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Leserbrief Warum diese Fixierung auf Radioaktivität?

06.11.2008 ·  Im Zusammenhang mit dem Thema Endlagerung von Atommüll, das auch Gegenstand Ihres Artikels "Unter Tage keine Panik" von Robert von Lucius war (F.A.Z. vom 28. Oktober), würde mich die Antwort auf folgende Frage interessieren: Gibt ...

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Im Zusammenhang mit dem Thema Endlagerung von Atommüll, das auch Gegenstand Ihres Artikels "Unter Tage keine Panik" von Robert von Lucius war (F.A.Z. vom 28. Oktober), würde mich die Antwort auf folgende Frage interessieren: Gibt es einen plausiblen Grund, warum dreißig Jahre und 1,5 Milliarden Euro nicht gereicht haben, ein Endlager zu genehmigen, das 500 Tonnen hochradioaktiver Abfälle pro Jahr aufnehmen kann, während bereits seit Jahren mehr als 100 000 Tonnen kaum weniger gefährlicher chemotoxischer Müll jährlich in Untertagedeponien im Salzgestein endgelagert werden?

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts gibt es in Deutschland fünf Deponien der Kategorie 4 für besonders gefährliche Abfälle. 2006 wurden dort 118 000 Tonnen besonders gefährlicher Abfall eingelagert, in den Vorjahren noch weit mehr. Dieser Abfall kann Asbest, Arsen, Quecksilber oder Cyanide enthalten. Obwohl an die Langzeitsicherheit dieser Endlagerung kaum geringere Anforderungen zu stellen sind, hat die Genehmigung dieser Deponien offenbar weit weniger Zeit und Geld gekostet als Gorleben bisher. Wenn dies nur am Widerstand der Atomgegner gelegen haben sollte und nicht an sachlichen Problemen der Geologie, dann wäre das fehlende Endlager für hochradioaktiven Atommüll jedenfalls kein plausibler Grund mehr, am Atomausstieg festzuhalten, und die Forderung, eine Alternative zu Gorleben zu untersuchen, würde vollends absurd erscheinen.

CHRISTOPH BARTHE, HAMBURG

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