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Lanxess will zur Chemiespitze aufschließen

14.09.2006 ·  Vorstandschef Heitmann: Verlustgeschäfte haben bei uns keinen Platz mehr

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B.K. DÜSSELDORF, 14. September. Der seit Anfang vergangenen Jahres börsennotierte Chemiekonzern Lanxess schaltet nach tiefgreifender Restrukturierung auf Expansion und steckt sich deutlich höhere Renditeziele (bezogen auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). So will die vor zwei Jahren aus dem Bayer-Konzern ausgegliederte Gesellschaft bis zum Jahr 2009 bei der Rendite mit der Spitzengruppe vergleichbarer Chemieunternehmen gleichauf liegen. "Das bedeutet, daß Lanxess in der weltweiten Chemieindustrie nicht mehr hinterherhinken, sondern an der Spitze mitlaufen will", sagte Vorstandschef Axel Heitmann anläßlich eines Medien- und Investorentages in Leverkusen.

Wie er weiter konkretisierte, soll es 2009 im Konzern auch kein einziges Geschäft mehr geben, das weniger als 5 Prozent (bezogen auf das Ebitda) verdient. "Das bedeutet, daß Verlustgeschäfte bei Lanxess keinen Platz mehr haben." Auch dürfe sich kein Geschäft mit dem bisher Erreichten zufriedengeben, kündigte er an. Die Börse regierte positiv auf die Prognosen Heitmanns. Die Aktie legte um rund 1,5 Prozent auf über 33,80 Euro zu. 2005 erzielte die Vergleichsgruppe, an der sich die Leverkusener künftig messen lassen wollen, nach Heitmanns Darstellung operative Renditen zwischen 12 und 14 Prozent, während Lanxess noch bei 8,1 Prozent lag. Für dieses Jahr strebt das Management bereits eine Zielgröße von 9 bis 10 Prozent an, wobei die Ebitda-Marge im grundsätzlich stärkeren ersten Halbjahr schon mehr als 11 Prozent ausgemacht hatte. Bei 55 Prozent der Aktivitäten soll die Profitabilität in diesem Jahr höher als 10 Prozent liegen. Gemessen am Gründungsjahr 2004, wäre dies nahezu eine Verdoppelung.

Der Chemiekonzern demonstriert großen Ehrgeiz: Lanxess will sich künftig aktiv an der Konsolidierung der in weiten Teilen noch fragmentierten Branche beteiligen und sich dabei nicht zuletzt auf die eigenen Erfahrungen in der Restrukturierung von Chemiegeschäften stützen. Heitmann nannte zwar noch keine konkreten Akquisitionsvorhaben. Doch gibt es nach seinen Erläuterungen verschiedene Varianten. Sie reichen vom Kauf mittlerer oder kleiner Geschäfte, die vorhandene Aktivitäten stärken und im Ergebnis voranbringen, bis hin zum Erwerb mittelgroßer Chemiegeschäfte, die das Portfolio ergänzen und verbreitern.

Quelle: F.A.Z., 15.09.2006, Nr. 215 / Seite 19
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