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Veröffentlicht: 08.10.2012, 23:22 Uhr

A661 bei Frankfurt Tunnel für 140 Millionen Euro plus x

Der Frankfurter Osten leidet unter Autobahnlärm. Nun liegt ein Gutachten zum Lärmschutz an der A 661 vor, der eine Volleinhausung vorsieht. Der Riederwaldtunnel müsste umgeplant werden.

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© Bürp Grontmij Die A661 verläuft zwischen Bornheim und Seckback - das Foto ist von Norden aufgenommen und zeigt das Ende des Galeriebauwerks Seckbach, die Autobahn verläuft weiter gen Süden

Der Frankfurter Osten leidet unter Autobahnlärm. Abhilfe erhoffen sich Anwohner und Bürgerinitiativen, aber auch Kommunalpolitiker von einer Eintunnelung der A 661 sowie eines kurzen Abschnitts der A 66. Eine solche Einhausung ist technisch möglich und würde den Lärm deutlich vermindern. Das geht aus einem Gutachten des Büros Grontmij hervor, das im Frankfurter Römer in einer Sitzung des Verkehrsausschusses vorgestellt worden ist. Die Bauzeit für ein solches Projekt liegt bei 28 Monaten.

Hans Riebsamen Folgen:

Allerdings kostet eine solche Volleinhausung der A 661 zwischen der Talbrücke Seckbach und dem geplanten Autobahndreieck Erlenbruch einschließlich des Stücks der A 66 zwischen Dreieck und Riederwaldtunnel laut Studie 140 Millionen Euro. Dazu kommen 120 bis 145 Millionen für die Einhausung des nördlichen Teil der A 661 im Rahmen eines kürzlich vorgestellten städtebaulichen Rahmenplans. Die Bürgerinitiativen im Frankfurter Norden fordern seit langem diese große Lösung, die Regierungskoalition aus CDU und Grünen hatte vor der Kommunalwahl zugesagt, die Machbarkeit und die Kosten einer vollständigen Einhausung prüfen zu lassen.

Reduzierte zweite Variante...

Weil bei einer Volleinhausung alle Teile des Autobahntunnels einschließlich des Riederwaldtunnels als ein einziges, mehr als drei Kilometer langes Bauwerk gewertet würden, müsste laut Gutachtern der Riederwaldtunnel sicherheitstechnisch neu geplant und neu planfestgestellt werden. Dies dürfte zu Mehrkosten führen, deren Höhe noch nicht abzusehen ist. Auch der nördliche Teil der Einhausung würde teurer, weil auch hier höhere Anforderungen an die Sicherheit in Kraft träten. Zu den genannten 140 Millionen kämen also auf jeden Fall noch einige Millionen Euro an Kosten hinzu.

Die Stadt Frankfurt hat deshalb die Gutachter auch eine reduzierte zweite Variante einer Einhausung durchrechnen lassen. Bei diesem Modell würde der Trog zwischen dem westlichen Mund des Riederwaldtunnels und dem Dreieck Erlenbruch nicht überdacht, sondern nur an beiden Seiten mit Lärmschutzwänden umgeben. In diesem Fall müsste der Riederwaldtunnel zudem nicht umgeplant werden.

...mehr als 40 Millionen Euro günstiger

Für diese Einhausungsversion hat das Büro Grontmij Kosten von 100 Millionen Euro errechnet. Dazu entstehen Zusatzkosten in derzeit nicht festzustellender Höhe für die Anpassung der Einhausung im Norden. Auch mit dieser reduzierten Variante würde der Lärm dem Gutachten zufolge deutlich gemindert. In Bornheim und Seckbach sei wie bei der Variante einer Volleinhausung ein „lärmkonfliktfreies“ Wohnen möglich. Ausgenommen sei hiervon aber das direkte Umfeld des Autobahndreiecks Erlenbruch. Dort würde es deutlich lauter.

Während im Norden die Einhausung der A 661 zwischen Bornheim und Seckbach Platz für einen neuen Stadtteil für 8000 bis 10.000 Einwohner schaffen würde, dürfte die Einhausung des südlichen Teils der Autobahn bis zum Erlenbruch-Dreieck kaum nennenswert Platz für neue Wohnbauten bringen. Eine städtebauliche Aufwertung sei möglich, heißt es in dem Gutachten. Theoretisch könnten die vorhandenen Wohngebiete an ihren Rändern arrondiert werden. Aber ein großer Teil des Areals sei als Grüngürtel ausgewiesen. Dieser darf nicht bebaut werden.

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