09.07.2006 · Mitglieder der Bundesregierung sollen in absehbarer Zeit mit moderneren Flugzeugen ihre Dienstreisen antreten können. Nach einigen Pannen, abgesagten oder unterbrochenen Flügen mit dem gegenwärtigen Fuhrpark der Flugbereitschaft sollen demnächst zwei große und vier kleinere Maschinen neu angeschafft werden.
Mitglieder der Bundesregierung sollen in absehbarer Zeit mit moderneren Flugzeugen ihre Dienstreisen antreten können. Nach einigen Pannen, abgesagten oder unterbrochenen Flügen mit dem gegenwärtigen Fuhrpark der Flugbereitschaft sollen demnächst zwei große und vier kleinere Maschinen neu angeschafft werden.
Die Flugbereitschaft, die den Bundespräsidenten, die Bundeskanzlerin oder den Außenminister und ihre jeweiligen Delegationen zu politischen Treffen in alle Welt fliegt, stützt sich derzeit zum Teil auf eine Maschine, die noch von der DDR-Führung unter Erich Honecker angeschafft wurde. Die sechs kleineren Bombardier- „Challenger“-Maschinen sind etwa 20 Jahre alt. Hinzu kommen drei Hubschrauber vom Typ „Cougar“. Die Gesamtzahl der Fluggeräte der Flugbereitschaft inklusive der militärisch genutzten Airbus A310 wurde seit 1996, trotz wachsender internationaler Verpflichtungen Deutschlands, von mehr als vierzig auf derzeit sechzehn vermindert.
Die großen, militärisch genutzten Airbus-Flugzeuge sind seit 2002 im Dauereinsatz zwischen Deutschland und Usbekistan, um Soldatinnen und Soldaten der Afghanistan-Schutztruppe (Isaf) zu transportieren. Eine Panne seines Flugzeugs hatte etwa dazu geführt, daß Verteidigungsminister Jung (CDU) von seinem Antrittsbesuch bei seinem britischen Kollegen nicht mehr zurückkonnte, ehe ein Ersatzflugzeug nach London kam.
Der damalige Außenminister Fischer (Grüne) erschrak im vergangenen Jahr, als durch seine eben von Berlin gestartete „Challenger“ Rauchschwaden zogen. Sauerstoffmasken fielen herunter, der Pilot funkte Notsignale, die Maschine kehrte um. Ursache des Zwischenfalls war ein fehlgeleitetes Enteisungsmittel. Nach Angaben der Zeitschrift „Der Spiegel“ habe das Kabinett die Neuanschaffungen beschlossen.
Verteidigungsminister Jung (CDU) und Finanzminister Steinbrück (SPD) sollen bis zum Ende der Sommerpause einen Finanzierungsplan für die Neuanschaffungen vorlegen. Jung habe gebeten, daß sich alle Ressorts an der Finanzierung der etwa zweihundert Millionen Euro teuren Anschaffungen beteiligen. Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums bestätigte am Sonntag nur, daß vergangene Woche „am Rande des Kabinetts“ über das Thema geredet worden sei. Es bestünde schon lange Einigkeit darüber, „daß da etwas getan werden muß“.