24.05.2010 · Ein Pekinger Dozent, der Mao Tse-tung den größten Tyrannen der Geschichte genannt hat, ist von seinen Vorgesetzten zur "Selbstbesinnung" aufgefordert worden. Der Videomitschnitt einer Vorlesung über die Kulturrevolution hatte im Internet Aufsehen erregt.
Ein Pekinger Dozent, der Mao Tse-tung den größten Tyrannen der Geschichte genannt hat, ist von seinen Vorgesetzten zur "Selbstbesinnung" aufgefordert worden. Der Videomitschnitt einer Vorlesung über die Kulturrevolution hatte im Internet Aufsehen erregt. Der Geschichtsdidaktiker Yuan Tengfei verglich hier das Mao-Mausoleum in Peking mit dem japanischen Yasukuni-Schrein; Mao sei "ein Schlächter, dem das Blut des Volkes an den Händen klebt". Das einzig Gute, was er nach 1949 getan habe, sei es gewesen zu sterben. Während viele Kommentatoren die in China selten scharfen Formulierungen begrüßten, beschimpften andere den Dozenten als Verräter. Ein Beschwerdebrief auf der Website des Pekinger Bezirks, in dem Yuan Tengfei Lehrer ausbildet, bezeichnete seine Sicht der Geschichte als "idealistisch, reaktionär und gefährlich". Laut einem Bericht der Tageszeitung "Nanfang Dushibao" hat der Dozent nun eine "kritische Unterrichtung" durch das Erziehungskomitee des Bezirks empfangen. Yuan Tengfei, der mehrere Schulbücher verfasst hat, ist in China vor allem wegen seiner im staatlichen Fernsehen ausgestrahlten Vorlesungen über die Geschichte der Song-Dynastie bekannt. Die Pekinger Polizei dementierte das Gerücht, dass er verhaftet worden sei. Si.