28.01.2007 · Zum Artikel "Plan der letzten Chance" (F.A.Z. vom 12. Januar): Der amerikanische Präsident Bush, Oberbefehlshaber des Heeres, massiert die amerikanischen Truppen in Bagdad und Umgebung. Das war nicht anders zu erwarten, will er im ...
Zum Artikel "Plan der letzten Chance" (F.A.Z. vom 12. Januar): Der amerikanische Präsident Bush, Oberbefehlshaber des Heeres, massiert die amerikanischen Truppen in Bagdad und Umgebung. Das war nicht anders zu erwarten, will er im Irak nicht das Gesicht verlieren, denn die Demokratie im Irak ist noch jung und die irakischen Sicherheitskräfte sind zu unerfahren, um - nach dem Sturz des Diktators Hussein - auf dem "neuen Weg vorwärts" zu gehen. Darum geht es zur Stunde. Es geht dem Präsidenten der Vereinigten Staaten nicht um die Ehre und nicht darum, Amerikas nationale Interessen im Blick zu behalten. Es geht darum, den Irak nicht den Feinden Amerikas und Europas zu überlassen. Und es bleibt wenig Zeit, das Programm "Clear, Hold and Build" erfolgreich umzusetzen. Und wenn auch die Schaffung von Sicherheit und Stabilität sowie ein Arbeitsbeschaffungs- und Aufbauprogramm zu spät kommen würde, um "eine Basis für politische Aussöhnung zu schaffen", und wenn die Aussicht auf Ausbildung starker irakischer Sicherheitskräfte auch fragwürdig ist, dadurch dass diese von der Mahdi-Miliz und den schiitischen Badr-Brigaden unterwandert sind und selbst wenn hinter den ausländischen Dschihadisten inzwischen viele einheimische Menschen stehen, die notwendigerweise unglücklich sind mit den Zuständen im eigenen Land, so ist und bleibt es doch ein Versuch, dem Irak die Chance auf ein freies Leben zu ermöglichen, insofern die Demokratie als Chance erkannt und ergriffen wird. Der Irak sollte sich dieser Bemühungen würdig erweisen.
Dr. phil. Petra Cornelia Schmidt-Betsch, Wartenberg-Angersbach