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Fragen über Fragen zur Lehrerausbildung

12.08.2009 ·  In der Seite "Bildungswelten" der F.A.Z. vom 6. August wird über die neuesten Versuche in der Lehrerausbildung für Gymnasiallehrer berichtet, so wie die Didaktiker sie sich vorstellen. Da es sich dabei um ein besonders schwieriges ...

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In der Seite "Bildungswelten" der F.A.Z. vom 6. August wird über die neuesten Versuche in der Lehrerausbildung für Gymnasiallehrer berichtet, so wie die Didaktiker sie sich vorstellen. Da es sich dabei um ein besonders schwieriges und bedeutendes Problem handelt, müssen natürlich Mittel und Stellen in entsprechendem Umfang zur Verfügung gestellt werden: 13 Professuren in der "School of Education" in der TUM. Hier deutet übrigens schon der englische Name den hohen wissenschaftlichen Rang der neuen Fakultät an. Zehn Millionen Euro Luxusausstattung für den Lehrstuhl für Bildungsforschung sind sicherlich mehr als gerechtfertigt, weil es historisch belegt ist, dass die Suche nach dem "Nürnberger Trichter" - das zentrale Problem der Didaktik - außerordentlich schwierig ist.

Angesichts dieser massiven Forschungsinitiative ergeben sich fast zwangsläufig eine Reihe von Fragen: Wie kommt es, dass in allen westlichen Ländern angesichts der früheren mehr als dürftigen didaktischen Ausbildung der Gymnasiallehrer der Kenntnisstand der Abiturienten vor 30 oder 50 Jahren im Mittel wesentlich höher war als heute? Wie konnte es Sachsen und Thüringen - zwei Bundesländer, die didaktisches Notstandsgebiet sind - gelingen, im letzten Ländervergleich bei der Qualität der Gymnasialausbildung die beiden bisherigen Musterländle Bayern und Baden-Württemberg von den ersten Plätzen zu verdrängen? Warum sind die meisten Bildungsmethoden der Didaktiker nicht wenigstens evidenzbasiert wie in der Medizin? Warum soll speziell bei Lehramtsstudenten Motivation und Eignung (per Internet) getestet werden, warum nicht auch bei Medizinern, Juristen, Ministerialräten, Didaktikern und Eltern, die doch alle einen viel stärkeren Einfluss auf die Gesellschaft haben als Gymnasiallehrer? Welche experimentellen Beweise gibt es dafür, dass man Kontaktfreudigkeit, Redegewandtheit und all die anderen wesentlichen Eigenschaften eines Lehrers, die in dem Artikel von Gerd Neuhaus (F.A.Z. vom 9. Juli) so glänzend geschildert werden, durch didaktische Methoden wesentlich verbessern kann? Warum befürworten Didaktiker die Einführung von naturwissenschaftlichen Beispielen und Methoden im Kindergarten (und fordern damit wohl implizit einen B.A. in Natural Science für Kindergärtnerinnen), wenn gleichzeitig die Mehrheit der Schüler auf dem Gymnasium keinen oder nur einen völlig unzureichenden Unterricht in den Naturwissenschaften erhält?

Professor Dr. Dieter Pumplün, Fernuniversität in Hagen

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