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Megatrends Neue Kompetenzen gesucht

Nicht nur Ingenieure gesucht: Alternative Antriebe, zunehmende Verstädterung und globale Marktverschiebungen verändern die Spielregeln der Automobilindustrie.

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In Umfragen zählen erfolgreiche Automobilunternehmen seit Jahren zu den beliebtesten Arbeitgebern für junge Akademiker. Besonders Ingenieure und Wirtschaftswissenschaftler zieht es zu den Autobauern. Rund 15 Prozent aller Arbeitnehmer der deutschen verarbeitenden Industrie sind bei Automobilherstellern und -zulieferern beschäftigt. Der Anteil der Automobilindustrie an der industriellen Wertschöpfung in Deutschland beträgt fast zehn Prozent. Doch volkswirtschaftliche Relevanz und die Emotionalität des Produkts allein können die Beliebtheit der Industrie nicht erklären. Vielmehr ist die Automobilindustrie ein hochinnovatives Betätigungsfeld.

Infografik

Neuerungen am laufenden Band

Es ist unstrittig, dass Innovation aktuell der Schlüssel zu Differenzierung, nachhaltigem Erfolg und Profitabilität in der Automobilindustrie ist. Entsprechend werden in Serienfahrzeugen, Prototypen oder in Fahrzeugstudien jährlich über 900 technische Neuerungen vorgestellt. Über ein Drittel des Umsatzes wird mit Produkten gemacht, die nicht länger als drei Jahre am Markt sind. Das Innovationstempo ist entsprechend hoch. In diesem Wettlauf um Neuerungen und Kundenbegeisterung spielen deutsche Hersteller vorne mit.

Während die deutschen Hersteller Anfang des Jahrtausends noch weniger als 100 Modelle im Angebot hatten, ist deren Zahl in nur zehn Jahren um fast 50 Prozent gestiegen. Hinzu kommen eine Vielzahl von Produktvarianten, üppigere Ausstattungslisten und breitere Motorenpaletten. All das muss entwickelt, produziert und vermarktet werden.

Die Entwicklung eines neuen Fahrzeuges kann somit leicht die Milliardengrenze übersteigen. Gleichzeitig müssen sich diese Investitionen in immer kürzeren Zeiten amortisieren. Unternehmen, die diese hohen Anforderungen am besten umsetzen, stehen sowohl im Image als auch finanziell am besten dar. Der jährlich vom Center of Automotive Management und PwC vergebene AutomotiveINNOVATIONS Award zeigt eine klare Korrelation zwischen Innovationskraft und finanziellem Erfolg der Hersteller.

Neue Kompetenzen gesucht

Sechs Megatrends bestimmen in den nächsten Jahren die Richtung für die Automobilindustrie (siehe Grafik). Der zunehmende Einsatz hybrider und elektrischer Antriebskonzepte erfordert zum Beispiel neue Kompetenzen in elektrotechnischen Disziplinen, in der Chemie und der Physik. Batterietechnik und neue Antriebstechniken revolutionieren das Fahrzeug vom Innenleben bis zum kompletten Design.

Gleichzeitig schreitet die Fahrzeugvernetzung voran. Das Fahrzeug von morgen ist nicht nur intern elektrisch vernetzt, sondern kommuniziert auch mit anderen Fahrzeugen und mit seiner Umwelt. Die bereits erhältlichen Stauumfahrungssysteme sind ein erstes Beispiel dafür. Intelligente Verkehrsleitsysteme, Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation mit dem Ziel der Unfallvermeidung bis hin zum autonomen Fahren werden entwickelt.

Neue Geschäftsmodelle

Doch nicht nur die Technik fordert heraus. In 15 Jahren werden bis zu 60 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Das führt zu völlig neuen Mobilitätsherausforderungen. Das heutige Produkt „Auto“ hat dort mit seinen Emissionen und seinem Raumbedarf nur noch begrenzt Platz. Neue Konzepte für die urbane Mobilität der Zukunft werden jenseits der Fahrzeugtechnik zum Beispiel Städteplaner, Infrastrukturanbieter und lokale Service Provider integrieren und ganz neue Geschäftsmodelle entstehen lassen.

Die Mobilität der Zukunft und damit die Innovationsschwerpunkte der Automobilindustrie entfernen sich so vom Produkt hin zu einem mobilitäts- und serviceorientierten Geschäftsmodell. Dabei werden Anbieter erfolgreich sein, die diesen Mobilitätswandel profitabel gestalten und gleichzeitig eine starke mobile Emotionalität mit ihrer Marke verknüpfen. Die Schaffung eines einzigartigen Markenerlebnisses und einer konsistenten Premiumerfahrung in allen Bereichen der Kundeninteraktion wird dabei weit über die bislang technik- und produktfokussierten Bereiche hinausreichen und neue Karriereperspektiven für kreative und innovative Menschen in der Automobilindustrie eröffnen.

Zulieferer bewegen die Branche

Ein Großteil der automobilen Innovationen kommt von den Automobilzulieferern. Nicht nur in der Entwicklung, auch in der Produktion. Über drei Viertel der automobilen Wertschöpfung werden bereits heute bei ihnen erbracht. Hierbei ist die deutsche Zulieferindustrie in der Pole Position.

Unter den Zulieferern finden sich viele hochspezialisierte Marktführer, die ihren Bereich weltweit prägen. Die Bandbreite der möglichen Technologien und Aufgaben ist auch dort vielfältig, und gerade junge Talente haben hier die Chance, schnell spannende Aufgaben sowie technische und unternehmerische Verantwortung zu übernehmen.

Felix Kuhnert, Partner und Leiter des PwC-Bereichs Automotive in Deutschland und Europa, und Wolf-Dieter Hoppe, Principal und Automotive-Experte bei PwC

 
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