21.01.2008 · Widersprüche holen einen irgendwann ein. So nun wieder einmal geschehen im Fall "Nokia", dem Handyunternehmen, das nach jahrelangem Entgegennehmen von zig Millionen Euro von deutschem Steuergeld nun in Bochum seine Pforten schließen, ...
Widersprüche holen einen irgendwann ein. So nun wieder einmal geschehen im Fall "Nokia", dem Handyunternehmen, das nach jahrelangem Entgegennehmen von zig Millionen Euro von deutschem Steuergeld nun in Bochum seine Pforten schließen, Tausende Arbeitnehmer auf die Straße setzen und nach Rumänien weiterziehen will, um dort vielleicht sogar Gelder aus irgendeinem EU-Fonds zu erhalten, in den auch unsere fleißigen Bürger über ihre Abgabenlasten mit einzahlen (F.A.Z. vom 16. Januar).
Aber mal ehrlich: Kann man da dem Unternehmen einen alleinigen Vorwurf machen? Denn zu Subventionen gehören immer zwei Parteien: die, die die Gelder willig bereitstellt, und die, die sie gerne entgegennimmt. Unmoral des Nehmens hin, Scham des Ausnutzens her, ein großes Stück Schuld liegt also auch bei den leichtfertigen Gebern von sauer verdienten Steuergeldern in Form von "Subventionen" an private Unternehmen. Also bitte nun nicht Rumänien verurteilen; die machen es uns doch nur nach. Öl ins Feuer ließe sich zu allem Überfluss mit der ökonomischen Feststellung gießen, dass alle diese öffentlich verteilten Finanzmittel bei ihrer Entstehung die Staatskosten nach oben treiben. Jede Steigerung der Staatskosten aber führt irgendwann zu Abgabenerhöhungen, macht den Standort teurer, bis er eines Tages als "unattraktiv" aufgegeben wird; "der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht", lautet da ein Sprichwort.
Dr. Rüdiger Clauss, Königsfeld