28.02.2006 · Die Handyhersteller haben auch 2005 deutlich mehr Geräte verkauft als im Vorjahr. Das Wachstum des Marktes lag bei 21 Prozent, und es gingen 817 Millionen Mobiltelefone über den Ladentisch.
Die Handyhersteller haben auch 2005 deutlich mehr Geräte verkauft als im Vorjahr. Das Wachstum des Marktes lag bei 21 Prozent, und es gingen 817 Millionen Mobiltelefone über den Ladentisch. Damit hat sich der Zuwachs allerdings deutlich verlangsamt. Im Jahr 2004 hatten die Handyhersteller noch ein Absatzplus von 30 Prozent gemeldet. Dies geht aus den aktuellen Zahlen des amerikanischen Marktforschungsunternehmens Gartner hervor.
Vor allem der finnische Nokia-Konzern hat von dem Wachstum des Handy-Marktes profitiert und seine marktdominante Stellung deutlich ausgebaut. Sein Marktanteil kletterte im vierten Quartal des Jahres wieder auf 35 Prozent, nachdem dieser Anfang 2004 auf gut 28 Prozent abgerutscht war. Nokia hat sich seitdem sowohl gegenüber den direkten Verfolgern Motorola (17,8 Prozent) und Samsung (12,1 Prozent) behauptet als auch den vielen kleineren Anbietern auf dem Markt Paroli geboten. Diese weniger exponierten Hersteller von Mobiltelefonen kommen nach Ansicht von Gartner immer stärker unter Druck. Während Samsung und Motorola ihre Marktanteile im Jahresvergleich weitgehend stabil gehalten haben, sackte der Anteil der kleineren Anbieter um fast drei Prozentpunkte auf gut 16 Prozent im vierten Quartal 2005 ab. Das heißt, sechs Hersteller teilen sich 84 Prozent des Marktes und lassen für Nischenanbieter immer weniger Platz.
Zu den großen sechs am Markt gehören außerdem die LG aus Korea als Nummer vier; das Gemeinschaftsunternehmen Sony-Ericsson rangiert auf dem fünften Platz, und auch Siemens - die Handys werden jetzt unter der Marke Benq-Siemens angeboten - wird noch eigens ausgewiesen. Für diese neue Unternehmensformation gilt es allerdings viel aufzuholen. Der Marktanteil der ehemaligen Siemens-Sparte lag im Jahresdurchschnitt 2005 bei gerade einmal 3,5 Prozent nach 7,2 Prozent im Jahr zuvor.
Als Wachstumstreiber identifiziert Gartner weiterhin die Märkte in den schnell wachsenden Volkswirtschaften China, Indien und Brasilien. Hier allerdings tobt der Preiskampf auf dem Feld der einfachen Einsteigerhandys, die von den Herstellern mit einer immer geringeren Marge abgegeben werden. Dabei zählt nur noch die Masse, zählen die Skaleneffekte, die selbst bei geringem Verdienst pro Stück noch ein einträgliches Geschäft ermöglichen. Auch diesen Effekt gibt Gartner als einen Grund an, weshalb die großen Hersteller immer weiter an Boden gewinnen.