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So wollen wir leben – Teil 1

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So wollen wir
leben

Die große multimediale Reportageserie über alles,
was für ein gutes Leben wichtig ist

Teil eins

Schon Sokrates soll sich über die respektlose Jugend ausgelassen haben – und seither reißen die Klagen nicht ab. Doch wie denkt die junge Generation von heute, und was erwartet sie im Arbeitsleben?

Arbeit ist wichtig – aber nicht alles

„Ein angenehmes Arbeitsklima, guter Kontakt zu den Kollegen, sinnvolle Tätigkeiten“: Christian Brückner, 20, dualer Student der Informations- und Elektrotechnik bei Siemens Erfurt, weiß ziemlich genau, was für ihn einen erstrebenswerten Arbeitsplatz ausmacht. Gut möglich, dass er das bekommt, was er sich wünscht: Immer weniger Absolventen streben auf den Arbeitsmarkt, und die Unternehmen werden sich mehr anstrengen müssen, die besten von ihnen anzuwerben. Laut der „Arbeitsmarktprognose 2030“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales wird die Bevölkerung im Erwerbsalter bis 2030 um gut sechs Millionen sinken. Kein Wunder, dass die Generationen der nach 1980 Geborenen so gut untersucht ist wie keine andere je zuvor, ihre Wünsche und Vorlieben im Fokus der Sozialwissenschaften stehen.

Die Jungen lassen sich kein X
für ein Y vormachen

In der Tat gibt es durchaus große Unterschiede: Im Gegensatz zur Generation X der Jahrgänge 1965 bis 1980 gehört für die nach 1980 geborene Generation Y die digitale Welt selbstverständlich dazu. Ein Leben ohne Internet, Instagram, Youtube oder gar ohne Suchmaschine können sie sich nicht vorstellen. Das ist allerdings nicht nur eine Frage der persönlichen Philosophie, sondern größtenteils der technischen Revolution geschuldet: Computer, Internet und Social Media haben nicht nur das Freizeitverhalten, sondern auch die Vorstellung von Bildung und die Arbeitswelt grundlegend verändert. Finanziell geht es vielen von ihnen weitaus besser als der Elterngeneration. Mit steiler Karriere, Statussymbolen, Auto und Haus kann man sie daher nicht mehr locken. Arbeit erfüllt nicht mehr nur den Zweck, sich zu ernähren und die Familie über Wasser zu halten, sondern ist vielmehr zur sinnstiftenden Angelegenheit avanciert. Andererseits sind viele Ideale dieser Generation längst dem Alltag gewichen: Unterwegs als „Digital Nomad“ lässt sich eben doch keine Familie gründen, fällt es schwer, soziale Kontakte jenseits von Facebook zu halten. Für die Jungen der Generation Y war der Einstieg in die Arbeitswelt zudem oft schwierig, stagnierte nicht selten in endlosen Praktika.

Wertekatalog

Werteorientierung 2010 und 2015 im Vergleich
Quelle: Shell Jugendstudie 2015, Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren (Angaben in %)

Zurück zu sicheren Werten

Vielleicht sind es genau diese Erfahrungen, die die Erwartungen der Folgegeneration „Z“ prägen. Geht es nach Prof. Dr. Christian Scholz, Inhaber des Lehrstuhls für Organisation, Personal- und Informationsmanagement an der Universität des Saarlandes, verdienen die nach 1995 geborenen besonderes Augenmerk: Mittlerweile streben sie auf den Arbeitsmarkt – und verblüffen mit geradezu gegensätzlichen Vorstellungen.

Kaum eine Generation geht mit so viel Selbstvertrauen in die Welt – und erwartet daher, auch am Arbeitsplatz ernst genommen zu werden. Aufgewachsen in Familien, in denen das Ideal der Erziehung auf Augenhöhe gilt, und jenseits allen Mangels, erwartet die Generation Z auch im Arbeitsleben das gewohnte Rundum-sorglos-Paket. Genauso prägend war die zunehmende Verschulung von Studium und Ausbildung durch die Bologna-Reform: „Die Generation Z will überwiegend eher klare Strukturen, geregelte Arbeitszeiten und vor allem eine weitgehende Trennung von Beruf und Privatleben“, führt Christian Scholz aus, „sie ist weniger fokussiert auf Karriere, Führungsfunktionen und entwickelt kaum eine enge emotionale Bindung an das Unternehmen.“

Die Generation Z will überwiegend eher klare Strukturen,
geregelte Arbeitszeiten und vor allem eine weitgehende
Trennung von Beruf und Privatleben

Die Generation Z will überwiegend eher klare Strukturen, geregelte Arbeitszeiten und vor allem eine weitgehende Trennung von Beruf und Privatleben

Alles schlecht also? Keineswegs, denn Scholz unterstreicht: „Sie ist genauso leistungsbereit und leistungsfähig wie andere Generationen. Auch sie sucht Sinn in der Arbeit“ und Sicherheit: Ein anständiges Gehalt steht wieder hoch im Kurs, genauso wie Entwicklungsmöglichkeiten: „Ein guter Arbeitgeber kümmert sich um seine Angestellten. Zum Beispiel mit außerbetrieblichen Angeboten wie Fortbildungen – und natürlich der Gelegenheit, das neue Wissen dann auch am Arbeitsplatz umzusetzen“, erklärt Christian Brückner. Was letztlich zählt, sind „klare und ehrliche Kommunikation, gut strukturierte Ansprache ohne technologischen Overkill und strukturierte Arbeitszeit mit gewissem Freiraum“, fasst Scholz die Anforderungen zusammen. Kein Wunder, dass „der öffentliche Dienst durchaus eine reizvolle Alternative darstellt“ und die Selbständigkeit weitaus mehr als früher als Risiko gesehen wird. Hier und da taugen die Jungen allerdings sogar als Vorbild: „Die Generation Z ist im Regelfall unverkrampfter, weniger gestresst und teilweise auch gesünder — vor allem im direkten Vergleich mit der Vorgänger-Generation Y“, sagt Scholz. Grund genug, ihnen gut zuzuhören.

 

Erwartungen an die Berufstätigkeit

Was müsste dir eine berufliche Tätigkeit bieten, damit du zufrieden sein kannst?

WICHTIG
UNWICHTIG
Quelle: Shell Jugendstudie 2015 — TNS Infratest Sozialforschung, Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren (Angaben in %)

Thüringen

„Land der schnellen Karrieren“

 

Ernst genommen werden, im Betrieb schnell Verantwortung übernehmen und sinnvolle Arbeit erledigen: All dies hat nicht nur mit den persönlichen Stärken zu tun, sondern auch mit dem wirtschaftlichen und sozialen Umfeld. Prof. Dr. Michael Behr, Abteilungsleiter Arbeit und Qualifizierung im Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, erklärt, warum gerade in Thüringen die Chancen für den Nachwuchs so gut stehen.

Frage: Wie ist es um den Thüringer Arbeitsmarkt bestellt?

Prof. Dr. Michel Behr:
Ausgezeichnet! Die Arbeitslosigkeit geht stark zurück, und die Zahl der Arbeitsplätze steigt kontinuierlich.

Frage: Was bedeutet das für die nachfolgenden Generationen?

Prof. Dr. Michael Behr:
Das hat enorm positive Auswirkungen für die Beschäftigungs- und Aufstiegsmöglichkeiten der jungen Generation. Im Ernst: Thüringen ist das Chancenland für junge Menschen. Kaum anderswo können sie auch so schnell aufsteigen, weil viele Stellen – auch mit Führungsverantwortung – frei werden und vielfach das mittlere Alter (was für gewöhnlich wie eine Karrierebremse wirkt) ausgedünnt ist. Thüringen ist das „Land der schnellen Karrieren“. Im Übrigen haben wir, zusammen mit Hamburg, den geringsten Anteil an prekären Beschäftigungsverhältnissen wie Minijobs und geringfügige Teilzeit.

Frage: In Thüringen gibt es einen großen Anteil an mittelständischen Unternehmen, welche Chancen birgt dies für junge Arbeitnehmer?

Prof. Dr. Michael Behr:
Unternehmen der Größenordnung von 100 bis 500 Beschäftigten sind bei uns besonders stark vertreten. In solchen Unternehmen ist der Kontakt zur Firmenleitung naturgemäß gut, sind die Entscheidungswege kurz und die Arbeit eher anwendungsorientiert. Auch die Chancen, seine eigenen Ideen einzubringen, stehen in diesem Umfeld gut.

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Arbeiten & Leben in Thüringen
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So wollen wir leben

Lesen Sie demnächst auch die weiteren Teile der großen multimedialen Reportageserie auf FAZ.NET

Eine Content Marketing-Lösung der F.A.Z. Media Solutions Manufaktur.
Für Freistaat Thüringen.

Quelle: Freistaat Thüringen

Veröffentlicht: 19.10.2017 10:57 Uhr