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Verlagsspezial

: Fördergeld fürs energieeffiziente Eigenheim

Bild: kange_one/fotolia

Für energetische Sanierungen gibt es Fördermittel von Bund, Ländern und zum Teil auch von Gemeinden. Die Anträge müssen stets vor Beginn der Modernisierung gestellt werden.

          Die Behaglichkeit in den eigenen vier Wänden hat sehr viel mit der Raumtemperatur zu tun: Wer es schön warm hat, fühlt sich wohl. Doch mitunter jagen einem die Heizkosten einen kalten Schauer über den Rücken – und dann ist es mit der Behaglichkeit wieder vorbei. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Wärme durch eine veraltete, ineffiziente Heizungsanlage erzeugt wird. Aber auch zugige Fenster und eine fehlende oder mangelhafte Wärmedämmung sorgen dafür, dass viel Wärme verlorengeht.

          Eine energetische Sanierung macht sich in vielen Fällen bezahlt. Wer an seinem Haus die alten zugigen Fenster gegen Dreifachverglasung eintauscht, Fassade, Dach und Kellerdecke professionell dämmt und eine neue Heizungsanlage einbaut, kann im Extremfall bis zu 80 Prozent seiner Energiekosten einsparen. Doch wer durch Dämmung und neue Heiztechnik Geld sparen möchte, muss dafür zunächst welches in die Hand nehmen. Je nachdem welche Maßnahmen im Einzelnen geplant sind, wird ein fünf-, mitunter sogar ein sechsstelliger Betrag fällig. Eine solche Investition will natürlich wohlüberlegt sein.

          Der KFW-Effizienzhausstandard

          Um den Menschen die Entscheidungsfindung zu erleichtern, hat Vater Staat diverse Förderprogramme ins Leben gerufen. In Form von zinsvergünstigten Darlehen und Zuschüssen die die bundeseigene Förderbank KfW, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), die landeseigenen Förderbanken und mancherorts auch die Kommunen zur Verfügung stellen, wird Hauseigentümern bei der notwendigen Investition unter die Arme gegriffen. Grundsätzlich wichtig ist dabei, dass die jeweiligen Förderanträge schon vor Beginn der Modernisierung gestellt werden – sonst sind sie nämlich ungültig.

          Deutschlandweit werden sowohl einzelne Umbaumaßnahmen als auch die Komplettsanierung über das KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“ gefördert. Kredite gibt es bereits ab einem Effektivzins von derzeit 0,75 Prozent, festgeschrieben für zehn Jahre. Wer sein Haus nach dem KfW-Effizienzhausstandard modernisiert, bekommt darüber hinaus noch einen Tilgungszuschuss: Je besser die energetische Sanierung, desto höher fällt die zusätzliche Finanzspritze aus. Bei der höchsten Effizienzklasse gibt es bis zu 12,5 Prozent Tilgungszuschuss. Beantragen muss man die Fördermittel nicht direkt bei der KfW, sondern über seine Hausbank. Und auch wer für die energetische Sanierung seines Hauses keinen Kredit benötigt, kann auf die Unterstützung der Förderbank hoffen: Sie kann nämlich auch in diesem Fall einen Zuschuss gewähren: Für Einzelmaßnahmen gibt es 7,5 Prozent, beim KfW-Effizienzhaus sogar bis zu 20 Prozent auf die förderfähigen Kosten.

          Am schnellsten bezahlt macht es sich in den meisten Fällen, seinen alten Öl- oder Gaskessel durch eine neue Brennwertheizung zu ersetzen. Denn je nach Alter und Effizienz der vorherigen Heizung lässt sich der Brennstoffverbrauch dadurch um bis zu 28 Prozent senken – und entsprechend sinken auch die Heizkosten. Ob sich der Austausch lohnt, zeigt das Energielabel, mit dem der Schornsteinfeger den Heizkessel bei der regelmäßigen Feuerstättenschau versieht: Äußerlich ist das für die Hauseigentümer kostenfreie Label vergleichbar mit jenen, die sich auf Kühlschränken, Geschirrspülern oder Fernsehern finden: Über ein Farbsystem werden die Anlagen in verschiedene Effizienzklassen eingruppiert, von A++ bis hin zur schlechtesten Klasse E.

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