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: Grünes Öl aus Ökostrom, CO2 und Wasser

Bild: Sunfire

Das Dresdner Unternehmen Sunfire hat einen klimaneutralen Rohölersatz entwickelt, der nur aus Wasser und CO2 hergestellt wird. „Blue Crude“ lässt sich in Raffinerien zu Heizöl, Diesel, oder Kerosin weiterverarbeiten. In Norwegen beginnt demnächst die Massenproduktion.

          Wie eine alte Burg ragt das 70 Meter hohe Erlwein-Gasometer in den Dresdner Himmel. Das alte Gaswerk Reick, 1973 stillgelegt und heute unter anderem für Panorama-Ausstellungen genutzt, gilt als ein bedeutendes Zeugnis gründerzeitlicher Industriekultur und ist ein echtes Fossil der Energiewirtschaft. Der Koloss wirft einen langen Schatten – und dort, wo dieser Schatten endet, glänzen Aluminium und verchromter Stahl in der Herbstsonne. Hier beginnt die Zukunft der Energieversorgung.

          Zu Füßen des stillgelegten Gaswerks, in der Gasanstaltstraße 2, residiert nämlich die Sunfire GmbH. Dem Unternehmen, das vor sieben Jahren gegründet wurde, ist Bahnbrechendes gelungen: „Wir haben einen CO2-neutralen Erdölersatz geschaffen, der überall auf der Welt mit unserer Technologie produziert werden und massiv zur Erreichung der Klimaschutzziele beitragen kann“, sagt Nils Aldag, einer der drei Gründer von Sunfire, der heute als Chief Commercial Officer des Unternehmens fungiert. „Blue Crude“ heißt das Erdöl-Substitut auf Basis der drei Zutaten Ökostrom, CO2 und Wasser, das Sunfire in seiner Power-to-Liquids Pilotanlage in der sächsischen Landeshauptstadt herstellt. Bei der Herstellung der wasserklaren Flüssigkeit, die die Energieversorgung revolutionieren soll, kommt vor allem überschüssiger Ökostrom aus Windenergie- und Photovoltaikanlagen zum Einsatz, der ansonsten abgeregelt werden müsste. Denn an windigen oder sehr sonnigen Tagen wird mitunter mehr Strom produziert als die Netze transportieren können.

          Wirtschaftsministerium fördert Sunfire-Pilotanlage

          Im Dauerbetrieb über mehr als 1.500 Stunden lieferte die Sunfire-Pilotanlage zuletzt mehr als drei Tonnen Blue Crude, für die Herstellung des energiereichen Erdölersatzes wurden laut Unternehmensangaben knapp zehn Tonnen CO2 verwertet. Der Dauertest auf Industrieniveau war Teil eines vom Bundeswirtschaftsministerium unterstützten Projektes. „Hiermit ist unserem Team ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur industriellen Kommerzialisierung gelungen“, so Aldag.

          Bild: Sunfire

          Zum Einsatz kommt dabei das dreistufige Verfahren der sogenannten Hochtemperatur-Elektrolyse, das das Dresdner Unternehmen entwickelt hat und auf das es ein Patent hält. Die Technik, auf der das Sunfire-Patent aufbaut, ist dabei eigentlich ein alter Hut: Die sogenannte Fischer-Tropsch-Synthese wurde in den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts im Ruhrgebiet entwickelt und zur Verflüssigung von Kohle genutzt. Wegen des hohen Energieverbrauchs galt ein großindustrieller Einsatz jedoch als unwirtschaftlich.

          Das ändert sich jetzt durch ein raffiniertes System der Wärmerückgewinnung im Sunfire-Elektrolyseur, dessen Herzstück die Dampf-Elektrolyse ist. Dabei wird Wasserdampf effizient in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Anschließend folgen die Umwandlung von CO2 in Kohlenstoffmonoxid sowie die Blue Crude-Synthese mithilfe eines Cobalt-Katalysators. Das auf diese Weise hergestellte Erdöl-Substitut lässt sich wiederum durch Destillation zu Diesel, Heizöl oder auch Kerosin weiter veredeln. Ein fast perfekter CO2-Kreislauf, der das Klima schont und bewirkt, dass die Vorteile flüssiger Energieträger in bestehenden Anwendungen weiter genutzt werden können.

          Zumal die Massenproduktion schon in den Startlöchern steht: Ab 2020 soll im norwegischen Industriepark Heroya die erste Großvolumen-Anlage ihren Betrieb aufnehmen, die mit einer elektrischen Leistung von 20 Megawatt, die aus norwegischen Wasserkraftwerken stammen, 8.000 Tonnen des umweltfreundlichen Erdölersatzes pro Jahr produzieren wird. Die Firmen Nordic Blue Crude AS, Sunfire, Climeworks, EDL Anlagenbau und weitere Partner haben bereits mit den Planungsarbeiten begonnen. Mit der angepeilten jährlichen Produktionsmenge könnten 21.000 Tonnen fossiler CO2-Emissionen vermieden werden. Und die Norweger denken sogar noch weiter: „Unser Ziel ist, die Anlagen-Kapazität zu verzehnfachen, sobald wir genügend Erfahrung mit der ersten Ausbaustufe gesammelt haben“, sagt Gunnar Holen, CEO von Nordic Blue Crude AS. Langfristig könnten so zehn identische Produktionsstätten in Skandinavien entstehen.

          Sowohl als Autokraftstoff als auch im Gebäudesektor könnten die auf Basis von Blue Crude hergestellten Brennstoffe künftig eine wichtige Rolle spielen und den zusätzlichen Ausstoß von Treibhausgasen nachhaltig verringern. So benötigen die privaten Haushalte hierzulande mehr als zwei Drittel ihres Endenergieverbrauchs für Heizung und Warmwasserbereitung. Aus Blue Crude hergestelltes synthetisches Heizöl könnte dafür sorgen, dass die immer noch weit verbreiteten Ölheizungen langfristig klimaneutral betrieben werden können. Derzeit beziehen 20 Millionen Menschen in Deutschland ihre Wärme aus Heizöl.

          Synthetische flüssige Kraft- und Brennstoffe mit hoher Energiedichte

          Neue synthetische Kraft- und Brennstoffe auf Basis von Blue Crude sei schwefel- und aromatenfrei und uneingeschränkt in Ölheizungen verwendbar, sagt Lambert Lucks, Brennstoffexperte beim Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO). Als flüssiger Energieträger habe der synthetische Brennstoff zudem eine deutlich höhere Energiedichte als gasförmige Brennstoffe. „In einem Liter Heizöl ist beispielsweise ebenso viel Energie gespeichert wie in 1.000 Litern gasförmigem Erdgas“, so Lucks. „Zudem lassen sich flüssige Brennstoffe einfach transportieren und sind überall verfügbar.“

          Noch allerdings sind die Einstandskosten für den synthetischen Ölersatz recht hoch und führt zu Produktionskosten deutlich über dem von herkömmlichem Heizöl. Sunfire-Manager Aldag ist jedoch zuversichtlich, dass die diese schon in naher Zukunft erheblich gesenkt werden können.. In einem ersten Schritt könnte zudem der neue, innovative Brennstoff dem bisherigen Heizöl in zunehmenden Anteilen beigemischt werden, bevor er dieses langfristig ganz ersetzt. Eine zielführende Option für die Zukunft der Energieversorgung.

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