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Kommentar Fischers Euro

16.07.2003 ·  V.Z. Im Fernsehen präsentierte Außenminister Fischer den amerikanischen Zuschauern eine Euro-Münze. Darin steckt nicht nur eine Respektbekundung gegen den vormaligen Bundeskanzler Kohl, sondern auch Fischers Absicht, als europäischer Integrator soweit wie möglich in dessen Fußstapfen zu treten.

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V.Z. Im Fernsehen präsentierte Außenminister Fischer den amerikanischen Zuschauern eine Euro-Münze. Darin steckt nicht nur eine Respektbekundung gegen den vormaligen Bundeskanzler Kohl, sondern auch Fischers Absicht, als europäischer Integrator soweit wie möglich in dessen Fußstapfen zu treten. Wer hätte das einstmals gedacht! Aber inzwischen glaubt man zu ahnen, daß Fischer ein Auge auf das Amt eines europäischen Außenministers geworfen hat - zumindest bis zur Einführung eines Weltaußenministeriums wäre das wohl seine Kragenweite. Doch Spaß beiseite: Fischers Geste mit dem Euro ist kraftvoll. Der Euro mit seiner europäischen und seiner nationalen Seite ist dabei nicht nur eine Metapher, sondern politisch-ökonomische Wirklichkeit. Fischer ist nun bestrebt, die Beziehungen zu Washington wieder zu verbessern - während die amerikanische Regierung im Nachhinein des Irak-Feldzugs mit ebenden Glaubwürdigkeitslücken kämpft, die der deutsche Außenminister schon vor dem Krieg in München konstatiert hatte. Nun also Schwamm darüber. Es geht dabei nicht nur um Transatlantisches, sondern auch darum, wer in Europa die Richtung bestimmt.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.07.2003, Nr. 163 / Seite 8
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