08.09.2008 · Die Spekulation auf ein möglicherweise bevorstehendes Ende der Finanzkrise hat am Montag an den europäischen Aktienmärkten für einen kräftigen Kursanstieg gesorgt. Ausgelöst wurde die Hausse von der vollzogenen Verstaatlichung der ...
Die Spekulation auf ein möglicherweise bevorstehendes Ende der Finanzkrise hat am Montag an den europäischen Aktienmärkten für einen kräftigen Kursanstieg gesorgt. Ausgelöst wurde die Hausse von der vollzogenen Verstaatlichung der beiden amerikanischen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac. Dies sei für die Unternehmen der Anfang vom Ende des Problems, sagte Lucy MacDonald vom Londoner Vermögensverwalter RCM. Finanzaktien verzeichneten vor diesem Hintergrund einen erstaunlichen Kursschub. Der entsprechende Euro-Stoxx-Branchenindex legte bis zum Handelsschluss um 5,9 Prozent zu. Für den Euro-Stoxx-50-Index, in dem die wichtigsten Standardwerte aus dem Euro-Raum zusammengefasst sind, betrug der Anstieg immerhin noch 3,1 Prozent auf 3284 Punkte.
In Frankfurt legte der Deutsche Aktienindex Dax um 2,2 Prozent auf 6264 Punkte zu. Titel der Deutschen Bank waren mit einem Kursanstieg von 6,2 Prozent Gewinner des Tages. Der Kurs des Börsenschwergewichts Allianz legte um 4,6 Prozent zu. Nach einer Heraufstufung durch UBS-Analysten verteuerten sich Titel des Autokonzerns BMW um 4,1 Prozent.
In London sorgte ein Computerfehler an der Börse für die längste Handelsunterbrechung seit mehr als acht Jahren. Von etwa 10 Uhr an konnten keine Aufträge mehr verarbeitet werden, teilte eine Sprecherin mit. Erst am Abend waren wieder erste Transaktionen über die Börse möglich. Schließlich lag der FTSE-100-Index mit 5446 Punkten 3,9 Prozent über dem Schlussstand vom Freitag. Auch in der City zählten Finanzwerte zu den besonders festen Titeln - darunter die Aktien von HBOS, deren Kurs um 11 Prozent zulegte. Die Aktienkurse der Großbanken Royal Bank of Scotland und Barclays stiegen ebenfalls zweistellig.
In Zürich schloss der SMI-Index mit 7177 Punkten 2,9 Prozent im Plus. Titel von UBS und Credit Suisse gewannen jeweils 8 Prozent. Für Schweizer Finanzaktien sei die Rettung von Fannie Mae und Freddie Mac geradezu ein Atemzug frischer Luft, sagte Aktienhändler Adrian Brunner von der Bank Vontobel.
In Paris stieg der CAC-40-Index um 3,4 Prozent auf 4340 Punkte. Banken und Versicherer verzeichneten im europäischen Trend eine kräftige Kurserholung. Die Titel des Versicherers Axa und der Dexia-Bank ragten dabei mit Kurszuschlägen von 13 beziehungsweise 11 Prozent heraus. Unwesentlich dahinter kamen schon die Großbanken Credit Agricole, Société Générale und BNP Paribas mit einem Kursanstieg von rund 8 Prozent.
An der Wall Street in New York hat die angekündigte Übernahme der angeschlagenen Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac durch die amerikanische Regierung den Leitindex Dow Jones Industrial am Montag deutlich ins Plus getrieben. Washington will mit der Intervention eine bedrohliche Krise des Finanzmarktes vermeiden. Marktteilnehmer sehen hierdurch die Hoffnung auf eine Entspannung und Belebung an den Kreditmärkten genährt. Der Dow Jones Industrial Index schloss mit plus 2,58 Prozent auf 11 510,74 Punkten. Für den marktbreiten S & P-500-Index ging es um 2,05 Prozent auf 1267,79 Zähler hoch. An der Nasdaq konnte der Composite-Index sich von seinen Verlusten im Handelsverlauf erholen und ging mit plus 0,62 Prozent auf 2269,76 Punkte aus dem Handel. Der Nasdaq 100 konnte die Verluste nicht ganz abbauen und schloss mit minus 0,30 Prozent auf 1762,95 Zähler. sfu./Bloomberg