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: „Die Lust am Leben treibt mich an“

Bild: Aktion Mensch

Wenn Dunja Fuhrmann in der Kletterwand hängt, ist sie in ihrem Element: Dann zählen nur Konzentration und Spaß an der Bewegung. Und sie vergisst alles andere – auch ihren Rollstuhl.

          Die Sozialpädagogin Dunja Fuhrmann aus Saarbrücken ist seit ihrem 16. Lebensjahr querschnittsgelähmt – das hat sie aber nie davon abgehalten, Sport zu treiben. Zuerst war es Rollstuhl-Tennis, wobei sie es zu besonderen Leistungen brachte und 80. der Weltrangliste wurde. Seit fünf Jahren hat sie das Klettern für sich entdeckt – in der Halle, aber auch in der Natur. Dabei ist sie mit ihrem Kletter-Partner Joachim Fries unterwegs. Die beiden unterstützen sich gegenseitig. „Wir haben einfach richtig viel Spaß und ich kann so sein, wie ich bin“, beschreibt Dunja die Beziehung zu Joachim. Er wiederum bewundert ihren Mut, sich auf neue Dinge einzulassen, neugierig zu sein und Dinge auszuprobieren. „Das Klettern von Dunja unterscheidet sich kaum von dem anderer Sportler – sie unterstützt sich motorisch einfach anders“, erklärt Joachim. Wichtig ist das gegenseitige Vertrauen und dass die beiden sich aufeinander verlassen können. Die gemeinsame Leidenschaft für das Klettern ist entscheidend – die Behinderung nebensächlich.

          Bild: Aktion Mensch

          Dunja nutzt Klettergurte und Schuhe wie jeder andere Kletterer. Aber wie schafft sie es, auf den Berg oder in die Wand, ohne die Muskelkraft der Beine zu nutzen? Dunja Fuhrmann war erfinderisch - sie hat ein Gurtsystem aus Hundehalsbändern und -leinen entwickelt, die sie an Ober- und Unterschenkeln befestigt und mit dem sie ihre Beine in Position bringen kann. Mit dem passenden Seil hebt sie jeweils den Fuß auf den passenden Tritt und kommt so sicher und rasch nach oben. Dabei ist Dunja keine Route zu schwer. „Klettern heißt für mich, frei zu sein“, sagt die Saarländerin. Sie genießt dabei vor allem, den Sport mit Freunden ohne Behinderung ausüben zu können. Schon als Kind ist sie gerne auf Bäume geklettert: „Das hat mich schon damals fasziniert.“

          Als Dunja 15 Jahre alt war, infizierte sie sich durch einen Zeckenbiss mit Borreliose. Die Infektion wurde nicht rechtzeitig erkannt und führte schließlich dazu, dass eine seltene Rückenmarkserkrankung zum Ausbruch kam. Lähmungserscheinungen waren die Folge – heute ist die Sozialpädagogin vom 12. Brustwirbel an abwärts gelähmt. Das hielt sie aber nie davon ab, ihre Lebensziele zu verfolgen: Sie machte ihr Fachabitur, studierte, arbeitet, fährt Auto - und klettert. Inklusion – ganz selbstverständlich überall dabei zu sein und alles auszuprobieren – ist ihr nicht nur in ihrem privaten Leben wichtig.

          Als ehrenamtliche Behindertenbeauftragte der Stadt Saarbrücken und Vorstandsmitglied im Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. setzt sie sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein - zum Beispiel für mehr Barrierefreiheit in den Städten. Sie möchte zum Beispiel erreichen, dass es ausreichend Stellplätze für Rolli-Fahrer in den Kinos gibt, dass dort auch an gehörlose und blinde Menschen gedacht wird, oder dass bei Neubauten Zugänglichkeit und Nutzbarkeit für alle umgesetzt wird.

          Die Querschnittslähmung und ein aktives Leben sind für die engagierte Menschenrechtlerin kein Widerspruch. Die Power-Frau ist sicher: mit positiver Energie, Mut und Zuversicht lässt sich alles erreichen. „Die Lust am Leben treibt mich an – und zu einem erfüllten Leben gehört für mich unter anderem auch das Klettern“, betont Dunja. Sie wünscht sich, dass die Dinge, die die Menschen verbinden - ihre Hobbies, ihre Arbeit, ihre Begeisterung - im Vordergrund stehen. „Die Behinderung ist dann egal.“

          Dunja Fuhrmann und Joachim Fries sind Protagonisten der aktuellen Kampagne der Aktion Mensch „Wir haben mehr gemeinsam, als wir denken.“ Fünf inklusive Paare stellen sich einem Rateteam, das das gemeinsame Hobby oder den Beruf herausfinden soll. Die Videos der Quizfolgen, die online und im Kino zu sehen sind, werden ergänzt durch Homestories, in denen die Paare aus ihrem Alltag erzählen.

          Sie möchten solche Projekte unterstützen und sich für Inklusion einsetzen? Mit einem Los der Aktion Mensch sorgen Sie zum Beispiel dafür, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport treiben können.

          Die Aktion Mensch setzt sich mit der Förderung von sozialen Projekten, mit Aktionen und Kampagnen für Inklusion – das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung in der Gesellschaft – ein. Ihr Ziel ist es, dass Menschen mit Behinderung überall dabei sein können. In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat die Aktion Mensch rund 4 Milliarden Euro an soziale Projekte weitergegeben. Das war nur möglich, weil rund 4 Millionen Menschen regelmäßig bei der Aktion Mensch-Lotterie mitspielen und dafür sorgen, dass das Wir gewinnt. 

          www.aktion-mensch.de

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