22.12.2008 · Neue "Zentren für Arbeit und Grundsicherung" (F.A.Z. vom 17. November) heißt das Reformpaket für Hartz IV vielversprechend. Eine komplizierte neue Behörde soll vereinfachen, einen übersichtlichen, reibungslosen Verwaltungsablauf gewährleisten.
Neue "Zentren für Arbeit und Grundsicherung" (F.A.Z. vom 17. November) heißt das Reformpaket für Hartz IV vielversprechend. Eine komplizierte neue Behörde soll vereinfachen, einen übersichtlichen, reibungslosen Verwaltungsablauf gewährleisten. Weil "der Teufel im Detail steckt", muss man ins Detail gehen, um ein "Bild" der Lage zu gewinnen. Die öffentliche Verwaltung in Deutschland bläht sich nun weiter auf. Sie ist überreguliert, langsam, ineffizient, selbstbezogen, reformresistent und teuer. Wo gestern noch ein Amt stand, steht heute und morgen eine Agentur oder ein Zentrum. Auch wenn Politiker nicht aufhören, von den Erfolgen ihrer Verschlankungs- und Effizienzsteigerungsprogramme zu reden, die "gefühlte" Verbesserung für die Bürger bleibt aus. Die Reformen für Arbeit und Grundsicherung finden nur an der Oberfläche statt. Veränderungen im Innern der Verwaltung scheinen am Apparat zu scheitern. Es ist aber ein Leidens- und damit Veränderungsdruck zu erzeugen. Gewohnheiten sind bei der Bildung von neuen Verwaltungseinheiten abzulegen.
MANFRED GLOMBIK, HILDESHEIM