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Anzeigensonderveröffentlichung

Erste Gespräche mit Kasachstan/Kooperationsfonds mit Brasilien Deutschland sucht neue Wege zur Rohstoffsicherung

Deutsche Technologie-Unternehmen stehen einer hohen weltweiten Nachfrage und Verteuerung wichtiger mineralischer Ressourcen gegenüber.

Das starke Wachstum in den Schwellenländern und neue Zukunftstechnologien mit hohem Bedarf an Industrierohstoffen münden in einem globalen Wettlauf um die Rohstoffsicherung. Die deutsche Bundesregierung unterstützt in vielfältiger Weise die deutsche Wirtschaft dabei, ihre Rohstoffbezugsquellen zu diversifizieren und die steigende Nachfrage nach Industrierohstoffen zu decken.
„China will die Ausfuhr von Seltenen Erden in der ersten Jahreshälfte 2011 um 35% drosseln.“ Es sind Meldungen wie diese über Exportreduzierungen von Rohstoffen, die die deutsche Wirtschaft alarmieren.
Nach Auffassung einer EU-Expertengruppe sind 14 mineralische Rohstoffe für die High-Tech-Industrie in der Europäische Union von entscheidender Bedeutung, nämlich Antimon, Beryllium, Kobalt, Flussspat, Gallium, Germanium, Graphit, Indium, Magnesium, Niob, Metalle der Platingruppe, seltene Erden, Tantal und Wolfram. Prognosen zufolge wird sich bis zum Jahr 2030 die Nachfrage nach einigen dieser Rohstoffe gegenüber 2006 mehr als verdreifachen (Bericht: „Critical raw materials for the EU“ der Ad-hoc-Arbeitsgruppe der EU für die Bestimmung kritischer Rohstoffe der Gruppe Rohstoffversorgung vom Juni 2010).
Auch für die Zukunft des Hochtechnologiestandorts Deutschland bleibt die Versorgung mit bezahlbaren Industrierohstoffen unverzichtbar. Mit ihrer Ende Oktober 2010 vorgelegten neuen Rohstoffstrategie unterstützt die Bundesregierung in vielfältiger Weise die deutsche Wirtschaft dabei, ihre Rohstoffbezugsquellen zu diversifizieren und die steigende Nachfrage nach Industrierohstoffen zu decken.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) arbeitet in der Rohstoffpolitik eng mit der deutschen Wirtschaft zusammen. Bei der Umsetzung der Politik und zur Behauptung im Wettbewerb um Rohstoffe soll die neu gegründete Deutsche Rohstoffagentur eine wichtige Rolle einnehmen. Vor allem mittelständische Unternehmen leiden an dem erschwerten Marktzugang zu Rohstoffen. Vielfach fehlen auch Informationen über neue Märkte und Bezugsquellen. Mit dem neuen Internet-Special „Rohstoffsicherung weltweit“ liefert Germany Trade & Invest aktuelle Informationen zu weltweiten Rohstoffvorhaben.

Seltene Erden: Ein vorübergehendes Problem?

In deutschen Technologie-Unternehmen herrschen ernste Sorgen um Versorgungsengpässe wichtiger Ressourcen. Unverzichtbar für alle elektrischen Antriebe etwa in Windrädern, Hybrid-Autos oder Elektrorollern ist zum Beispiel Neodym, ein Metall aus der Gruppe der Seltenen Erden.
Die weltweite Förderung dieser Rohstoffe liegt zurzeit zu 97% in chinesischer Hand. Seit 2005 senkt China seine Exporte kontinuierlich und stellt damit auch die technisch hervorragend aufgestellte deutsche Magnetproduktionsindustrie vor Herausforderungen. Chinas Exportquoten für Seltene Erden wurden 2010 um 40 % im Vergleich zum Vorjahr reduziert. „Dies bedeutet einen massiven Eingriff in den globalen Handel mit Seltenen Erden“, stellt die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) fest.
Die chinesische Regierung hat Anfang April die diesjährige Produktionsquote von Seltenen Erden zwar um 5,2% auf 93.800 t laut Medienberichten wieder etwas heraufgesetzt. Allerdings werden bis zum 30.06.12 sowohl für den Abbau Seltener Erden als auch für die Erkundung von neuen Depots keine neuen Lizenzen vergeben.
Parallel zu den Export- und Zollbeschränkungen hat China nach Medienberichten auch den Aufbau einer „strategischen Reserve“ begonnen (die Angaben dazu variieren zwischen 40.000 und 200.000t als angestrebte Zielgröße). Zudem sei die Verstaatlichung aller Förderunternehmen von Seltenen Erden in der Volksrepublik geplant.
Um sich von China unabhängiger zu machen, suchen die Industrieländer nach neuen Rohstoffpartnern. Auch Deutschland schmiedet an neuen Kooperationen - zum Beispiel mit Kasachstan oder der Mongolei.
Eine Delegation unter Leitung des Bundeswirtschaftsministeriums hat ihre ersten Gespräche am 12./13.04.11 in Astana mit hochrangigen kasachischen Gesprächspartnern zu einem Regierungsabkommen über Rohstoffpartnerschaft erfolgreich beendet, gab das Ministerium in einer Pressemitteilung bekannt. Der Delegation gehörten auch Vertreter des BDI und einer Reihe von deutschen Unternehmen an.
In Gesprächen mit Premierminister Massimov, weiteren Ministern und dem Präsidenten der Staatlichen Holding Samruk-Kazyna fand ein intensiver Gedankenaustausch über die weitere wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Länder statt, zu dem das Rohstoffabkommen einen entscheidenden Beitrag leisten soll. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe befasste sich mit dem Text der Vereinbarung und wird kurzfristig über die weitere Konkretisierung verhandeln. Das Abkommen soll noch in der ersten Hälfte diesen Jahres abgeschlossen werden.
Die deutschen Unternehmensvertreter konnten erste Kontakte zu kasachischen Unternehmen knüpfen und weitere Arbeitsschritte vereinbaren. In dem Abkommen ist vorgesehen, dass deutsche Unternehmen zu fairen Bedingungen diskriminierungsfreien Zugang zu in Kasachstan abgebauten Rohstoffen erhalten. Dabei stehen kritische Rohstoffe wie Wolfram und Tantal im Vordergrund.
Rohstoffpartnerschaften sind Bestandteil der Rohstoffstrategie der Bundesregierung und sollen Partnerländer bei einer nachhaltigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung unterstützen und zur Rohstoffversorgung der deutschen Wirtschaft beitragen. Damit will die Bundesregierung die Rohstoffaktivitäten der Wirtschaft flankieren und unterstützen.
Bei Kasachstan steht im Vordergrund, dass die Zusammenarbeit von Unternehmen beider Länder auf dem Gebiet der Erschließung, Gewinnung und Nutzung nichtenergetischer mineralischer Rohstoffe mit dem Ziel einer sicheren und nachhaltigen Rohstoffversorgung und Rohstoffnutzung unterstützt wird.
Das Bundeswirtschaftsministerium prüft insbesondere mit dem Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie den anderen Ressorts zurzeit mögliche weitere Rohstoffpartnerschaften.
„Man könnte sich ähnliche strategische Partnerschaften auch mit der Mongolei und anderen rohstoffreichen Staaten vorstellen“, sagte der Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Rainer Lindner im Januar. Es gehe um Vereinbarungen mit einer gewissen Exklusivität. Auch mit Russland werde über das Thema Rohstoffpartnerschaften gesprochen.
Diskutiert wird in der deutschen Industrie auch, ob neben der jüngst gegründeten Rohstoffagentur eine Deutsche Rohstoffgesellschaft gegründet werden sollte, die in Rohstoffexploration und-förderung im Ausland investiert. Getragen würde sie von mehreren großen Konzernen, deren Produktion in hohem Maße von Rohstoffimporten abhängig ist.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) baut einen neuen Kooperationsfonds mit Brasilien auf, das über reiche Vorkommen der Seltenen Erden verfügt. Die Förderung brasilianischer Neodym-Reserven könnte laut Fachleuten des Fraunhofer Instituts auch für die deutsche Magnetproduktionsindustrie eine Antwort auf die Ressourcenknappheit sein, wie das BMBF Anfang April 2011 mitteilte.
Im Rahmen es Deutsch-Brasilianischen Jahres der Wissenschaft, Technologie und Innovation bauen beide Länder ein Netzwerk aus relevanten deutschen und brasilianischen Institutionen und Firmen auf. So könnten auch neue Konzepte für den Abbau Seltener Erden und Magnetherstellung entwickelt werden. Die neuen Kooperationen soll der gemeinsame Fonds, ausgestattet mit mehr als 2 Mio. Euro, ermöglichen.
Relativ kurzfristig könnten die USA und Australien in die Versorgungslücke springen, dort werden bereits alte Minen reaktiviert und neue erschlossen. In der 2002 stillgelegten amerikanischen Mine Mountain Pass will der Bergbaukonzern Molycorp ab dem kommenden Jahr 20.000 t Seltene Erdoxide fördern, wie das Unternehmen im Januar 2011 bekannt gab. Gute Chancen werden auch dem Mount Weld-Projekt in Australien eingeräumt. Die Mine ist mit einem Anteil von 15% Seltener Erden im Gestein das weltweit hochgradigste Vorkommen.
In Kanada und Indien kündigten Bergbauunternehmen die Exploration beziehungsweise Förderung von Seltenen Erden an. In Europa verfügt die Deutsche Rohstoff AG aus Heidelberg über Vorkommen in den neuen Bundesländern. Doch die Erschließung einer Lagerstätte bis hin zur Ausbeutung dauert laut Experten zwischen fünf bis zehn Jahre.

Von Christian Overhoff

Gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und vom Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Quelle: Germany Trade and Invest – Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbH