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Der Euro gewinnt als Handelswährung an Bedeutung

09.01.2005 ·  Sein Stellenwert an den internationalen Devisen- und Anleihemärkten bleibt stabil

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pwe. FRANKFURT, 9. Januar. Der Euro wird zunehmend als Abrechnungswährung im internationalen Handel vieler Euro-Staaten verwendet. Diesen Schluß zieht die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrem jährlichen Bericht zur internationalen Rolle des Euro. Für andere Bereiche der Verwendung des Euro - beispielsweise als Währungsreserve oder an den Finanzmärkten - berichtet die EZB von einer gewissen Stabilisierung.

Die nach Ansicht der EZB bemerkenswerte Bedeutungszunahme des Euro als Abrechnungswährung zeigt sich vor allem bei den Exporten aus den Euro-Staaten, für die Angaben vorliegen, in Länder außerhalb der Europäischen Währungsunion. Damit sinkt auf kurze Sicht das Wechselkursrisiko der hiesigen Exporteure. Der Anteil des deutschen Güterexports in Nicht-Euro-Staaten, der in Euro abgerechnet wird, hat sich zum Beispiel von 49 Prozent im Jahr 2002 auf 63 Prozent im Jahr 2003 erhöht. Neuere Daten liegen noch nicht vor. Eine geringere Rolle spielt der Euro als Abrechnungswährung im Dienstleistungsbereich und beim Import. Auch in den neuen EU-Staaten gewinnt der Euro als Abrechnungswährung im internationalen Handel, heißt es.

An den Devisenmärkten hat der Euro 2004 gegenüber dem amerikanischen Dollar keinen Boden gutgemacht. Die EZB zitiert vorläufige Ergebnisse der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), wonach im vergangenen Jahr 37 Prozent aller Transaktionen an den Devisenmärkten Käufe oder Verkäufe von Euro waren. Dies sind 0,4 Prozentpunkte weniger als bei der vorherigen BIZ-Untersuchung für das Jahr 2001. Der Dollar war 2004 in 89 Prozent aller Devisenmarkttransaktionen eingebunden. Die Prozentwerte für alle Länder addieren sich zu 200 Prozent, weil ein Devisentausch immer zwei Währungen betrifft.

An den internationalen Anleihe- und Kreditmärkten blieb die anteilige Verwendung des Euro nach der EZB-Studie zuletzt weitgehend stabil. Fünf Jahre nach seiner Einführung hat der Euro einen Anteil am Bestand der internationalen Anleihen von 31 Prozent gewonnen. Zum Beginn der Währungsunion waren es rund 20 Prozent. Die Bedeutung des Euro hier konzentriert sich regional stark um den Euro-Raum.

Die Verwendung des Euro in Staaten außerhalb der Währungsunion blieb nach der EZB-Studie zuletzt weitgehend stabil. Als Reservewährung der Notenbanken und Staaten hielt der Euro 2003 den Anteil von 19,7 Prozent, nach 19,3 Prozent 2002. Die EZB berichtet über Hinweise, daß sich die Verwendung des Euro als Parallelwährung in Ost- und Südosteuropa verstetigt habe.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.01.2005, Nr. 7 / Seite 15
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