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Griechenland verlängert Frist für Rückkauf

Das Ziel von 30 Milliarden Euro ist offenbar doch nicht erreicht worden

tp./bes. ROM/LONDON, 10. Dezember. Griechenlands Agentur für die Verwaltung der Staatsschulden hat überraschend am Montag die Angebotsfrist für den Rückkauf von griechischen Staatsschulden noch einmal verlängert. Die Inhaber von griechischen Staatstiteln, Fonds und Banken, haben nun noch bis zum heutigen Dienstag, 11. Dezember, die Gelegenheit, verschiedene Papiere zu Werten zwischen 30 und 40 Prozent des Nennwertes zum Rückkauf anzubieten.

Ursprünglich war die Frist am Freitag abgelaufen, und es hatte geheißen, es gebe keine Verlängerung. Griechische Zeitungen hatten schon am Samstag gemeldet, die Rückkaufaktion sei ein Erfolg, es seien Gebote für 31 bis 32 Milliarden Euro eingegangen, zu etwa der Hälfte von lokalen griechischen Banken und zur Hälfte von Hedgefonds. Nun heißt es dagegen, zum Erreichen des Ziels müssten noch einmal Titel von 4 Milliarden Euro aufgekauft werden. Ob der Zielwert nun bei 31 oder 34 Milliarden Euro liegt, ist unklar. Die unschlüssige oder lückenhafte Kommunikation sorgte außerhalb der Fachkreise für Überraschung. In der Fachwelt der Londoner City wurde die Verlängerung der Fristen dagegen als völlig normal angesehen. Die griechischen Schuldenverwalter bewegten sich schließlich nur in Absprache mit den von ihnen beauftragten Banken.

Dass am Ende das Schuldenrückkaufprogramm mit Erfolg abgeschlossen werde, wurde sowohl in Brüssel als auch in Berlin als hoffnungsvoller Wunsch geäußert. Das Programm dient zusammen mit der Fristverlängerung für die Laufzeit von Staatstiteln dazu, die Schuldenlast Griechenlands zu reduzieren. Griechenland wendet für den Rückkauf der Titel von rund 30 Milliarden Euro nur den - geliehenen - Betrag von 10 Milliarden Euro auf und verringert damit seine Staatsschuld um 20 Milliarden Euro oder 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Damit kommen Griechenland und Europa den Forderungen des Internationalen Währungsfonds entgegen, der eine Auszahlung seiner Anteile an den Rettungskrediten von einer Verringerung der griechischen Schuldenlasten abhängig gemacht hatte. Offen bleibt nun, ob nicht durch die Beteiligung griechischer Banken am Programm neue Lücken in den Bankbilanzen entstehen, denn bei den Banken entsteht womöglich neuer Abschreibungsbedarf.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 10.12.2012, 17:30 Uhr