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Besser hören : Wann ist es Zeit für ein Hörgerät?

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Je eher ein Hörverlust behandelt wird, desto höher sind die Chancen bald wieder aktiv im Leben zu stehen. Bild: Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH)

Wer beim Hören Probleme hat, sollte sich so früh wie möglich Rat holen. Denn ein vermindertes Gehör wird ohne Behandlung noch schlechter.

          „Was? Wie bitte?“ – Wiederholtes Nachfragen während einer Unterhaltung kann ein erster Hinweis auf eine beginnende Schwerhörigkeit sein. Ist der Hörverlust nicht mehr zu leugnen, überkommt Betroffene oft ein mulmiges Gefühl. Doch ohne Grund, denn die Hörtechnologie hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Der einst hautfarbene, unförmige Haken hinterm Ohr hat sich zu einem vielseitigen Mini-Computer gemausert und bewirkt wahre Wunder. Dazu treten moderne Hörsysteme als schicke Accessoires in trendigen Farben und diskreter Bauform auf. Und doch zögern viele Betroffene, bis sie den ersten Schritt zum Hörakustiker wagen. 

          Keine Scheu vor Hörgeräten

          Nicht selten vergehen zwischen den ersten Anzeichen einer Schwerhörigkeit und der Anpassung eines Hörsystems zehn Jahre. Die Gründe dafür sind vielseitig. Ein beginnender Hörverlust verursacht in der Regel keine Schmerzen und verläuft schleichend. Betroffene erkennen daher nicht sofort, dass mit dem Hören etwas nicht stimmt. Sie horchen erst dann auf, wenn Menschen aus ihrem Umfeld sich über zu laute Fernseher, das überhörte Telefon oder ständiges Nachfragen beklagen. Spätestens dann sollten sie über eine Hörhilfe nachdenken, um wieder aktiv am Leben teilhaben zu können. Aber weit gefehlt! Noch immer ist die Scheu vor einem Hörsystem groß, weil sich viele Menschen mit einer Hörschwäche alt oder weniger leistungsfähig fühlen. Dass ein Hörgerät kein Grund zur Traurigkeit ist, beweisen die vielen jungen Menschen, die von Kindesbeinen an auf eine Hörhilfe angewiesen sind und damit eine hohe Lebensqualität genießen. 

          Fördern Hörgeräte den Hörverlust?

          Ein weiterer Grund, der Menschen vom Tragen einer Hörhilfe abhält, ist das hartnäckige Gerücht, Hörgeräte würden das Ohr verwöhnen und somit schlechtes Hören fördern. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Leistungsfähigkeit des Gehörs hängt nicht von Muskeln ab, die man trainieren könnte, vielmehr laufen beim Hören Hirnleistungsprozesse ab, die auf stetige Nervenimpulse angewiesen sind. Durch eine unversorgte Hörschwäche bleiben solche Reize aus und die Fähigkeit, aus akustischen Signalen Worte zu verstehen, nimmt immer mehr ab. Hält der reizfreie Zustand zu lange an, entsteht eine sogenannte Hörentwöhnung. Der Betroffene verlernt regelrecht das Verstehen und die Toleranz gegenüber erhöhter Lautstärke.

          Mit Hilfe vom Hörakustiker wieder Hören lernen

          Für die tägliche Anpassarbeit des Akustikers bedeutet das: Der hörentwöhnte Proband muss mit einer etwas reduzierten Lautstärke beginnen und dann wieder Schritt für Schritt an die für ihn ungewohnte Lautstärke herangeführt werden. Hörakustiker bei iffland.hören. unterstützen solche Neukunden durch Hör­trainings mit dem System Talis. Es hilft, die Verstehensleistung wiederauf­zubauen, erfordert aber viel Geduld und Einfühlungsvermögen. Ratsamer ist es daher, sich bereits bei den ersten Anzeichen einer Hörminderung an den HNO-Arzt oder Akustiker zu wenden. Kostenlose Hörtests sorgen für Gewissheit und ermöglichen eine frühzeitige Versorgung. „Hören und Verstehen geschieht in der Zusammenarbeit von Ohren und Gehirn. Kommt es hier zu Beeinträchtigungen, wird das gesamte System geschädigt. Je früher Betroffene zu Hörgeräten greifen, desto eher werden Defizite bei der Schallaufnahme ausgeglichen und das Hörzentrum im Gehirn bei der Auswertung des Gehörten unterstützt“, meint Prof. Dr. med. Anke Lesinski-Schiedat vom Deutschen Hörzentrum Hannover (DHZ). Vor diesem Hintergrund rät die Medizinerin, gegenüber Hörhilfen keine falschen Vorurteile aufzubauen. Betroffene tun ihren Ohren mit Hörsystemen wirklich nur etwas Gutes! Die aktuelle Diskussion in der medizinischen Forschung, inwieweit eine unversorgte Hörminderung Demenzerkrankungen fördert, untermauert diesen Rat.

          Weitere Informationen zu kostenlosen Hörtests und individueller Beratung und Anpassung von Hörsystemen erhalten Sie unter: www.iffland-hoeren.de

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