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Bayern München : Helmut Markwort: Die Bayern sind ein Segen

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Helmut Markwort ist Chefredakteur des „Focus” Bild: ddp

Es ist objektiv und subjektiv eine Freude, Anhänger des FC Bayern München zu sein. Entgegen allen oberflächlichen Vorurteilen ist der FCB ein Wohlfühlklub, ein großes kameradschaftliches und soziales Gefüge. Durch Dauerleistung hat er sich die höchste deutsche Form der Anerkennung erworben: den Neid der anderen.

          Es ist objektiv und subjektiv eine Freude, Anhänger des FC Bayern München zu sein. Objektiv, weil der Verein 20 Mal deutscher Meister geworden ist; weil Bayern 13 Mal den Pokal gewonnen hat; weil 74 Spieler in die Nationalmannschaft berufen worden sind; weil der Verein - einsame Spitze - 126.000 Mitglieder hat; weil niemand in den Gremien sich wegen Schulden grämen muss, sondern sich jeder über Guthaben freuen kann. Alle diese Rekorde sind das Ergebnis von konzentrierter, professioneller Anstrengung.

          Subjektiv ist es eine Freude, Anhänger des FC Bayern München zu sein, weil der Verein entgegen allen oberflächlichen Vorurteilen ein Wohlfühlklub ist, ein großes kameradschaftliches und soziales Gefüge. Die sportlichen Erfolge und die solide Finanzlage hat ihm niemand geschenkt. Ich erinnere daran, dass der FC Bayern bei Gründung der Bundesliga nicht zugelassen war und finanzielle Krisen zu überwinden hatte. Dass der FC Bayern München heute ein erstklassiger Markenartikel ist, eine auf dem Globus bekannte Weltmarke, verdankt er der nicht nachlassenden Anstrengung des überwiegend aus dem Klub hervorgegangenen Managements.

          Durch Dauerleistung höchte Form der Anerkennung

          Franz Beckenbauer, Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß haben zusammen mit dem strategischen Rechenkopf Karl Hopfner einen Verein geformt, der sich durch Dauerleistung die höchste deutsche Form der Anerkennung erworben hat, den Neid der anderen. Nehmen wir nur die Bilanz der vergangenen zehn Jahre: siebenmal Meister, zweimal Zweiter und einmal Dritter in der Bundesliga, dazu fünfmal Pokalsieger. Zu fast jedem Heimspiel kommen 69.000 Zuschauer. Sie wollen die Mannschaft sehen und die neue Arena, eines der schönsten und komfortabelsten Stadien der Welt.

          Die Arena ist das prächtige Ergebnis einer Vereinsinitiative, denn die beiden Münchner Klubs haben es vorangetrieben und finanziert - ohne Steuergelder. Derzeit trägt der FC Bayern München die alleinige Verantwortung für das Stadion, das er aus politischen Gründen nicht allein hatte bauen dürfen. Die Bayern füllen aber auch andere Stadien. Trotz Neid und Missgunst muss sich jeder vernünftige Bundesliga-Manager freuen, wenn die Bayern zum Auswärtsspiel anreisen. Sie füllen die Kassen.

          Bekenntnis zu Leistung und Elite

          Noch aus einem anderen Grund ist der FCB ein Segen für den deutschen Fußball: durch seine exzellente Nachwuchsarbeit. Der HSV und Bochum, Mainz und der „Club“, Dortmund und die Eintracht, Köln, der VfB Stuttgart und Gladbach haben schon von Spielern profitiert, die in den Junior-Teams von Bayern München sorgfältig ausgebildet worden sind.

          Charakteristisch ist das Verhältnis des FC Bayern zu seinen Ehemaligen, ziemlich genau das Gegenteil dessen, was den angeblich arroganten Bayern von Oberflächen-Kritikern vorgehalten wird. Die Verantwortlichen des Vereins bekennen sich zu Leistung und Elite, aber sie kümmern sich auch um diejenigen, die an den Erfolgen beteiligt waren. In diesem guten Geist des Vereins liegt ein Geheimnis der Stärke und Verbundenheit.

          Werder fehlen Merkmale zum Spitzenklub

          Wer genauer hinsieht, findet nicht nur die ehemaligen Spitzenspieler Beckenbauer, Rummenigge und Hoeneß an der Spitze des Vereins, sondern auch Sepp Maier beim täglichen Torwarttraining, Gerd Müller beim Nachwuchs, Hansi Pflügler im Merchandising, Reinhold Aumann als Fanbetreuer, Werner Olk im Verwaltungsbeirat und Wolfgang Dremmler als weltweit forschenden Talentsucher. Bei Auswärtsspielen gehören ehemalige Trainer wie Udo Lattek und Dettmar Cramer zur Reisetruppe, und neuerdings ist auch Paul Breitner wieder mit von der Partie.

          Bis Werder Bremen eine Weltmarke wird, fließt noch einiges Wasser die Weser hinunter. Sosehr ich die Arbeit von Klaus Allofs und Thomas Schaaf schätze - bei Werder fehlen noch einige Merkmale zum Spitzenklub, der wegen seiner Erfolge geliebt und gehasst wird. Für Werder wäre es doch schon ein schöner Erfolg, wenn ihnen überall bei ihren Gastspielen ein Lied gesungen würde wie den Bayern. Auch ein Lied wie das von den Lederhosen muss man sich nämlich verdienen - wie den Neid.

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