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Anzeigensonderveröffentlichung

Madonna! –
Die schönste Frau der Welt
wird 500

 ·  Als ein „äußerst ausgefallenes und einzigartiges Werk“ charakterisierte Giorgio Vasari, der Vater der Kunstgeschichte, die Sixtinische Madonna. Julius Hübner nannte sie die „Königin des Himmels und der Frauen“.

© Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Als ein „äußerst ausgefallenes und einzigartiges Werk“ charakterisierte Giorgio Vasari, der Vater der Kunstgeschichte, die Sixtinische Madonna. Julius Hübner nannte sie die „Königin des Himmels und der Frauen“. Hätte Raffael nur dieses eine Bild gemalt, schrieb Goethe, es hätte ihn allein unsterblich gemacht.
Vom 26. Mai bis zum 26. August 2012 feiern die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit einer großen Sonderausstellung „Die Sixtinische Madonna. Raffaels Kultbild wird 500“, das 500-jährige Jubiläum des Auftrags und der Entstehung des Gemäldes. Für eines der beliebtesten Motive seiner Zeit, die „Maria mit dem Jesuskind und Heiligen“, suchte Raffael, damals noch keine 30 Jahre alt, eine neue Bildkomposition. Statt das Werk in dem überlieferten Vokabular des heiligen Gesprächs zu malen, schuf der Künstler eine himmlische Vision, die er zum alleinigen Bildgegenstand erhob: Die Madonna schreitet aus den Fernen des Himmels, um das Jesuskind auf die Erde zu tragen. Flankiert wird sie auf der rechten Bildseite von dem Heiligen Papst Sixtus II. und auf der linken von der Heiligen Barbara. Zu ihren Füßen „lümmeln“ die beiden Engelchen, die heute einzeln ebenso berühmt sind, wie das gesamte Gemälde.

In der Jubiläumsausstellung werden in vier Sektionen sowohl der kunst- und kulturhistorische Kontext als auch die Rezeptionsgeschichte des Meisterwerkes erläutert.
Kein Geringerer als Papst Julius II. beauftragte im Sommer 1512 Raffael, die Sixtinische Madonna für die Klosterkirche San Sisto in Piacenza zu malen. In der ersten Ausstellungssektion wird der Auftraggeber vorgestellt und die „Sixtinische Madonna“ im Kontext der römischen Arbeiten Raffaels gezeigt. Untern den Leihgaben finden sich Meisterwerke von Raffael wie die „Donna Velata“ (um 1512/13) aus der Galleria Palatina des Palazzo Pitti in Florenz, die „Garvagh Madonna“ (um 1510) aus der Londoner National Gallery sowie ein Fresko-Entwurf aus der „Vertreibung des Heliodor“ (um 1512) der Pinacoteca Vaticana. Auch Werke von Zeitgenossen Raffaels sind hier vergleichend zu sehen.

An ihrem ursprünglichen Aufstellungsort in Piacenza blieb die Sixtinische Madonna fast 250 Jahre so gut wie unbekannt und trat erst durch ihren spektakulären Ankauf durch August III. 1752/54 für die Gemäldegalerie in Dresden in die Öffentlichkeit. Adolph Menzel hielt in seinem Pastell „Platz für den großen Raffael!“ (1855/59) den legendären Ausspruch Augusts III. bei der Ankunft des Gemäldes in Dresden fest. In der zweiten Sektion wird die Ankaufsgeschichte anhand bislang zum Teil nie ausgestellter Dokumente aus dem Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden, der Biblioteca Passerini-Landi und dem Archivio Gulieri in Piacenza vorgestellt.

Die nächste Sektion widmet sich der breiten rezeptionsgeschichtlichen Auseinandersetzung mit dem Werk in Literatur, Kunsthandwerk, Fotografie und Musik, die gegen 1800 durch die öffentliche Präsentation der „Sixtinischen Madonna“ in der Gemäldegalerie in Dresden ausgelöst, begann und bis heute andauert. Die Sixtinische Madonna wurde in Malerei und Grafik kopiert und reproduziert, wie Friedrich Burys Gemälde „Kurprinzessin Auguste die Sixtinische Madonna kopierend“ (um 1808/09) aus dem Museum Schloss Wilhelmshöhe in Kassel illustriert. Zudem war das Gemälde ein beliebtes Motiv in Zeitschriften, Stickbildern, Werbung, Karikaturen und Poesiealben des Bürgertums im Biedermeier und im Deutschen Kaiserreich. Im 20. Jahrhundert wird der Mythos des Bildes durch den Abtransport nach Russland im Jahr 1945 und die propagierte Rettungslegende des Gemäldes durch die sowjetischen Truppen weiter geschrieben. Diese überdauerte die Rückkehr des Gemäldes im Jahr 1955 und fand ihren Ausdruck z.B. in dem Bild von Mikhail Kornetsky „Die Rettung der Madonna“ (1984/85) aus dem Latvian National Museum of Art in Riga.

Eine eigene Sektion widmet sich den beiden Engelchen zu Füßen der Sixtinischen Madonna. Ebenfalls um 1800 traten diese erstmals als eigenständiges Bildmotiv auf. Losgelöst von der Sixtinischen Madonna haben sie seitdem ihre ganz eigene Rezeptionskarriere durchlebt. In der Ausstellung werden unterschiedliche Beispiele sowie Karikaturen vom frühen 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart zu sehen sein.

Die Jubiläumsausstellung erzählt die 500-jährige Geschichte der schönsten Frau der Welt von der Entstehung in der römischen Renaissance bis hin zum globalen Mythos in der Gegenwart. Sie ermöglicht eine außergewöhnliche Begegnung mit dem Gemälde, egal, ob man das Bild schon oft gesehen hat oder zum ersten Mal kennenlernt.
 

Quelle: Staatliche Kunstsammlungen Dresden