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Er will kein Copyright auf Peanuts

18.09.2008 ·  Finanzkrise: Bei "Hart aber fair" gab Hilmar Kopper den Ton an, klar wurde wenig

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Morgan Stanley? Seit gestern faktisch Geschichte. Doch am Abend zuvor wurde in Frank Plasbergs "Hart aber fair" dieser jüngste Fall (im doppelten Sinne) einer Investmentbank bereits angekündigt: vom Unternehmensberater Ulrich Stockheim. Es gehört aber auch keine große prognostische Kraft mehr dazu, das Schlimmste vorauszusagen. Spannend wäre das Wagnis einer Liste der Banken, die halbwegs unbeschadet aus dem Marktdesaster hervorgehen werden.

Die Deutsche Bank soll dazugehören. Zumindest wenn man ihrem ehemaligen Vorstandssprecher und Aufsichtsratschef Hilmar Kopper glauben mag. Was hätte Plasbergs Sendung ohne diesen Gast gemacht, der zuvor gar nicht angekündigt worden war? Mit seinen dreiundsiebzig Jahren riss Kopper die Gesprächsrunde in "Hart aber fair" gleich an sich, und es war wohl die einzige Form von Altersmilde, die er zeigte, als er sich in der zweiten Hälfte etwas zurückhielt. Jedenfalls war mit seinem Erscheinen die eigentlich Stockheim zugedachte Rolle als Verteidiger des Bankgewerbes neu vergeben. Kopper trat auf als Wirtschaftsfachmann alter Schule, der sein eigenes Vermögen in "etwas Aktien, ein paar Fonds und vor allem festverzinsliche Wertpapiere" angelegt hat - "kein einziges Zertifikat!" Kein Wunder, dass am Schluss seine beiden härtesten Gegenspieler in der Runde, der Bremer Wirtschaftwissenschaftler Rudolf Hickel und die ARD-Börsenexpertin Anja Kohl, ihm ihr Kapital anvertraut hätten, wenn es darum gehen sollte, es solide anzulegen. Aber warum handelten die Banken nicht auch so, wie es Kopper als eines ihrer Aushängeschilder tut?

Was jenseits allen Geredes von Renditen und Garant-Anleihen einer Debatte wie bei Frank Plasberg unverfügbar und damit wenigstens als feste Größe bleibt, ist die Moral. Man kann es nicht anders als unmoralisch nennen, wenn ein Bankenchef jene Anleiheformen scheut, die seine Untergebenen munter an die Kundschaft verscherbeln - es sei denn, dieser Chef wüsste nicht, was am Schalter passiert, oder die Bankangestellten kennten die erfolgreicheren Alternativen nicht. Beides wären gute Gründe für einen Kunden, die Bank zu wechseln. Fragt sich derzeit nur, wohin. Hans Eichel, ehemaliger Bundesfinanzminister, kündigte an, nur "meiner Sparkasse" zu vertrauen. Aber der Glaube an die prinzipielle Überlegenheit des staatlichen Bankensektors ist - siehe "Deutschlands dümmste Bank" ("Bild" über die KfW) - genauso Illusion wie Koppers pauschale Aburteilung dieser den privaten Kreditinstituten unerwünschten Konkurrenz.

Das Finanzgeschehen ist eine undurchsichtige Welt, und diesmal ist es Frank Plasberg nicht geglückt, sie durchschaubarer zu machen. Das hatte vor allem mit den tausend Nebenaspekten zu tun, die zur Sprache kamen. Aus den Zuschaueranfragen war dann vor allem Angst zu spüren. Dabei waren die im Laufe des Tages eingegangen und konnten also die neuesten Schreckensnachrichten gar nicht kennen, die in "Hart aber fair" schon debattiert wurden. Zurzeit dürfen wir wohl jeden Moment mit neuen Katastrophen rechnen. Fast möchte man angesichts des Ausmaßes Kopper dessen berüchtigte "Peanuts" nachträglich vergeben, über die hier einmal kurz gewitzelt wurden. Darauf halte er ein Copyright, versicherte der Banker. Warum nicht gleich ein Kopperright? Wenigstens da behielte dann einer aus der Branche recht. ANDREAS PLATTHAUS

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