19.08.2004 · Nicht nur in Kroatien, auch in Österreich sind die Bären im Kommen. Seit im Jahr 1989 der WWF die in Slowenien gefangene Bärin Mira aussetzte, ist die Population durch Vermehrung und weitere Neuansiedlungen auf mehrere Dutzend gewachsen.
Nicht nur in Kroatien, auch in Österreich sind die Bären im Kommen. Seit im Jahr 1989 der WWF die in Slowenien gefangene Bärin Mira aussetzte, ist die Population durch Vermehrung und weitere Neuansiedlungen auf mehrere Dutzend gewachsen. Die Bauern und Bewohner freut das nicht in gleichem Maße wie die Naturschützer, da die Bären gerne Schafe reißen und sogar Jägern das frischgeschossene Wild vor der Nase wegschnappen. Die latente Feindschaft von Bär und Mensch ist auch der Grund dafür, warum sich in den Pyrenäen ein so großer Widerstand gegen ein Ansiedlungsprojekt gebildet hat - dessen Protagonisten übrigens ebenfalls aus Slowenien stammen. Naturschützer verweisen auf Elektrozäune, Hirten und dressierte Hunde als Abwehrmittel gegen die braune Gefahr. Die Bauern hingegen zählen die Opfer zusammen - und kamen allein auf 37 Schafe, die ein einziger Bär in einer einzigen Nacht gerissen habe. So hat die Aufregung bisher die Freisetzung dreier weiterer Bären aus Slowenien verhindert. Auch im italienischen Trentino hat man 1999 Bären freigelassen - bis in die Schweiz sind sie noch nicht gelangt. Bei allem gegenseitigen Respekt: Die Anwesenheit des Menschen scheint den Bären manchmal sogar zu nützen. Am Mittwoch überraschte der "New Scientist" mit der Meldung, daß lärmende Touristen helfen, den Bestand an Braunbären zu erhalten. Der Krach vertreibt die aggressiven Männchen von begehrten Futterplätzen, so daß die Weibchen mit ihren Jungen in Ruhe fressen können, ohne Angriffe auf den Nachwuchs befürchten zu müssen. Die Biologen Owen Nevin und Barrie Gilbert von der Staatsuniversität von Utah in Logan entdeckten das Verhalten, als sie Braunbären in Kanada beobachteten. Viele Tierarten fühlen sich durch Touristen beim Fressen, bei der Partnersuche oder der Aufzucht der Jungen gestört - besonders, wenn der Mensch mit seinen beiden fürchterlichsten Waffen anrückt, dem Feuer und dem Rad. Die Tiere magern ab oder produzieren keinen Nachwuchs mehr. Für die Bärinnen waren die Geräusche wohl eine Art Signal, das ihnen anzeigte, daß keine gefährlichen Männchen an den Futterstellen zu erwarten waren. Touristen können den Bären wirklich nutzen - zum Beispiel auch, indem sie ihnen etwas zum Essen und Trinken mitbringen. So kam im amerikanischen Urlaubsgebiet Baker Lake im Bundesstaat Washington vor einigen Tagen ein Schwarzbär zu kühlem Bier: Er hatte die Kühlbox eines Campers geöffnet und 36 Dosen entwendet. Mit Zähnen und Klauen öffnete er die Dosen - jedoch nur eine der Marke "Busch" und mehrere der Firma "Rainier", die ihm besser bekamen. Von dem Baum, auf dem er seinen Rausch ausschlief, war er nur mit zwei geöffneten Dosen "Rainier" in einen Käfig zu locken. (F.A.Z.)