Comigel erhalten hatte. Dieses hatte die Tiefkühlprodukte hergestellt, in denen in der vergangenen Woche in Großbritannien Pferdefleisch nachgewiesen wurde. Die Ergebnisse einer Laboruntersuchung stünden noch aus, hieß es bei Kaiser’s. Eine Gesundheitsgefährdung bestehe nicht. Der größte deutsche Lebensmittelhändler Edeka lässt angeblich ebenfalls alle relevanten Eigenmarktprodukte prüfen. Auch das Unternehmen Eismann berichtete, dass Kontrolleure Proben genommen hätten.

Ministerin Ilse Aigner (CSU) sprach am Rande der Biomesse in Nürnberg von einem schlimmen Fall von Verbrauchertäuschung. „Was auf der Verpackung draufsteht, muss auch drin sein.“ Die Europäische Kommission schlägt DNA-Tests für verarbeitetes Rindfleisch in Europa vor. Damit sollen die Behörden herausfinden, ob es sich nicht um falsch deklariertes Pferdefleisch handelt. Das teilte EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg am Mittwoch nach einem Krisentreffen von acht beteiligten Staaten in Brüssel mit.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 13.02.2013, 17:40 Uhr