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Anzeigensonderveröffentlichung

: Grüne Zukunft für die Ölheizung

Bild: IWO

Flüssige Brennstoffe aus regenerativen Quellen könnten zukünftig herkömmliches Heizöl ersetzen. Ölheizungen würden dann zunehmend klimaneutral für wohlige Wärme sorgen. Die Forschung arbeitet an praxistauglichen Lösungen.

          Zugegeben, es hat ziemlich lange gedauert. Und es hat eine Stange Forschungsgelder gekostet, einen Weg zu finden, Rohöl, das schwarze Gold, das die Basis für sämtliche herkömmlichen Brennstoffe von Benzin und Diesel bis hin zum Heizöl bildet, durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sind  Stroh und andere Pflanzenreste jetzt der Stoff, aus dem flüssige Brenn- und Kraftstoffe entstehen. Seit 2005 haben die Wissenschaftler an dem Verfahren geforscht, 64 Millionen Euro an Projektmitteln wurden dazu verwendet.

          Ergebnis ist die Bioliq-Pilotanlage, in der Stroh oder andere land- und forstwirtschaftliche Reststoffe per Schnellpyrolyse bei 500 Grad zu Öl und Koks zersetzt und dann zu einer Art Bio-Rohöl namens Slurry aufbereitet werden, das rund 90 Prozent der in der Biomasse gespeicherten Energie enthält. Mit dem Slurry wird ein Synthesegas hergestellt, aus dem zunächst Methanol, im nächsten Schritt Dimethylether (DME) und dann flüssige  Energieträger erzeugt werden. Das Verfahren funktioniert einwandfrei, die so entstehenden Kraft- und Brennstoffe haben Spitzenqualität. Das wiederum macht sie nicht nur für die Automobilindustrie interessant. Sie könnten auch zu einem Schlüssel der Energie- und Wärmewende in Deutschland werden.

          Denn die Bundesregierung will nicht nur die Stromerzeugung auf regenerative Quellen umstellen, sondern auch den Gebäudesektor revolutionieren. Bis zum Jahr 2050 sollen der Primärenergiebedarf von Häusern in Deutschland um bis zu 80 Prozent und die Treibhausgasemissionen um bis zu 95 Prozent sinken, heißt es in der „Energieeffizienzstrategie Gebäude“. Auf dem Weg dorthin spielen neben dem Thema Wärmedämmung zwei Faktoren in der Praxis bereits eine wichtige Rolle: Effizienzsteigerungen durch den Einbau von Brennwerttechnik und die direkte Einbindung erneuerbarer Energien wie z. B. Solarwärme in die Heizsysteme der Haushalte. Der dritte Baustein können innovative flüssige Brennstoffe aus regenerativen Quellen wie etwa aus der Bioliq-Anlage sein, die den verbleibenden Restbedarf an fossiler Energie ersetzen und die Treibhausgasemissionen minimieren. Damit könnten Brennwertheizungen langfristig klimaneutral betrieben werden.

          Die Designerbrennstoffe sind auch in Ölheizungen verwendbar

          „Die neuen flüssigen Brennstoffe werden schwefelfrei und je nach Herkunft und Verarbeitung in der Regel auch aromatenfrei sein“, erklärt Lambert Lucks, Brennstoffexperte beim Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO). Die Designerbrennstoffe seien uneingeschränkt in Ölheizungen verwendbar. Zudem lassen sie sich einfach transportieren und sind daher überall verfügbar. Ihre Kompatibilität mit bestehenden Ölheizungen würde für Kontinuität im Heizungskeller sorgen: In Deutschland gibt es schließlich rund 5,6 Millionen Ölheizungen, die dann einfach mit den neuen Brennstoffen betrieben werden könnten statt mit herkömmlichem Heizöl.

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