26.08.2008 · Zum Porträt der deutschen Sportlerin Melanie Seeger auf der Seite "Zeitgeschehen" in der F.A.Z. vom 22. August "Die Verzweifelte": Der deutschen Geherin Melanie Seeger muss man ein großes Lob aussprechen.
Zum Porträt der deutschen Sportlerin Melanie Seeger auf der Seite "Zeitgeschehen" in der F.A.Z. vom 22. August "Die Verzweifelte": Der deutschen Geherin Melanie Seeger muss man ein großes Lob aussprechen. Denn sie hat wie der Sprinter Unger das mit deutlichen Worten zum Ausdruck gebracht, was viele ehemalige Leichtathleten denken. Noch nie hat man so viele offensichtlich gedopte Sportler (vor allem Schwimmer und Leichtathleten) bei Olympischen Spielen gesehen. Es fallen nicht nur die Muskelpakete auf, sondern auch die Zahnspangen, die Akne und die ausbleibende Erschöpfung nach dem Wettbewerb in Weltrekordzeit.
Eigentlich bräuchte man gar keine Dopingproben, so offensichtlich erscheinen die Symptome. Dazu im Gegensatz stehen die verharmlosenden fast naiven Kommentare der Spitzen-Funktionäre und Sportmediziner. Diese sollten die aktuellen Bücher über Doping von Professor Werner Franke "Der verratene Sport", von Ines Geipel "No Limit" und von Professor Gerhard Treutlein "Doping im Spitzensport" lesen.
Als Kinderarzt und (Pädiatrischer) Sportmediziner beunruhigen mich dazu vor allem die immer jüngeren (muskulösen) Turnerinnen, die zum Teil wie 13 oder 14 Jahre alte Kinder wirken. In welchem Alter müssen diese mit dem Hochleistungstraining (inklusive Doping?) begonnen haben? Und dann will IOC-Präsident Jacques Rogge demnächst "Olympische Spiele für Jugendliche" einführen? Wahrscheinlich nur, um sich (auf Kosten der Gesundheit der Kinder und Jugendlichen) ein Denkmal zu setzen. Da kann man wirklich verzweifeln.
Joachim Gunkel, Dannewerk