09.07.2007 · Schon mit dem Namen der PDS ging es seit Monaten durcheinander. Mal hieß sie, nach der Umbenennung 2005, "Linkspartei", mal wurde sie immer noch PDS genannt, manchmal "Linkspartei/PDS", einige ließen es sich nicht nehmen, sie wirklich beim Namen zu nennen, also SED-Nachfolgepartei.
Schon mit dem Namen der PDS ging es seit Monaten durcheinander. Mal hieß sie, nach der Umbenennung 2005, "Linkspartei", mal wurde sie immer noch PDS genannt, manchmal "Linkspartei/PDS", einige ließen es sich nicht nehmen, sie wirklich beim Namen zu nennen, also SED-Nachfolgepartei. In einzelnen Ländern oder wenn es um die "Linksfraktion" in Bundestag ging, war sie auch schon die "Linke", weil hier die Fusion mit der WASG als Lebensgemeinschaft und "Linksbündnis" schon Wirklichkeit geworden war.
Seit dem Fusionsparteitag vom 18. Juni hat zwar das Durcheinander ein Ende. Es bleibt aber bei der Begriffsverwirrung. Nicht nur der SPD-Vorsitzende Beck hat seine liebe Not mit dem Namen "Die Linke". Der droht nämlich einen Platz zu usurpieren, der bislang der SPD und diversen Bündnispartnern vorbehalten war (unter anderem den Linken, die einen Platz im Grünen gefunden haben). Beck nannte die neue Partei deshalb die "sogenannte" Linke, weil eigentlich nur die Linke so genannt wird.
Im frühen 19. Jahrhundert prägte die Sitzordnung in den französischen Kammern den Begriff. Das liberale Spektrum saß links im Plenum, die Beharrungskräfte saßen rechts, waren deshalb die "Rechten". Die Liberalen wanderten später immer weiter in die Mitte, je mehr Sozialisten, Sozialdemokraten und Kommunisten in die Parlamente kamen - das war fortan "die Linke".
Wie "Die Linke" also nennen, ohne ihr linkes Spiel mitzuspielen, die historische Linke zu vereinnahmen? Manche, wie Beck, nennen sie immer noch die Linkspartei, manche behelfen sich mit Anführungszeichen. Manche nennen sie Sozialisten. Oder Neokommunisten, um "Die Linke" und gleich auch noch die Linke zu ärgern. Denn ganz so links will selbst die Linke nicht sein. (kum.)