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Cloud Computing In einer anderen Liga

Cloud Computing verschiebt das etablierte Machtgefüge auf vielen Märkten zugunsten neuer Akteure und kleinerer Player. Der deutsche Mittelstand könnte Gewinner dieser Entwicklung sein – wenn er genug Vertrauen in die Sicherheitsstandards der Industrie gewinnt.

© IDC-Studie Vergrößern Cloud Computing soll bis zum Jahr 2015 255000 neue Jobs in Unternehmen entstehen lassen, vor allem in Firmen mit weniger als 500 Angestellten

Die meisten Menschen sind den Weg in die Wolke längst gegangen. Wenn sie sich in sozialen Netzwerken bewegen, E-Mails verschicken oder Bilder online teilen, stecken sie – ohne darüber nachzudenken – mitten in ihrer persönlichen Cloud. Und auch die Mehrheit der Unternehmen hat inzwischen erkannt, dass sie mit den neuen Formen der Netz-, Hard- und Softwareversorgung in der Cloud bequemer, effektiver und kreativer arbeiten können als je zuvor. Mit Cloud Computing erhalten auch kleine Unternehmen Zugriff auf IT-Leistungen, die sich bisher nur Konzerne leisten konnten. Mittelständler können in Märkte vordringen, die ihnen bisher mangels technischer Möglichkeiten verschlossen waren. Junge Firmen können von Anfang an in einer Liga mit etablierten Playern spielen, ohne gefährliche finanzielle Risiken einzugehen.
Das unaufhaltsame Vordringen der Cloud wird an vielen Stellen ähnliche Effekte auslösen wie der Siegeszug des E-Commerce. Auch hier haben in kürzester Zeit eben erst gegründete Start-ups dem etablierten Handel substantielle Marktanteile abgejagt. Seitdem ringen Kaufhäuser mit ihrer Daseinsberechtigung, große Versandhändler, die ihr Geschäftsmodell nicht rechtzeitig umgestellt haben, sind vom Markt verschwunden, Buchhändler kämpfen ums nackte Überleben. Auch der Siegeszug des Onlinehandels basiert auf neuen IT-Lösungen. Als „Game Changer“ wird Cloud Computing den produktiven Zerstörungsprozess, den das Internet eingeleitet hat, in den kommenden zehn Jahren noch einmal deutlich beschleunigen.

Neue Spielregeln
„Cloud-Computing ändert die Spielregeln in unserer Wirtschaft“, betonte Neelie Kroes, zuständige EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, bei der Präsentation der neuen Cloud-Strategie der EU-Kommission im September. Sie soll die Produktivität von Unternehmen und Verwaltungen durch eine Harmonisierung von Cloud-Standards fördern und so das Bruttosozialprodukt in der EU zwischen 2015 und 2020 um nahezu 600 Milliarden Euro steigern und 2,5 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen. Auch das belegt: Die Cloud hat nicht nur massive Auswirkungen auf einzelne Unternehmen und Branchen, sondern auch auf ganze Volkswirtschaften. denn in der Cloud haben Menschen in Entwicklungsländern erstmals Zugriff auf Informationen und Dienste, die ihnen bisher verwehrt waren.  Vergleichsweise schwach kapitalisierte Unternehmen in Schwellenländern werden durch den Zugriff auf wettbewerbsfähige IT-Umgebungen über Nacht zu ernsthaften Konkurrenten für die etablierten Player auf dem Weltmarkt. Und sie ergreifen schon jetzt ihre Chance: Der Branchenverband Business Software Alliance hat nachgewiesen, dass eine Reihe von asiatischen und lateinamerikanischen Schwellenländern Deutschland bei der Nutzung von Cloud Computing Services bereits überholt haben.

Während sich Unternehmen in den aufstrebenden Nationen ohne zu zögern in die Wolke wagen, ist in Deutschland weiterhin Zurückhaltung spürbar. Nach der aktuellen „Cloud Adaption Study“ von Microsoft unter 2100 Inhabern von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) nutzen erst 56 Prozent der deutschen KMU Cloud Services – im europäischen Durchschnitt sind es immerhin 59 Prozent. Obwohl Firmen, die den Weg in die Cloud bereits gegangen sind, von erhöhter Flexibilität, Kostenersparnis und Produktivitätssteigerungen berichten, zögern weiterhin 44 Prozent der deutschen KMU. Vorbehalte bestehen vor allem beim Thema Sicherheit:  61 Prozent der deutschen Unternehmen schätzen die neue Technologie als risikoreich ein – in Europa haben nur 44 Prozent der KMU solche Bedenken.

Aus Sicht der deutschen Unternehmen ist die IT-Industrie gefordert, schlüssige Konzepte für Datenschutz und Datensicherheit in der Cloud zu liefern. Die Branche muss Vertrauen schaffen, damit der Mittelstand die Chancen, die die Cloud ihm bietet, auch wirklich nutzen kann. Andernfalls sind auch wir mitverantwortlich für die Nachteile, die dem Standort Deutschland durch einen allzu zögerlichen Einstieg in die Cloud erwachsen.

Christian Illek, Geschäftsführer von Microsoft Deutschland und Vorsitzender der Initiative „Deutschland sicher im Netz“

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Veröffentlicht: 08.11.2012, 11:06 Uhr

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