31.03.2003 · F.A.Z. FRANKFURT, 31. März. In der Union mehren sich sowohl die zustimmenden als auch die ablehnenden Stimmen zum Irak-Kurs der Vorsitzenden der CDU und der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Merkel. Der Bundestagsabgeordnete Gauweiler ...
F.A.Z. FRANKFURT, 31. März. In der Union mehren sich sowohl die zustimmenden als auch die ablehnenden Stimmen zum Irak-Kurs der Vorsitzenden der CDU und der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Merkel. Der Bundestagsabgeordnete Gauweiler äußerte, das Verhältnis der Union zu den Vereinigten Staaten dürfe "keine unkritische Ja-und-amen-Beziehung" sein. Der ehemalige außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion Lamers sagte: "Ich verstehe Angela Merkel nicht, daß sie sich so vorbehaltlos an die Amerikaner hängt." Der hessische Ministerpräsident Koch entgegnete, Merkel habe mit ihrer Haltung Recht, auch wenn sie damit einer Mehrheit in der Bevölkerung widerspreche. Der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende Rüttgers führte an, Merkel spreche ja nicht von uneingeschränkter Solidarität. Aber es gehe bei einem Regime wie dem unter Saddam Hussein um die internationale Sicherheit. Der brandenburgische CDU-Landesvorsitzende Schönbohm kritisierte die Kritiker: "Wir müssen endlich einmal wegkommen von dieser Gefühlsbetroffenheit." In Peking sagte der CSU-Vorsitzende Stoiber, er bedauere es "zutiefst", daß die Entwaffnung des Iraks nicht mit einem Beschluß des Weltsicherheitsrats möglich gewesen sei. Beide Seiten hätten es an Kompromißbereitschaft fehlen lassen. (Siehe Seite 4.)