Home
http://www.faz.net/-1v0-rfpe
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Aktuelle Nachrichten online - FAZ.NET

Leserbrief Wie in wenigen Museen der Welt

13.04.2005 ·  Ihr Interview mit Peter-Klaus Schuster, dem Generaldirektor der staatlichen Museen zu Berlin, war hochinteressant (F.A.Z. vom 31. März): Es ist gewiß bewundernswert, wie Schuster als Großstratege der Berliner Kunstlandschaft ganze Sammlungen verschieben und neu zusammenstellen will.

Artikel Lesermeinungen (0)

Ihr Interview mit Peter-Klaus Schuster, dem Generaldirektor der staatlichen Museen zu Berlin, war hochinteressant (F.A.Z. vom 31. März): Es ist gewiß bewundernswert, wie Schuster als Großstratege der Berliner Kunstlandschaft ganze Sammlungen verschieben und neu zusammenstellen will. Ich zweifle aber sehr, ob die geplante Verlagerung der alten Meister aus der Galerie am Kunstforum in das Bodemuseum auf der Museumsinsel der richtige Weg ist. Das Museum am Kunstforum ist in der Raumfolge und in seinen Lichtverhältnissen für die großartige und umfassende Sammlung der Malerei Alteuropas wunderbar passend. Wie in wenigen Museen der Welt kann hier die europäische Malerei in ihrer Vielfalt studiert und bewundert werden. Ein Umzug ins Bodemuseum stellte zwar die Malerei der Plastik gegenüber, verbannte aber viele sehenswerte Gemälde ins Magazin. Die Malerei Alteuropas wäre nicht mehr mit all ihren Verästelungen und unterschiedlichsten Künstlerpersönlichkeiten zu sehen. Zudem wären die Lichtverhältnisse keineswegs mehr so optimal wie am jetzigen Standort. Es ist auch zu fragen, ob die gegenwärtige Gemäldegalerie der passendste Platz für die Berliner Sammlungen der Kunst des 20. Jahrhunderts ist. Würden in diesen Raumfluchten die gewaltigen Lücken, besonders was die klassische Moderne anlangt, nicht geradezu peinlich sichtbar? Ich würde sehr wünschen, daß diese Planungen noch einmal überdacht werden und daß Lösungen gefunden werden, die dem einmaligen Wert der Berliner Sammlung alter Meister gerecht werden.

Dr. Hans Peter Syndikus, Weilheim

Quelle: F.A.Z., 14.04.2005, Nr. 86 / Seite 8
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel