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Inklusion im Verein : Was zählt, sind die Gemeinsamkeiten

Bild: Aktion Mensch

          Die Deutschen lieben ihre Vereine. Fast jeder Zweite ist Mitglied in mindestens einer Organisation. Mehr als 600.000 Vereine gibt es – und ihre Zahl wächst. Gerade in ländlichen Regionen sind es oft Vereine, die für ein Kulturangebot sorgen, lokale Feste ausrichten und sich um die Jugend kümmern. Sie stärken den Zusammenhalt im Ort, machen ihn attraktiver und tragen so zu einer lebendigen Gemeinschaft bei. Freiwillige Feuerwehr, Rotes Kreuz oder Bergrettung könnten ohne freiwillige Helfer nicht existieren. Und auch viele Freizeitangebote würden ohne Ehrenamt wegfallen. Über die Hälfte des freiwilligen Engagements findet in Vereinen statt, wie aus dem Deutschen Freiwilligensurvey 2014 hervorgeht. Menschen engagieren sich, weil ihnen die Tätigkeit Spaß macht. Wichtig ist aber laut Studie auch, dass sie die Gesellschaft mitgestalten und mit anderen Menschen zusammenkommen wollen. Insgesamt engagieren sich in Deutschland rund 31 Millionen Menschen ehrenamtlich.

          Das Recht von Menschen mit Behinderung auf gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben muss sich auch in der Vereinskultur etablieren. Eine Mitgliedschaft kann Integration und Miteinander in der Gemeinde stärken. Mehr und mehr Vereine öffnen sich für Angebote, Initiativen und Projekte, die Inklusion zum Ziel haben. Jede vierte Organisation gab in einer aktuellen Studie der Gemeinschaftsinitiative „Zivilgesellschaft in Zahlen“ von Stifterverband, Bertelsmann Stiftung und Fritz Thyssen Stiftung an, sich auch an Menschen mit Behinderung zu richten. Orchester, in denen Menschen mit und ohne Behinderung zusammen musizieren, oder barrierefreie Wanderwege sind Ergebnisse dieser Bewegung.

          Sportvereine dominieren mit mehr als 20 Prozent die Vereinslandschaft. Für sie hat der Deutsche Behindertensportverband einen Index für Inklusion im und durch Sport veröffentlicht. Neben praktischen Hinweisen enthält er einen Fragenkatalog, der Ansätze zur Inklusion aufzeigt. Viele Fragestellungen lassen sich auf alle Arten von Vereinen übertragen. Beispielsweise: Fühlen sich alle Menschen durch den Verein angesprochen und willkommen? Existieren barrierefreie Zugänge zum Sportgelände beziehungsweise zu den Vereinsräumen?

          Wenn die Gemeinsamkeiten, Interessen und Talente im Vordergrund stehen, ist die Behinderung nicht mehr wichtig. Das gilt für die Arbeitswelt, aber auch die Freizeit und das Ehrenamt. Genau darum geht es auch in der aktuellen Aktion Mensch-Kampagne „Wir haben mehr gemeinsam, als wir denken“: Fünf inklusive Paare, die den gleichen Beruf oder das gleiche Hobby haben, stellen sich einem Rateteam, das die Gemeinsamkeit herausfinden soll. Dabei ergeben sich zum Teil überraschende Übereinstimmungen.

          Text von Christine Luz.

          Wir zeigen an vier Beispielen (Der Schützenkönig, der Feuerwehrmann, die Sanitäterin sowie der Fußballtrainer), wie Inklusion in Vereinen schon funktioniert.

          Sie möchten mehr über Menschen und ihre Geschichten lesen?

          Die Aktion Mensch setzt sich mit der Förderung von sozialen Projekten, mit Aktionen und Kampagnen für Inklusion – das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung in der Gesellschaft – ein. Ihr Ziel ist es, dass Menschen mit Behinderung überall dabei sein können. In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat die Aktion Mensch rund 4 Milliarden Euro an soziale Projekte weitergegeben. Das war nur möglich, weil rund 4 Millionen Menschen regelmäßig bei der Aktion Mensch-Lotterie mitspielen und dafür sorgen, dass das Wir gewinnt. 

          www.aktion-mensch.de

          Topmeldungen

          : Der Schützenkönig

          Marcel Dirkx, 31, hat eine körperliche und geistige Behinderung – und ist seit kurzem Schützenkönig der St. Donatus Schützenbruderschaft Füssenich 1910 e. V. am Rande der Eifel.*

          : Der Feuerwehrmann

          David Dohmen, 27, war schon als Kind fasziniert von Blaulicht und Sirenen. Heute ist er Feuerwehrmann im hessischen Büdingen – einer der wenigen in Deutschland mit einer geistigen Behinderung.

          : „Die Lust am Leben treibt mich an“

          Wenn Dunja Fuhrmann in der Kletterwand hängt, ist sie in ihrem Element: Dann zählen nur Konzentration und Spaß an der Bewegung. Und sie vergisst alles andere – auch ihren Rollstuhl.

          : Der Fußballtrainer

          Stefan Zeidan, 30, ist leidenschaftlicher Fußballfan und sitzt seit seiner Kindheit im Rollstuhl. Er hat einen Spielerpass, managt einen Verein in der 1.400-Einwohner-Gemeinde Bell bei Koblenz und macht gerade seinen Trainerschein.