27.07.2009 · Eine Dokumentation über die Dekadenz der italienischen Gesellschaft ist von den Filmfestspielen in Venedig aussortiert worden. "Videocrazy" des aus Bergmano stammenden, aber seit vielen Jahren in Schweden lebenden Erik Gandini widmet ...
Eine Dokumentation über die Dekadenz der italienischen Gesellschaft ist von den Filmfestspielen in Venedig aussortiert worden. "Videocrazy" des aus Bergmano stammenden, aber seit vielen Jahren in Schweden lebenden Erik Gandini widmet sich den obszönen und billigen Massenproduktionen, mit denen erst Berlusconis Sender, später auch die staatliche Rai die Mentalität einer ganzen Nation veränderten. "In einer Videokratie", so der Autor, "sind die Bilder der Schlüssel zur Macht". Insofern sei der Film kein Werk über Berlusconi, sondern über das Italien, das er sich nach seinem Bilde geformt hat. Nach der Aussortierung hat sich die unabhängige Reihe "Settimana internazionale della critica" des achtzigminütigen Films angenommen. Gandinis "Studie über die anthropologischen Mutationen durchs Fernsehen", so die Tageszeitung "Corriere della sera", ist nun wenigstens am Rande der Festspiele am 3. September am Lido zu sehen. Nach dieser Weltpremiere wird der Film bei den Festspielen in Toronto gezeigt - ganz offiziell. dsch