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Walter Becker Ein zeitloses Projekt namens Steely Dan

14.02.2010 ·  Steely Dan waren mehr und gleichzeitig weniger als eine Band: mehr auf Grund der Perfektion ihrer Musik; weniger, weil sie praktisch nie live auftraten und als ausübende Musiker hinter dem Konzept, das Steely Dan waren, verschwanden.

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Steely Dan waren mehr und gleichzeitig weniger als eine Band: mehr auf Grund der Perfektion ihrer Musik; weniger, weil sie praktisch nie live auftraten und als ausübende Musiker hinter dem Konzept, das Steely Dan waren, verschwanden. Donald Fagen und Walter Becker hatten es dabei nicht nötig, in Kellern, Garagen oder billigen Clubs zu reifen; ihr späterer Plattenproduzent Gary Katz holte die gebürtigen New Yorker als (am Bard College) bereits komplett ausgebildete Komponisten zu ABC/Dunhill nach Los Angeles, wo sie allerdings feststellten, dass es für ihre vertrackte, distanzierte Musik im Westcoast-Milieu kaum geeignete Interpreten gab und sie am besten, unterstützt von wechselnden, extrem versierten Studiomusikern, selbst spielten: Fagen an der Orgel und den Keyboards, Becker sehr minimalistisch an Bass und Gitarre.

Das Debüt "Can't Buy A Thrill" (1972) war, mit der Single "Do It Again", in seinem überwältigenden Pop-Eklektizismus ein Missverständnis; von da an machten sie eigentlich nur noch Jazz-Platten (oft mit einer kommerziellen Pop-Rosine darin), bei denen sich der Aufwand an Zeit, Geld und Nerven in Form von Kritiker-Wertschätzung und beachtlichen Verkäufen bezahlt machte. So wurden Steely Dan eine der wichtigsten Bands des Jahrzehnts, die aber kaum jemand näher kannte. Als "Gaucho" (1980) herauskam, war Fagen in psychiatrischer Behandlung und Becker heroinsüchtig. Becker floh nach Hawaii, züchtete dort Avocados und sah nur noch sehr gelegentlich ein Studio von innen. Man produzierte sich gegenseitig, wobei Beckers Platten "11 Tracks Of Whack" (1994) und "Circus Money" (2008) einen Tick mitreißender klangen als die fast schon zu durchdachten Fagen-Platten und statt der früher oft etwas ironisch-kryptischen Lyrik jede Menge Sympathieerklärungen für gescheiterte Existenzen bereithielten.

Das Wiedervereinigungsalbum "Two Against Nature" (2000) stach mit vier Grammys prominenteste Hip-Hopper aus und war nicht nur deswegen ein Triumph altersloser, an Swing, Funk und Rhythm & Blues orientierter, wie immer makelloser Musik. Als Becker und Fagen in die Hall of Fame eingeführt wurden, benahmen sie sich so würdevoll, als wären sie in die Jahre gekommene Orchesterleiter - die sie ja sind. Bis heute ist wenig Persönliches von ihnen bekannt; von Walter Becker immerhin so viel, dass er am kommenden Samstag sechzig wird. edo.

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