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Anzeigensonderveröffentlichung

: Zweimal Sonne und ein bisschen Öl

Bild: IWO

Solarstrom, Sonnenwärme und Öl-Brennwerttechnik: So sieht das Heizkonzept von Familie Skusa aus Bremerhaven aus. Das spart Geld und CO2-Emissionen. Und zugleich kann das hier zum Tragen kommende Konzept ein wichtiger Baustein für das Gelingen der Energiewende sein.

          Weißer Klinker, schwarzes Dach, roter Schornstein: Das Zweifamilienhaus von Familie Skusa aus Bremerhaven, erbaut im Jahr 1969, wirkt zunächst einmal ziemlich durchschnittlich. Auch dass die Familie ihre Heizungsanlage kürzlich einer Verjüngungskur unterzogen hat, ist bei dem Alter des Eigenheims kein Wunder. Ein hocheffizientes Öl-Brennwertgerät tut jetzt im Keller der Skusas seinen Dienst, unterstützt durch eine Solarthermieanlage auf dem Dach – auch das ist heutzutage eher der Normalfall. Das dritte Element des Heizungskonzepts lässt jedoch aufhorchen: In den 850 Liter fassenden Pufferspeicher der Hybridheizung ist nämlich auch noch ein elektrischer Heizstab integriert. Und der wird mit Strom aus einer 26 Quadratmeter großen Photovoltaikanlage auf dem Garagendach betrieben, um Heizung und Warmwasserbereitung zusätzlich zu unterstützen.

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          Die Öl-Photovoltaik (PV)-Heizung bedient sich der Power-to-Heat-Methode, bei der überschüssiger Strom für die Wärmeversorgung genutzt wird. Denn die Photovoltaikanlage der Skusas erzeugt häufig gerade dann viel Strom, wenn die Familie davon selbst im Haushalt gar nicht so viel verbraucht: Die Spitzenleistung liegt bei 4,4 Kilowatt, damit kommen jährlich rund 4.000 Kilowattstunden klimafreundlichen Stroms zusammen. Aufgrund des zeitlichen Versatzes von Solarstromerzeugung und Haushaltsstromverbrauch wurden von denen aber bisher nur etwa 1.300 Kilowattstunden im eigenen Haushalt verbraucht und der Rest ins öffentliche Netz eingespeist. Das hat sich nun geändert: Mit der Heizungsunterstützung vom eigenen Dach nimmt Familie Skusa an einem bundesweiten Öl-PV-Modellvorhaben teil.

          Power-to-Heat: Wärme aus überschüssigem Solarstrom

          „Mit dem Langzeittest bis Ende 2018 soll die Praxistauglichkeit der Methode untersucht und so herausgefunden werden, ob sich Öl-PV-Heizungen im Alltag bewähren“, erläutert Christian Halper, Projektleiter beim Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO). „Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend.“ Vor allem wenn nach 20 Jahren die Einspeisevergütung für die eigene Photovoltaikanlage endet, werde die Nutzung von selbst produziertem Solarstrom zur Wärmeversorgung für Hausbesitzer finanziell interessant.

          Power-to-Heat-Konzepte sind aber nicht nur für die Hauseigentümer von Vorteil, sondern zugleich ein wichtiger Baustein der Energiewende. Denn Strom aus erneuerbaren Quellen ist stark von den Witterungsbedingungen abhängig: Bei starkem Wind oder hoher Sonneneinstrahlung wird auch besonders viel Strom produziert. Angesichts des rasanten Ausbaus von Windkraft und Photovoltaik bei gleichzeitig stockendem Ausbau der Stromnetze können die extremen Spitzen bei der Stromproduktion jedoch bisweilen nicht ausreichend genutzt beziehungsweise transportiert werden. In solchen Fällen müssen mancherorts Anlagen vom Netz genommen werden – ausgerechnet dann, wenn ihre Stromproduktion am höchsten ist. Kann man die Stromspitzen hingegen zum Heizen und zur Warmwasserbereitung nutzen, helfen sie dabei, CO2-Emissionen zu verhindern, indem sie die Nutzung fossiler Brennstoffe mindern. Auf diese Weise kann ein kleiner elektrischer Heizstab zu einem Schlüsselelement der Energiewende avancieren.  

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          So wird auch bei Familie Skusa die hocheffiziente Öl-Brennwertheizung, die fast die gesamte im Brennstoff steckende Energie ausnutzt, nur dann zugeschaltet, wenn die Kraft von Solarwärmeanlage und solarstrombetriebenem Heizstab allein nicht ausreichen. Noch vor der Teilnahme am aktuellen Öl-PV-Modellvorhaben hatte Familie Skusa durch die Modernisierung der Ölheizung mit effizienter Brennwerttechnik und den Einbau einer Solarthermieanlage ihren Primärenergiebedarf um satte 37 Prozent vermindern können. Während der Heizölbedarf der Familie zuvor rund 4.300 Liter pro Jahr betrug, waren es es mit der Öl-Solar-Hybridheizung nur noch gut 2.600 Liter. Bei einer Einsparung von jährlich 1.700 Litern werden sich die Investitionskosten von rund 16.500 Euro, die die Familie in die Verjüngungskur ihrer Heizungsanlage gesteckt hat, somit wieder amortisieren. Durch die nun erfolgte Kombination mit der eigenen PV-Anlage wird darüber hinaus weiter Brennstoff eingespart.

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          Dass Power-to-Heat-Technologie in Hybridheizungen grundsätzlich sinnvoll ist, hat bereits 2011 eine Studie der Münchener Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft gezeigt. „Der Ausbau der erneuerbaren Energien benötigt zwingend Speichertechniken, die helfen, das fluktuierende Stromangebot an die Nachfrage anzupassen“, heißt es auch beim Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH). Elektrische Speicher wie Batterien seien hierfür allerdings nur bedingt geeignet. Und auch Pumpspeicherkraftwerke würden sich kaum in ausreichender Menge bauen lassen. Power-to-Heat-Technik mache es hingegen möglich, Stromspitzen zu nutzen und teilweise einzuspeichern.

          Wärmespeicher können Windstrom aufnehmen

          So kann nicht nur der überschüssige Strom aus hauseigenen Photovoltaikanlagen für die Wärmeversorgung genutzt werden, sondern auch Windstrom. Auch dieser muss dafür oftmals nicht über lange Leitungen verlustbehaftet transportiert werden: Gerade in ländlichen Regionen finden sich Windkraftanlagen häufig – und dort sind auch Öl-Brennwertheizungen verbreitet, deren Wärmespeicher dann die zusätzliche Energie aufnehmen können. Die dafür notwendige Technik ist überschaubar und kann prinzipiell im Rahmen einer ohnehin anstehenden Heizungsmodernisierung installiert werden. Ein etwas größerer Wärmespeicher und ein dazu passender Heizstab sind bereits ab 2.000 Euro Mehrkosten im Vergleich zu einer klassischen Heizungsmodernisierung zu haben.

          Und so kann dann auch ein fast 50 Jahre altes Eigenheim wie das der Familie Skusa aus Bremerhaven von einer Energieschleuder zu einem wichtigen Baustein der Energiewende werden.

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          : Grünes Öl aus Ökostrom, CO2 und Wasser

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          : Erste Hilfe für die Energiewende

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