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Die Krise erreicht den Immobilienmarkt

30.10.2008 ·  Die Schließung mehrerer offener Immobilienfonds alarmiert die Branche. Doch gibt es noch Wachstumsregionen - sagt LaSalle.

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jfr. FRANKFURT, 30. Oktober. Bisher hat es die Immobilienbranche in Deutschland mit einem Achelzucken hingenommen, dass die Kurse von Immobilienaktien abgestürzt sind - einige von 50 und 35 Euro auf nur noch 2 bis 3 Euro. Sie haben eine zu geringe Marktbedeutung. Doch jetzt alarmieren Meldungen über die Schließung mehrerer offener Immobilienfonds, wie KanAm, Axa, SEB und TMW. Die Rücknahme der Anteilscheine einiger ihrer Fonds ist aufgrund von Liquiditätsnöten vorübergehend ausgesetzt worden. Das erinnert so manchen Beobachter an die Situation von 2006, als eine Flucht aus den offenen Fonds einsetzte und einige Fonds zum ersten Mal vorübergehend geschlossen werden mussten. Heute ist die Situation eine ganz andere, doch wird befürchtet, dass einige Fonds auf den Auslandsmärkten zu Höchstpreisen gekauft haben und angesichts der drohenden Krise auf den Büromärkten der Welt deftige Wertberichtigungen eintreten könnten.

In solchen turbulenten Zeiten einen Blick nach vorn werfen zu wollen, ist nahezu unmöglich. LaSalle Investment Management, eine Tochtergesellschaft des Immobilienkonzerns Jones Lang LaSalle, Chicago, versucht es trotzdem. Sie veröffentlicht seit zehn Jahren regelmäßig ihren "European Regional Economic Growth Index" (E-Regi), um die Chancen von 278 Regionen in 27 europäischen Ländern auszuloten. Die dabei zugrunde gelegten Daten stammen aus den vergangenen Monaten, so dass die jüngsten Ereignisse - wie der Zusammenbruch der Autokonjunktur - gesondert berücksichtigt werden müssen, wie Claus P. Thomas, Geschäftsführer der LaSalle Investment Management GmbH, München, anlässlich der Vorstellung des LaSalle "E-Regi 2008" sagte.

Vierzehn unterschiedliche Kriterien - darunter die Wachstumserwartungen, die Kaufkraft und das Geschäftsumfeld - sollen die Perspektiven der Metropolen verdeutlichen. Und hier zeigt sich der deutsche Markt erstaunlich robust. Von 15 deutschen Städten haben es immerhin fünf in die Spitzenliga der ersten zwanzig geschafft. München steht sogar auf Platz 3, Stuttgart auf Platz 6, Frankfurt steht auf Platz 12, hinter Mannheim-Karlsruhe. Köln-Bonn folgen auf Platz 13. Dass London in Europa unverändert an der Spitze steht, wundert nicht - obwohl die Stadt an der Themse als Verlierer des Jahres gilt. Paris folgt auf Platz 2. Die Rangfolge ist für Investoren wichtig; sie ist ein quantitatives Analyseinstrument, das zur Ergänzung qualifizierender Einschätzungen der Immobilienmärkte in Europa gesehen werden muss. Diese aktuellen Einschätzungen können den Wert der Untersuchung freilich ad absurdum führen, auch wenn sich, wie Thomas sagte, die Fundamentaldaten nicht so schnell und so gravierend verschieben, wie sich die Stimmung auf den Märkten eintrübt. Thomas schließt einen Notverkaufsmarkt mit deutlichen Abschlägen nicht aus. Noch deutlicher wurde er mit Blick auf Immobilienaktien. Auf diesem in absurde Kurstiefen gerissenen Markt sei es bei großen Fremdkapitalproblemen schon heute möglich, zu Discountpreisen an attraktive Portfolien heranzukommen - auch wenn Aktien angesichts der dramatischen Kursverluste auf absehbare Zeit für viele Investoren als verbrannte Erde gelten dürften. Thomas verwaltet für LaSalle zahlreiche Kundenkonten und Immobilienfonds für Großkunden, darunter 20 Milliarden Euro für ein gutes Dutzend europäischer Fonds in Luxemburger und britischen Rechtsformen. International verwaltet LaSalle mehr als 50 Milliarden Dollar für seine Fondskunden.

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