26.04.2010 · Weiter Streit um Elbphilharmonie
Der Baukonzern Hochtief hat den Ingenieur und Experten für Bauprojektabwicklung Franz-Josef Schlapka verklagt. Der Konzern will Schlapka untersagen lassen, Äußerungen aus einem Interview mit "Spiegel-Online", in dem er Hochtief für die Kostenexplosion (derzeit 320 Millionen Euro) beim Bau der Hamburger Elbphilharmonie verantwortlich machte, zu wiederholen. Schlapka war von der Hamburger SPD-Fraktion mit einem Gutachten zur Elbphilharmonie beauftragt worden. In besagtem Interview äußerte er unter anderem, in der Bauindustrie sei es üblich, bewusst niedrige Angebote abzugeben und Gewinne aus Nachforderungen zu ziehen. Schon im Jahr 2000 hatte er öffentlich vor dem enorm kostensteigernden Missverhältnis zwischen "zunehmend phantasievoller Architektur" und der "schrumpfenden Qualifizierung vieler Bauleiter" gewarnt. Der Kölner U-Bahn-Bauskandal ebenso wie der technisch enorm anspruchsvolle Entwurf der Hamburger Philharmonie scheinen seine Bedenken in jüngster Zeit zu bestätigen. F.A.Z.