05.10.2010 · Die zur Senkung erhöhter Blutfettwerte gebräuchlichen Statine fördern offenbar den Abbau von Amyloid-Beta-Peptiden im Gehirn - jenen Proteinfragmenten, denen man die Entstehung einer Alzheimerschen Demenz anlastet.
Die zur Senkung erhöhter Blutfettwerte gebräuchlichen Statine fördern offenbar den Abbau von Amyloid-Beta-Peptiden im Gehirn - jenen Proteinfragmenten, denen man die Entstehung einer Alzheimerschen Demenz anlastet. Hinweise darauf liefern Beobachtungen bei Mäusen und die Ergebnisse epidemiologischer Studien. Welcher Mechanismus für den Schutz verantwortlich sein könnte, lag bislang allerdings noch im Dunkeln. Eine mögliche Erklärung haben nun Neurologen um Irfan Tamboli und Jochen Walter von der Universität Bonn gefunden. Demnach führen die Statine zur vermehrten Ausschüttung eines Enzyms namens IDE, das die giftigen Amyloid-Beta-Peptide im Gehirn zerlegt und entsorgt. Bei den angegriffenen Proteinfragmenten handelt es sich um Abbauprodukte eines in den Hüllen von Nervenzellen verankerten Preoteins, des Amyloid-Vorläufer-Proteins. Eine Antwort fanden die Forscher ferner auf die Frage, auf welche Weise die Statine die Freisetzung von IDE ankurbeln. Wie sie im "Journal of Biological Chemistry" (doi: 10.1074/jbc.M110.149468) zeigen, beruht das Phänomen offenbar auf einer verminderten Verfügbarkeit von Isoprenoiden. Statine hemmen nicht nur die Herstellung von Cholesterin, sondern auch die Bildung einiger Vorläufer dieser Fettverbindung. Hierzu zählen die Isoprenoide, eine bekannte, auch an der Entstehung von Tumoren beteiligte Stoffgruppe. Studien sollen nun zeigen, ob sich die Erkenntnisse für neue Therapieansätze eignen. N.v.L.