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Emig fristlos entlassen und geständig

14.07.2005 ·  lüc. FRANKFURT. Der Hessische Rundfunk hat seinen früheren Sportchef Jürgen Emig fristlos entlassen. Grundlage für die Verdachtskündigung war der Verdacht der Staatsanwaltschaft, daß "killinger productions" - die Agentur der Emig-Ehefrau ...

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lüc. FRANKFURT. Der Hessische Rundfunk hat seinen früheren Sportchef Jürgen Emig fristlos entlassen. Grundlage für die Verdachtskündigung war der Verdacht der Staatsanwaltschaft, daß "killinger productions" - die Agentur der Emig-Ehefrau Atlanta Killinger - stiller Teilhaber der Kelkheimer Marketing-Agentur SMPGmbH gewesen sein soll, die Emigs Freund und Geschäftspartner Harald Frahm gehört. Auf diese Weise sollen Gewinne, die SMP aufgrund der Vermittlungstätigkeit Emigs machte, über die Firma seiner Frau indirekt an ihn zurückgeflossen sein. Am Zustandekommen der SMPGmbH soll Emig ebenfalls aktiv beteiligt gewesen sein.

Hatte der Sportjournalist nach den Angaben der Frankfurter Staatsanwaltschaft sich bislang wenig kooperativ gezeigt, so legte er gestern ein Teilgeständnis ab. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte einen entsprechenden Bericht von "Focus Online", dem zufolge Emig seinen früheren Partner Frahm belaste. Frahm wurde in Haft genommen, ihm wird nun neben Bestechlichkeit auch noch Untreue und Steuerhinterziehung vorgeworfen; Emig sitzt in Weiterstadt ein.

Der Intendant des Hessischen Rundfunks Helmut Reitze sagte im Gespräch mit dieser Zeitung (Seite 49), der Sender habe eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt, Vorschläge für Regelungen zu machen, mit denen ähnliche Fälle von Bestechlichkeit und Untreue künftig vermieden werden können; die Wirtschaftsprüfer dürften zudem Einblick in die Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft nehmen. Reitze sagte, sein Haus brauche auch in Zukunft Produktionskostenzuschüsse für Sportübertragungen. Sie seien legitim, wenn die redaktionelle Unabhängigkeit sichergestellt sei.

Quelle: F.A.Z., 15.07.2005, Nr. 162 / Seite 47
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