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Nano rügt "militante Albaner"

19.03.2004 ·  kps. PRESSBURG, 19. März. Der albanische Ministerpräsident Fatos Nano hat die Kosovo-Albaner zu "Zurückhaltung und Selbstkontrolle" aufgerufen. Auf der Sicherheitskonferenz der Präsidenten, Ministerpräsidenten und Außenminister der ...

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kps. PRESSBURG, 19. März. Der albanische Ministerpräsident Fatos Nano hat die Kosovo-Albaner zu "Zurückhaltung und Selbstkontrolle" aufgerufen. Auf der Sicherheitskonferenz der Präsidenten, Ministerpräsidenten und Außenminister der mittel-, ost- und südosteuropäischen Länder sowie der Länder des südlichen Kaukasus verurteilte Nano am Freitag in der slowakischen Hauptstadt Preßburg (Bratislava) die Umtriebe "militanter Albaner". Er erklärte die Bereitschaft Tiranas, mit den Nachbarländern im Kampf gegen Terror und Extremismus zu kooperieren.

Der Terroranschlag von Madrid und die Gewalt im Kosovo und in Serbien überschatteten die Preßburger Tagung, die im Zeichen der Nato- und EU-Erweiterung vorbereitet worden war. Der serbische Ministerpräsident Kostunica mußte seine Teilnahme kurzfristig absagen. "Die Extremisten laufen Amok", sagte der frühere schwedische Ministerpräsident Bildt, "sie drohen alles zunichte zu machen, was wir in diesen Jahren erreicht haben." Optimistischer äußerte sich der slowakische Ministerpräsident Dzurinda. Was seit 1999 vollbracht worden sei, habe man sich vor fünf Jahren noch nicht vorstellen können, auch "dort gibt es jetzt Hoffnung".

Der rumänische Ministerpräsident Nastase sagte, es sei "moralisch wie strategisch" sinnvoll, nun den "westlichen Balkan" und die Schwarzmeer-Kaukasus-Region zur Priorität zu erklären. Der litauische Ministerpräsident Algirdas Brazauskas warf der Allianz und der Union vor, kein Konzept für die Ukraine, Weißrußland und die Moldau zu haben.

Am 29. März nimmt die Nato sieben neue Länder auf, am 1. Mai stoßen zehn Länder zur EU. Im Mai 2001 hatten sich die Ministerpräsidenten von neun Nato-Anwärterstaaten ("Vilnius-Gruppe") und Kroatiens zum ersten Mal getroffen. Die Nachfolgekonferenz, an der auch der Ministerpräsident Montenegros, Djukanovic, die Präsidenten Georgiens und Aserbaidschans, Saakaschwili und Alijew, sowie der armenische Außenminister Oskanian teilnahmen, verabschiedete eine Erklärung, in der die Aufnahme Albaniens, Mazedoniens und Kroatiens in die Nato und die Öffnung der "Partnerschaft für den Frieden" für Bosnien und Serbien-Montenegro beim Gipfel in Istanbul empfohlen wird. Die Länder der Schwarzmeer-Region und des südlichen Kaukasus sowie die Ukraine sollten in ihren Reformen durch die Perspektive der Aufnahme in die euroatlantische Gemeinschaft bestärkt werden.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.03.2004, Nr. 68 / Seite 2
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