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Mehr Mitgefühl und Verzeihung

24.02.2010 ·  Zum Artikel "Erschrocken" (F.A.Z.-Feuilleton vom 24. Februar): Ich bin katholischer Christ und teile nicht immer die Meinung von Frau Bischöfin Margot Käßmann; es hält mich jedoch nicht davon ab, ihr menschlich in dieser Situation beizustehen.

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Zum Artikel "Erschrocken" (F.A.Z.-Feuilleton vom 24. Februar): Ich bin katholischer Christ und teile nicht immer die Meinung von Frau Bischöfin Margot Käßmann; es hält mich jedoch nicht davon ab, ihr menschlich in dieser Situation beizustehen. Sicherlich ist es ein besonders schwerwiegender Fall, in betrunkenem Zustand Auto zu fahren, vor allem wenn man bedenkt, welcher Schaden damit an anderen Menschen angerichtet werden kann.

Das wird Frau Käßmann wohl selber wissen, und ich gehe davon aus, dass sie sich für diesen Vorfall auch wirklich schämt. Ihr aber mit Bibelzitaten zu drohen, halte ich für reichlich pharisäerhaft; hat der Autor des Artikels noch nie etwas Verwerfliches unternommen? Hat er noch nie im Evangelium von Lukas aus weiter gelesen bis zu Johannes, 8,7: ". . . Wer von Euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie"? Sicherlich haben die Kirchen einen hohen Anspruch an das Verhalten ihrer Mitglieder; da aber überall Menschen diese Kirche bilden, wird es auch immer wieder zu Fehlern und sündhaftem Verhalten kommen. Anklage ist in unserer heutigen Gesellschaft schnell ausgesprochen, für Mitgefühl und Verzeihung dagegen immer weniger Raum vorhanden. Die F.A.Z täte gut daran, sich nicht in diesen allgemeinen Trend einzureihen.

Thomas Mickler, Habitzheim

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