Meldungen vom 15.3.2006
Artikel-Chronik
Paläontologie
Vogel-Ahn ohne Federn
Ein neuer Fossilienfund sorgt für Verwirrung unter den Forschern. Beim Saurier mit dem Namen Juravenator starki hätten sie ein Federkleid erwartet, das nun in Bayern entdeckte Exemplar hat aber keines.
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Kommentar
Feine Art
Die Neue sieht schon ein bißchen mehr nach Kunst aus als ihre weithin von der Ästhetik des Messe-Ausstellungswesens geprägte Vorgängerin. Kommentar zur Kunstmesse „high & low fine art fair frankfurt“.
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Illegalität
Leben wie im Gefängnis
„Ich bin der Armut entflohen, und jetzt lebe ich in der Illegalität“. F.A.Z.-Redakteur Stefan Toepfer berichtet aus dem Leben einer illegalen Einwanderin in Frankfurt.
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Bundeswehr in Kongo
„Spring Du, ich schieße“
Seit Wochen schieben die EU-Staaten die Entscheidung über einen begrenzten Militäreinsatz zur Unterstützung der Wahlen in Kongo vor sich her. Im Vordergrund: taktische Spielchen und kaum verdeckte Schuldzuweisungen.
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Hochheim
Lebendige Predigt in Bildern
Nach zehnjähriger Restaurierung ist der Hochheimer Rokokko-Schatz Schicht für Schicht aus den Übermalungen vergangener Jahrhunderte hervorgeholt worden: die Deckenfresken des Malers Johann Baptist Enderle .
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Fin Analyticas
Elfenbeinturm und Praxis
Nach angelsächsischem Vorbild hat der Karlsruher Professor Svetlozar "Zari" Rachev vor einigen Jahren den Schritt aus dem Elfenbeinturm der Wissenschaft in die Praxis getan: Er hat ein Unternehmen gegründet, die Bravo Risk Management Group, die seine Modelle vermarktet.
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Konzert
Sag mir, wo die Glocken sind
Der Niederländer mit ondulierter Lockenpracht und teurer Stradivari präsentiert sich mit einem Faible fürs Zweideutige: André Rieu in der Frankfurter Festhalle.
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Internet
Europa macht Google Konkurrenz
Mit einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag wollen Deutsche und Franzosen die Internet-Suchmaschine Quaero als Konkurrenz zu Google aufbauen. Auf deutscher Seite arbeiten Bertelsmann, Siemens und Lycos Europe an der Entwicklung mit.
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Arzneimittelpaket
„Ein unfreundlicher Akt“
Es war die bisher erste Niederlage der großen Koalition im Bundesrat: Dank der CDU-Länderschefs ist das „Arzneimittelpaket“ im Vermittlungsausschuß gelandet. Die SPD ist empört. Kanzlerin Merkel und Kauder stehen auch in der eigenen Fraktion in der Kritik.
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Übernahme
Merck bleibt hart
Im Übernahmepoker um den Pharmahersteller Schering stockt Merck trotz der Ablehnung der Offerte sein Angebot nicht auf. Derweil wird über Abwehrmaßnahmen und das Eingreifen eines „Weißen Ritters“ spekuliert, ebenso über den Abbau von 3000 Arbeitsplätzen.
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Allensbach-Analyse
Steuern und Stolz
Die Ergebnisse der jüngsten Allensbach-Analyse für die F.A.Z. zeigen, daß das derzeitige Steuersystem von der Mehrheit als ungerecht wahrgenommen wird. Schlagworte und Stereotypen sorgen für eine verzerrte Wahrnehmung der Realität. Das Kirchhof-Modell findet indes wieder Anklang.
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Kurt Beck
Der Rheinland-Pfälzer
Dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsident Kurt Beck gelingt es im Wahlkampf, glaubwürdig die Rolle des bodenständigen Landesvaters auszufüllen. Popularität, Kennen und Gekanntwerden sind bei ihm Programm.
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Leitglosse
Auf der schiefen Bahn
G.H. "Das haben wir nicht gewollt." Noch fehlt dieses betretene Eingeständnis in der politischen Debatte. Immerhin sind die unabweisbaren Befunde, daß unser Land ein demographisches Problem hat, seit kurzem salonfähig.
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Leitartikel
Die merkwürdige Ausschuß-Allianz
Jeder Untersuchungsausschuß vermengt Sachaufklärung mit politischer Propaganda. Einerseits sollen Fehler der Regierung, falsche Einschätzungen oder organisatorische Pannen ergründet und korrigiert werden.
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Glosse Wirtschaft
Um den heißen Brei
ami. Wer immer Angela Merkel zur Einberufung eines Energiegipfels geraten hat, hat ihr einen schlechten Dienst erwiesen. Je näher der Termin rückt, desto sichtbarer wird die Verlegenheit, in die das Treffen die Kanzlerin und ihre große Koalition bringt.
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Glosse Wirtschaft
Verdis Belohnung
hig. Nach Hamburg haben auch die niedersächsischen Kommunen dem Druck der Gewerkschaft Verdi klein beigegeben. Man muß sich den "Kompromiß" zur Arbeitszeit schon sehr schönrechnen, um in ihm Reste der Forderung der Arbeitgeber nach genereller Einführung der 40-Stunden-Woche wiederzufinden.
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Fußball-Design
Wie die Weltmeister...
Was macht eigentlich einen richtigen Fußball-Fan aus? Darüber läßt sich streiten. Manchmal sind es gerade die kleinen Dinge, die man eigentlich gar nicht braucht, die das gewisse Etwas haben. Ein FAZ.NET-Spezial.
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Kommentar
Fürsorgepflicht
Die Forderungen des Marburger Bundes nach 30 Prozent mehr Gehalt für Krankenhausärzte klingen maßlos überzogen. Doch der erste Eindruck trügt. Jede Putzfrau bekommt einen besseren Stundensatz.
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Glosse Politik
Gründe
kps. Der erzwungene Rücktritt des rumänischen Parlamentspräsidenten und ehemaligen Ministerpräsidenten Adrian Nastase ist aus vier Gründen eine gute Nachricht. Erstens, weil die Justiz nun endlich ungestört gegen den Mann ermitteln ...
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Glosse Politik
Radikal
K.F. Francis Fukuyama ist ein angesehener Politikwissenschaftler, den seine These vom "Ende der Geschichte" berühmt gemacht hat. Zwischenzeitlich wurde er zu den Neokonservativen gezählt: zu jenen in der Regierung Bush und in deren ...
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Indexzertifikate
Wetten auf günstige Japan-Aktien
Merrill Lynch bringt ein Zertifikat auf einen selbst entwickelten Index auf den Markt: Der „Per 30“ bildet die Performance der japanischen Blue Chips mit dem niedrigsten Kurs-Gewinn-Verhältnis ab. Diese Strategie kann sich für Anleger rechnen.
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Glosse Feuilleton
Dorf an der Düssel
"Die Stadt Düsseldorf ist sehr schön, und wenn man in der Ferne an sie denkt und zufällig dort geboren ist, wird einem wunderlich zu Muthe." Klar, daß der Oberbürgermeister einer Stadt, die ihre Dichter zu solchen Liebeserklärungen ...
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Glosse Feuilleton
Der Zorn der alten Dame
Nestbeschmutzerin kann man sie kaum nennen, weil sie schon die bloße Vermutung empören würde, daß man sie zu der Spezies zählen könnte, die das Nest bewohnt. Und wenn man sie als ungerecht und undankbar bezeichnen würde, dann würde ...
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Deutschland
Fußball ohne Fieber
Deutschland ist emotional labil. Die Stimmung schwankt wie ein Schiff mit Schlagseite im Sturm. Himelhochjauchzend war gestern. Heute ist Klinsmann-Krise, Florenz-Fiasko, Bayern-Blamage, Werder-Waterloo.
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Ausstellung
Postamerikanisches Zwielicht
Ein Raum, der die Kraft in sich trägt, das Jahrhundert zu überdauern. Garantiert. Ein dunkler, unheimlicher, muffiger Raum, der zwölfhundert Kohlensäcke nah über den Köpfen der Besucher baumeln läßt und darunter in dramatischen Lichtkegeln ...
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Naher Osten
Zum Zerreißen gespannt
Der jüngste Gewaltausbruch in den palästinensischen Gebieten zeigt, daß dort nach dem Wahlsieg der Hamas eine Radikalisierung stattgefunden hat. Die Stimmung ist zum Zerreißen gespannt. Schuld daran ist der gegenwärtige Stillstand in der Nahost-Politik.
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Chronik
Neuordnung der europäischen Börsenlandschaft
Die Deutsche Börse hat der französisch dominierten Vierländer-Börse Euronext am Mittwoch offiziell Fusionsverhandlungen angeboten. Damit bahnt sich die Entstehung einer europäischen Mega-Börse an. Eine Chronik der Entwicklung.
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Medien
Mach! Dein! Eigenes! Magazin!
Weg von Lisa-Lea-Laura: Markus Peichl, Vorsitzender der „Lead Academy“, über die Krise und die Chance der Zeitschriften, den Dialog mit den Lesern, neue Eliten und den Trend zur Religion.
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Paralympics
„Klappe halten, laufen!“
Wenn die blinde Skilangläuferin und Biathletin Verena Bentele bei den Paralympics in der Loipe unterwegs ist, braucht sie neben einer gute Ausdauer auch viel Vertrauen. Ein Begleitläufer weist ihr den Weg.
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Wahlkampf in Italien
„Punktsieg für Prodi“
Es gab keinen klaren Sieger, aber der Herausforderer hat sich Blitzumfragen zufolge leichte Vorteile verschafft: Das Fernsehduell zwischen Ministerpräsident Silvio Berlusconi und Romano Prodi war der erste Höhepunkt im italienischen Wahlkampf.
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Automobile
BMW-Aktie gibt Gas
Nach einer Ertragsdelle im vergangenen Jahr hat BMW für 2006 einen Rekordgewinn angekündigt. Das liegt zwar vor allem an Einmaleffekten, doch trotzdem sind die Aussichten für die Aktie nicht schlecht.
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Kommentar
Verdruckste Debatte
Gerade einmal 1500 Soldaten soll die EU nach Kongo schicken, um die ersten Wahlen nach dem fürchterlichsten Krieg Afrikas sichern zu helfen - und in Berlin tut man so, als solle die Bundeswehr auf ein Himmelfahrtskommando geschickt werden.
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Messe-Fazit
Weniger Besucher bei der Cebit
Die Cebit ist mit einem leichten Besucherrückgang im Vergleich zum Vorjahr zu Ende gegangen. Gleichwohl seien die hohen Erwartungen der Aussteller übertroffen worden, erklärte die Deutsche Messe AG am letzten Messetag.
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Geschirr
...essen
Neues Geschirr kommt in der Regel nur zu besonderen Anlässen, zum Beispiel Hochzeiten, ins Haus. Aber auch zur Fußball-WM gibt es passendes Porzellan - und falls wir doch nicht Weltmeister werden, kann man es ja immer noch für den nächsten Polterabend aufheben.
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Schmuck
...pfeifen
Schmuck und Fußball - diese Kombination war bisher höchstens bei Spielerfrauen denkbar. Mit dem Fußball um den Hals oder dem Stürmer am Handgelenk ist nun auch Schmuck für die Herren tragbar geworden.
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Mode
...aussehen
Fußball und Mode sind längst kein Widerspruch mehr. Spätestens seit den sportiv-eleganten Kollektionen von Puma gilt Sportbekleidung als schick und sexy. Dabei gehen die Ideen der Designer weit über das re-designte Trikot mit Zahl und Spielername heraus.
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Möbel
...wohnen
Fußball-Flair von der Haustür bis zur Toilette: Ungewöhnliche Wohnaccessoires sorgen in den eigenen vier Wänden für Kicker-Kulisse.
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Stühle
...sitzen
Während die Profis gelegentlich auf der ungemütlichen Strafbank Platz nehmen müssen, haben es die Zuschauer gemütlicher. Das Designer-Sortiment bietet Entwürfe für Minimalisten bis Exzentriker.
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Gläser & Tassen
...trinken
Was wäre ein gutes Fußballspiel ohne eine anschließende Siegesfeier? Ein Pokal aus Glas mit sattem Inhaltsvermögen kommt da gerade recht.
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Fernsehen
Grimme-Preis 2006 für „Stromberg“
Die Quoten machten Pro Sieben nie glücklich, die Qualität der Serie aber überzeugte: Nun erhält die Büro-Comedy „Stromberg“ den wichtigsten deutschen Fernsehpreis. Gleich drei Fernsehfilme bekommen den Grimme-Preis mit Gold.
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Verwüstete Siege?
Wie war es um den Schutz der eingeschränkt souveränen jungen Bundesrepublik bestellt? Bruno Thoß, Leiter der Forschungsabteilung am Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Potsdam, nimmt die Strategiedebatte während der Aufbauphase der westdeutschen Streitkräfte unter die Lupe, um Bonns Sicherheitsinteressen ...
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Der weitgeschwungene Bogen der sandigen Bucht
Überall lauern Fallen für Darwinisten. Eine von Gegnern der Evolution Darwinschen Typus mit besonderer Hartnäckigkeit aufgestellte Falle ist die Behauptung, daß es in der Evolution neben immer neuer Variation auch Wiederkehr des Gleichen gebe. Dieser scheinbar harmlose Gedanke ist ein Angriff auf ...
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Lieber Aufregung als Abstumpfung: Das Abseits ist die treibende Kraft
Rainer Moritz hat Mut bewiesen, und sein Verlag Antje Kunstmann kaum minder. Während Deutschland von einer Flut von Fußballbüchern überschwemmt wird, die im Hinblick auf die Weltmeisterschaft mit den tollsten Toren, spannendsten Spielen, schicksten Stadien oder schrägsten Sprüchen Leser locken, hat ...
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Schwierige Einheit vor dem Dampftopf
Fern seiner geliebten Massen war der große Patriot Nehru oft ein wenig schwierig: Kennedy stöhnte, er sei der schlimmste Staatsgast, den er je empfangen habe, Stalin schimpfte ihn einen bourgeoisen Pseudorevolutionär, Chou Enlai erklärte ihn zum arrogantesten Menschen, den er je getroffen habe. Die ...
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Geld, Matsch oder Liebe
Rissi weiß alles! Zum Beispiel, wie viele Zähne der Mensch im Mund hat, wie hoch der höchste Berg auf dem Südpol ist, wie lange ein Tag auf dem Neptun dauert und auch wo der Dodo lebte, bevor er ausstarb (32, 5139 Meter, 16 Stunden, Mauritius). Jeden Abend sitzen die Eltern auf dem Sofa, ein dickes Quizbuch auf dem Schoß, und stellen ihrem wundersamen Kind Frage um Frage.
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Gib Gas Bürger, vergiß dein Nutellabrot
Einen besseren Werbepartner als Paul Nolte hätte sich die Moderne nicht wünschen können. Wenn ausgerechnet ein Historiker seine Hand ins Feuer legt für eine Epoche, die im Namen des Neuen nicht zuletzt die historische Deckung aufgibt, dann kann diese Epoche so gefährlich nicht sein - selbst wenn ...
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Und dann und wann ein blauer Elefant
Das Erstaunlichste an diesem Buch ist, daß es so lange gutgeht. Denn es umwirbt ausdauernd ein Genre, mit dem es dann doch lieber nichts zu tun haben will. Eva Demskis neuer Roman ist ein Esoterik-Thriller, der weder dem Thriller traut noch der Esoterik.Das Unterfangen ist ebenso kokett und strapaziös ...
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Literaturrezension
Das Leben ist eine gräßlich verschlungene Nahrungskette
Um Herzensangelegenheiten geht es in diesem Buch: "Ich bohrte die Finger in die Brust, hakte sie hinter die Rippen, zog. Die Rippen knackten. Schreiend vor Schmerz, zerbrach ich mir den Brustkorb. Nun konnte ich mit der Hand tief in die Brust hineinfahren und mein Herz betasten. Es war warm und prall, pochte gleichmütig unter meinen Fingern.
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Woyzeck in Roulettenburg
Offenbar ist es möglich, der Biographie mit den Mitteln der Phantasie unter die Arme zu greifen und erzählbar zu machen, was in jedem auf blanke Tatsachen pochenden Bericht als Spekulation abgetan werden müßte. Es kommt nur darauf an, wer erzählt. Und auf welchem Niveau.Ein solcher Glücksfall ...
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Der Duft der grünen Nächte
Kehlmann ist ein Feigling, soviel steht fest: Irgendwo im Hintergrund wartet er ab, bis seine Skinheads den jungen Daniel Lenz zusammengeschlagen haben. Dann läßt er sich kurz blicken, zeigt auf seine Freundin und sagt zu seinem Opfer: "Bedank dich bei ihr, daß du noch lebst!" Schließlich schnippt ...
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Er hat die ganze Welt opernhaft überhöht
Mit Michelangelo, dem Universalkünstler der Renaissance, wurde Gian Lorenzo Bernini zu Lebzeiten regelmäßig verglichen. Ein solcher Vergleich fällt schmeichelhaft aus - für Michelangelo. Denn Bernini, für die imposante Spanne von 1612 bis 1678 maßgeblicher Bildhauer, Architekt, Stadtplaner und Festregisseur ...
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Flucht in "gallische Illusionen"
An Frankreich könnte Pierre Lellouche schier verzweifeln. Während andere Wirtschaftsnationen sich für den härteren Wettbewerb im Globalisierungszeitalter rüsten, ihren Bürgern finanzielle Einschränkungen und Mehrarbeit abverlangen und in Forschung und Innovation investieren, entflieht die "Grande ...
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Bloß keine Autonomie, die Geld kostet
Würdevoll zu sterben, das wünscht sich jeder. Worin aber besteht ein würdiges Sterben? Die gegenwärtige medizinethische und medizinrechtliche Diskussion über diese Frage ist durch einen eigentümlichen Reduktionismus gekennzeichnet. Häufig erweckt sie den Eindruck, daß es hauptsächlich darum gehe, ...
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Warum mußten wir in diesem Winter so viel Schnee schippen?
Elizabeth Kolbert, Reporterin des Magazins "The New Yorker", reiste in den vergangenen Jahren zu Orten, die von den Folgen des globalen Klimawandels besonders stark betroffen sind. Sie besuchte Forschungsstationen und Institute, ließ sich von Wissenschaftlern die Zusammenhänge zwischen der Zunahme ...
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Was Affen schaffen
Alles ist erläutert. Eine Tochter der gehobenen Mittelschicht, eine Modellbiographie der wilden Sixties, der Vater ein Liberaler und Autor eines erfolgreichen Buches über Kindererziehung. Die Tochter geht erst aufs College und dann in den Untergrund, sie bastelt Bomben, gerät ins Blickfeld des FBI und flieht mit falschem Paß nach Liberia.
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Er hat die ganze Welt opernhaft überhöht
Mit Michelangelo, dem Universalkünstler der Renaissance, wurde Gian Lorenzo Bernini zu Lebzeiten regelmäßig verglichen. Ein solcher Vergleich fällt schmeichelhaft aus - für Michelangelo. Denn Bernini, für die imposante Spanne von 1612 bis 1678 maßgeblicher Bildhauer, Architekt, Stadtplaner und Festregisseur ...
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Alle Macht den Plüschhasen
Fünf Lebensziele hat sich Deo gesetzt: Die High School mit Erfolg abschließen, einen Job suchen, alles Geld auf die Seite legen, sich aus Situationen heraushalten, die aus dem Ruder laufen können. Und vor allem will er seinen Spitznamen loswerden. Den erhielt er in der Besserungsanstalt. Dorthin hatte ...
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Die Skepsis einer Generation vor dem Herzsummen
Im Nachwort zur Aufsatzsammlung, mit der er wohl einen Teil der Ernte einfahren will, situiert Reinhold Brinkmann sein musikwissenschaftliches Schaffen historisch. Angehöriger der skeptischen Generationen, habe er sich mit seiner, erstaunlicherweise durch Hans Heinrich Eggebrecht betreuten und übrigens viel Aufsehen erregenden, Dissertation über Schönbergs op.
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Zuckendes Herz im Käfig aus Fischbeinstäbchen
Die Verschränkung mit der literarischen Tradition ist es nicht und auch nicht das Spiel mit dem eigenen Erstling. Die Methode der psychoanalytischen Seelenzergliederung ist es nicht und schon gar nicht die inständige Selbstbeobachtung. Nicht einmal das Heranzitieren prominenter Zeugen der Weltliteratur ...
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Wunschloses Unglück
Richard Yates hat es nicht leicht gehabt in seinem Leben, das sechsundsechzig Jahre währte. Der Krieg, berufliche Unsicherheiten, unglückliche Liebschaften, Scheidungen und Alkoholismus sind dabei noch die handelsüblichen Bestandteile einer Schriftstellerbiographie. Es gab Zeiten, da war sich der Erzähler ...
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Der türkische Mann
Die Kinder türkischer Einwanderer: Sie sind überfordert, haben die schlechteren und sehr viele gar keine Schulabschlüsse. Ihre gewalttätigen Väter werden sie nie in Frage stellen, was immer diese Väter ihnen auch antun. Die Kinder verachten Frauen, die ihren eigenen Weg gehen. Es sind Kinder, die ...
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Schund ist gefährlich für kleine Seelen
Es war einer der überraschendsten und sonderbarsten Bucherfolge der deutschen Nachkriegsliteratur, diese Liebesgeschichte zwischen der ehemaligen KZ-Wärterin Hannah Schmitz und dem fünfzehnjährigen Jungen Michael Berg, die in Bernhard Schlinks Roman "Der Vorleser" im Mittelpunkt stand. Zehn Jahre ...
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Gute Nachrichten vom Hirn der Mutter
Welche Veränderungen es mit sich bringen kann, Mutter zu sein, zeigte die amerikanische Fernsehserie "Desperate Housewives" an einer ihrer sympathischsten Figuren. Bevor Lynettes Zwillinge zur Welt kamen, war sie eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Dann blieb sie zu Hause, und sechs Jahre später ist sie vom Erziehungskampf bereits vollkommen zermürbt.
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Als unsere Tage immer fremder wurden
Wie soll man mit Muslimen umgehen? "Wer mit ihnen erfolgreich verhandeln will, muß, erstens, ehrenhaft und wahrhaftig sein. Zweitens muß er mit ihren Sitten und Gebräuchen vertraut und zumindest diesen gegenüber aufgeschlossen sein, wenn nicht gar gegenüber den Gesetzen und der Religion des Islam." ...
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Da fällt dem Gedächtnisforscher der Seehase wieder ein
Sich selbst als einen radikalen Reduktionisten zu bezeichnen in einer Epoche der Lebenswissenschaften, in welcher mit Begriffen wie Systembiologie eine neue Ganzheitlichkeit aufzublühen scheint, wirkt auf den ersten Blick furchtbar anachronistisch. Nach Eric Kandel aber ist genau das der einzige Weg, aus der stagnierenden Psychoanalyse Freuds endlich eine empirische Wissenschaft zu machen.
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Da fällt dem Gedächtnisforscher der Seehase wieder ein
Sich selbst als einen radikalen Reduktionisten zu bezeichnen in einer Epoche der Lebenswissenschaften, in welcher mit Begriffen wie Systembiologie eine neue Ganzheitlichkeit aufzublühen scheint, wirkt auf den ersten Blick furchtbar anachronistisch.
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Wir müssen über Mescalin reden
Briefe, die ohne Antwort bleiben, nagen am Absender. Warum kommt keine Antwort? Ging der Brief verloren? Wurde man vergessen, verleugnet, verdammt? Auch dieses Gefühl wird in Zeiten des elektronischen Benachrichtigungsassistenten verschwinden. Bei Ernst Jünger hatte es sich 29 Jahre erhalten. Am 30.
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Die Tore zur Welt
Neville Gabie ist ein echter Torjäger, ein erfolgreicher Knipser also, obwohl diese Bezeichnung für einen professionellen Fotografen etwas despektierlich erscheinen mag. Aber nicht die Tore, die mit Kopf oder Fuß erzielt werden, interessieren den südafrikanischen Künstler, sondern diejenigen, die er mit einem Fingerdruck auf den Auslöser schießen kann.
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Driftender Realismus
Wellenreiter" heißt es lakonisch am Schluß der biographischen Angaben im Klappentext, und man möchte das Wort als Metapher nehmen. Das artistische Balancieren dieses Wassersportlers auf den mächtig und gefährlich schwingenden Wellen setzt ebenjene gespannte Wachsamkeit für den Augenblick und jene Konzentration ...
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Der Tag, an dem der Teufel sich die Beine brach
Es ist seltsam, diesen Mädchengesprächen zuzuhören, mit denen uns Zaimoglu in die Türkei der sechziger Jahre versetzt. Wir können nicht wissen, wie vergangen diese Vergangenheit wirklich ist, und gleiten beim Lesen unwillkürlich in die Gegenwart. Wann wird das Monstrum sterben? Das ist die Frage, ...
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Frieden in Israel dank Fußball? Bei Bnei Sachnin funktioniert's
Wer dieses Buch gelesen hat, wird nach Ergebnissen der ersten israelischen Liga suchen. Wie hat Bnei Sachnin gespielt? Der Hamburger Journalist Roger Repplinger hat Hapoel Bnei Sachnin ein Jahr lang begleitet. Im israelischen Sachnin, einer arabisch geprägten Stadt mit 23 000 Einwohnern, spielen Juden und Muslime in einer Mannschaft.
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Keine Experimente!
Paul Auster, wir wissen es längst, ist ein ausgebuffter Erzähler, einer, der alle Tricks beherrscht. Manche zeigt er stolz lächelnd vor wie ein Ingenieur seine neueste Erfindung; mit anderen überrascht er den Leser gleichsam von schräg hinten, aus dem toten Winkel kommend. Niemand, der je ein Buch ...
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Erst kommt Buddha, direkt danach der Kick im Kloster
Die Welt ist groß, die Welt ist bunt, und die Welt kann ziemlich anstrengend sein. "Goal! Die Welt zu Gast bei Freunden" heißt das gewichtige, farbenprächtige, inhaltsschwere "Offizielle Länderbuch" zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006, knapp 400 Seiten stark. Was so ein "Offizielles Länderbuch" ist, ...
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Gott legt die Knarre nieder
Wie läßt sich der Furor der Religion besänftigen? Das ist die harte Frage hinter weichen Modethemen wie "Dialog der Religionen". Harald Schmidt scheint weit und breit die einzige religionsfreie Zone zu sein. Täuscht der Eindruck, oder ist es richtig, daß über allem Reden und Schweigen zum Thema ...
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Nachts, wenn die Zähnchen leuchten
Gisela ist ein typisches Heidelbach-Mädchen: rätselhaft, launisch, sphinxisch. Gisela ist auch ein rechtes Ekel. Als Schiffbrüchige auf einer Insel gelandet, schikaniert sie dort die Erdmännchen. Die possierlichen Tiere sind freundliche Dienstleister, sie bekochen und beherbergen das Mädchen, tanzen und singen ihr was vor.
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Wer von der Stange kauft, ist schon verloren
Felix hieß er früher. Eine bittere Ironie in der Namensgebung des Autors Thomas Lang, denn sein "Glücklicher" ist ein Gescheiterter, der mit seinem Vater, einem schwerkranken alten Mann, die Tenne in der Scheune des einsamen Bauernhofes, auf dem beide aufwuchsen, besteigt, um dort auf ein dramatisches Finale zuzusteuern.
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Ich tritt ein anderer
Der Mont Aigoual ragt im Süden der Cevennen in den Himmel, sein Gipfel liegt 1567 Meter über Seehöhe. Die Bergspitze ist der Ort mit der größten Niederschlagsmenge Frankreichs. Durchschnittlich 170 Regentage pro Jahr, an 241 Tagen herrscht auf dem Gipfel Nebel, an 140 Frost, und 116 Tage ist er schneebedeckt.
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Rufen Sie den Minister doch endlich einmal ab!
So schnell, wie der Titel des Heftes verhieß, schossen die Revolverblattmacher gar nicht! Wo die "Bild"-Zeitung heute mit jeder Ausgabe einen neuen "Verlierer des Tages" durchs nationale Dorf treibt, da begnügte sich die Redaktion der Münchner Illustrierten "Quick" in der Zeit vor der ersten Großen Koalition noch damit, einmal alle zwölf Monate den "Versager des Jahres" zu entlarven.
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Weltuntergang mit Lokalkolorit
Die Vorstellung, daß das Glück an einen ganz bestimmten Ort gebunden sei, ist eine typisch jugendliche Idee. Und der Glanz vieler Großstädte verdankt sich nicht zuletzt jenem Traum vornehmlich junger Menschen, das Leben sei an gewissen Plätzen in besonderem Maße verdichtet. Genau diese Sehnsucht ...
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Kann denn Sünde Sünde sein?
Der Grundgedanke dieses Buches ist einfach: Die westliche Gesellschaft ist durch Aufklärung und Romantik geprägt worden. Der Aufklärung verdankt sie ihre Präferenz für Kritik, Analyse und Dissens. Nichts, was sie nicht zumindest zur intellektuellen Negation freigäbe, nichts, wozu nicht abweichende Meinungen bestünden.
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Verbeugung vor dem Karikaturenprinz
Im Jahr 1800 verfaßte Goethe eine Gesprächsnovelle, die er zuerst mit "Die guten Frauen", später mit "Die guten Weiber" betitelte. Thema der Unterhaltung sind der Nutzen und Nachteil der Karikatur für Kunst und Leben - insbesondere für die adäquate Ausstattung von Damen-Almanachs. Die unterkühlte ...
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Im Paradies schweigen die Uhren
Am schönsten sind Joseph Brodskys Gedichte und ihrer selbst am sichersten, wenn sie Momente der Liebe beschwören, Orte und Dinge. Bei der Lektüre der neuen, Brodskys Lebenswerk in deutschen Übersetzungen umspannenden Anthologie "Brief in die Oase" beginnt man zu ahnen, wie es der 1940 geborene russische Lyriker, ...
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Verwegene Damen wehen verträumt im Wüstenwind
Der Orient als Hort der Freiheit? Der freien Persönlichkeitsentwicklung, gar der freizügigen Sexualität? Was heute angesichts der vielfach zum religiösen Programm stilisierten Prüderie und Bigotterie in der islamischen Welt absurd anmutet, hat als Idee doch einmal im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert die Phantasie von Schriftstellern und Künstlern beflügelt.
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"Die Fußballfolter endet nie. Uns foltern Taktik, Strategie"
Deutsche Fußballstadien sind, wie einst römische Amphitheater, keine reinen Zweckbauten, die nur dazu dienen, möglichst viele Zuschauer auf möglichst angenehme Weise an einem Sportereignis teilhaben zu lassen. Die Arenen, wie Goethe nach dem Anblick des Veroneser Amphitheaters notierte, sind "recht gemacht, dem Volk mit sich selbst zu imponieren".
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Stilleben der Elemente
Sizilien ist ein fernes Land. Auch wenn nur unmerklich abgerückt vom Festland, ruht es geheimnisvoll in sich. Nichts könnte die Urtümlichkeit der größten Insel des Mittelmeeres stärker akzentuieren als der gewaltige, brodelnde Vulkan. Hier war es, wo Empedokles seine Lehre entwickelte, nach der alles Bestehende, ...
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Dieser Familienname war so verhaßt, als wäre es ein jüdischer
Es muß dem Verantwortlichen eine besonders schmutzige Genugtuung gewesen sein, die Vollstreckung des Todesurteils gegen Max Plancks Sohn Erwin im Januar 1945 anzuordnen. Ob es nun, wie die Quellen zumindest nahelegen, Hitler persönlich oder ein untergeordneter Höllenfürst gewesen ist, der die Hoffnung auf eine Begnadigung des im Zusammenhang mit dem Attentat vom 20.
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Mit den Pathosformeln kommen wir nicht weiter
Neue Blicke auf die Welt verdanken sich oft den seltsamsten Quellen. Der Historiker Marc Bloch und der Künstler Oskar Schlemmer waren im Ersten Weltkrieg als Feldvermesser tätig und werteten in dieser Funktion die Fotografien der Aufklärungsflugzeuge aus. Der Effekt dieser Luftaufnahmen auf das Auge des Künstlers ist nicht zu überschätzen.
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Die Romeo-Lotterie
Welten liegen zwischen ihnen. Sie stammt aus Australien, er ist Brite; sie ist noch minderjährig, er hat mit seinen dreiunddreißig Jahren bereits Erfahrungen auf den Schlachtfeldern des Krieges und der Liebe gemacht, die ihn sehr viel älter erscheinen lassen. Ihre Eltern stellen sich gegen die Verbindung; ...
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Verbeugung vor dem Karikaturenprinz
Im Jahr 1800 verfaßte Goethe eine Gesprächsnovelle, die er zuerst mit "Die guten Frauen", später mit "Die guten Weiber" betitelte. Thema der Unterhaltung sind der Nutzen und Nachteil der Karikatur für Kunst und Leben - insbesondere für die adäquate Ausstattung von Damen-Almanachs. Die unterkühlte ...
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Und liege ich dereinst auf der Bahre
Kann man über ein Buch sprechen, das Dinge beschreibt, die sich der Erfahrung entziehen? Was wüßten wir denn über den Tod, außer daß er sicher ist? Wir erleben ihn so lange aus zweiter Hand, wie wir über ihn berichten können. Tritt er dann ein, kann man nicht mehr von Erleben reden, und Berichtsmöglichkeiten bestehen ohnehin nicht mehr.
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Die ganz normalen Tage
Etwas Aufregendes für Kinder schreiben können im Moment viele Leute. Am besten, es kommen Fußball, Pferde und viel Zauberei darin vor, und am Schluß des dritten Bandes geht es ungefähr um die Rettung der Welt - schon liegt das Werk stapelweise auf den Tischen der Buchkaufhäuser. Wer aber schreibt ...
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Kinder der Revolution auf der Flucht
In dem Zugabteil mit den Typhuskranken haben die demobilisierten Soldaten ihr chaotisches und gewalttätiges Wodka-Regiment errichtet. Niemand wagt ihnen in die Quere zu kommen. Wenn der Zug, der sich gemächlich in Richtung Süden auf Rostow am Don zubewegt, unterwegs hält, was recht häufig vorkommt, ...
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Als das elfte Entlein in der zehnten Geschichte wiederkam: "Die Torte ist weg!"
Dieses Buch erzählt zehn Geschichten. Mindestens. Es erzählt von einem Verlust und von einer Heimkehr, von einem Diebstahl und von einer Rettung, von einem Versteck- und von einem Fußballspiel, von albernen Streichen und kindlichem Übermut, von ernster Gefahr und einer verletzten Nase. Mindestens. Und das alles erzählt es ohne Worte.
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Ausgelagerte Sicherheit als neues Geschäft
Die wichtigste These dieses informationsreichen Reports verkündet der Autor bereits in dessen Untertitel: Private Militärfirmen zerstören die Demokratie. Überzeugend begründet wird diese These nicht. Dennoch läßt sich ein gewisses politisches Unbehagen über den rasanten Aufstieg der privaten Sicherheitsbranche in den letzten beiden Jahrzehnten nicht unterdrücken.
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Gute Nachrichten vom Hirn der Mutter
Welche Veränderungen es mit sich bringen kann, Mutter zu sein, zeigte die amerikanische Fernsehserie "Desperate Housewives" an einer ihrer sympathischsten Figuren. Bevor Lynettes Zwillinge zur Welt kamen, war sie eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Dann blieb sie zu Hause, und sechs Jahre später ist sie vom Erziehungskampf bereits vollkommen zermürbt.
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Die Tore zur Welt
Neville Gabie ist ein echter Torjäger, ein erfolgreicher Knipser also, obwohl diese Bezeichnung für einen professionellen Fotografen etwas despektierlich erscheinen mag. Aber nicht die Tore, die mit Kopf oder Fuß erzielt werden, interessieren den südafrikanischen Künstler, sondern diejenigen, die er mit einem Fingerdruck auf den Auslöser schießen kann.
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Abenteuer Nachkriegszeit
Wenn ein Buch "Berliner Stille" heißt, erwartet man, daß es in der Hauptstadt spielt. Lange war es in Mode, dort den Stoff für eine große Erzählung zu suchen. Aber vielleicht verklingen langsam die Stimmen, die die deutsche Metropole mit ihrer ganzen Widersprüchlichkeit als mythisches Sehnsuchtsziel beschwören.
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Die Unfähigkeit zur Zukunft
In den siebziger Jahren ging in der Bundesrepublik eines Tages die Tür des avancierten öffentlichen Bewußtseins auf, und vor der Tür stand keck das Selbst. Kaum war die Tür auf, trat das Selbst ein und machte sich in den Gemütern breit. Es war auf seine Art "handsome", wie die Amerikaner sagen würden, ...
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Als Fortuna gewaltig am Rad drehte
Ein Mädchen starrt durch ein Mikroskop auf einen Wassertropfen: "Nie gesehene Wesen, beschwanzte und unbeschwanzte, dreihändige und hunderthändige, vieläugige und einäugige Wesen und solche, die überhaupt nur aus einem Auge bestanden, sie wimmelten miteinander, durchdrangen einander, flüchteten voreinander, ...
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Mit den Pathosformeln kommen wir nicht weiter
Neue Blicke auf die Welt verdanken sich oft den seltsamsten Quellen. Der Historiker Marc Bloch und der Künstler Oskar Schlemmer waren im Ersten Weltkrieg als Feldvermesser tätig und werteten in dieser Funktion die Fotografien der Aufklärungsflugzeuge aus. Der Effekt dieser Luftaufnahmen auf das Auge des Künstlers ist nicht zu überschätzen.
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Buchmesse
Leipzig liest und liefert
Die Leipziger Buchmesse meldet neue Bestmarken bei den Ausstellerzahlen und der Börsenverein gute Stimmung. Flankiert wird der Branchentreff vom größten Lesefestival Europas. Amazon könnte in Leipzig ein großes Lager beziehen.
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Rezension
Als der Teufel sich die Beine brach
Ein deutsch-türkischer Autor mit Macho-Attitüde, der einen ganzen Roman aus der Perspektive eines heranwachsenden türkischen Mädchens erzählt - kann das gutgehen? Sehr gut sogar: Feridun Zaimoglus neuer Roman „Leyla“.
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Rezension
Was Frau Sartoris nicht verraten hat
Elke Schmitter knüpft an ihr Erfolgsdebut an: Das Szenario von „Frau Sartoris“ liegt noch immer halb im Dunkeln. Im Aus-den-Augen-Verlieren, Wiederfinden und Ignorieren der wunden Stellen liegt die Raffinesse von „Veras Tochter“.
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Rezension
Als Fortuna gewaltig am Rad drehte
Von der Gosse in die Spitzenforschung und von dort wieder nach ganz unten: Martin Kluger schickt seine Heldin an die Charité. Zwischen Virchow, Koch, Ehrlich und Behringer findet, ertrotz und verliert sie ihren Platz.
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Commonwealth Games
Anachronistisches Spektakel
In Melbourne versammeln sich bei den Commonwealth Games 4.500 Sportler aus 71 Ländern zu Ehren eines vergangenen Weltreichs. Natürlich eröffnet die Queen das Spektakel, bei dem die meisten Medaillen in Australien bleiben werden.
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Performance
Santiago Sierras Strafaktion
In der ehemaligen Synagoge von Pulheim bleibt Santiago Sierras Installation „245m³“ vorerst außer Betrieb. Währenddessen stellt der Künstler in Frankfurt Leute mit dem Gesicht zur Wand. „Die Bestraften“ heißt diese Performance.
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Große Koalition
Der Preis des Konsenses
Die SPD hat ein Problem: Sie muß Profil zeigen und darf die Regierung trotzdem nicht in Frage stellen. Viele Genossen sehen bereits die Felle davonschwimmen. Alles hängt von den bevorstehenden Landtagswahlen ab.
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Tarifstreit
Krankenhaus-Ärzte wollen streiken
Freiburg, Heidelberg, München, Würzburg, Essen, Bonn, Mainz und Halle: Ärzte an Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern werden von morgen an die Arbeit niederlegen. Die Urabstimmung beim Marburger Bund war eindeutig.
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Maschinenbau
Aixtron-Aktie weiterhin sehr hoch bewertet
Aixtron hat im abgelaufenen Geschäftsjahr hohe Verluste verzeichnet und offenbar noch einige Baustellen im Konzern. Dennoch soll 2006 bereits verlustfrei werden. Doch die Wachstumsdynamik erscheint eher begrenzt und die Aktie reichlich gut bezahlt.
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Falschgeld
Stil-Blüten
Würden Sie einen 600 Euro-Schein wechseln? Oder der Nichte ein Bündel Eine-Million-Dollarnoten zur Erstkommunion schenken? Nein? Dann lesen Sie jetzt nicht weiter.
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Palästinensische Gewalt
EU droht mit Überprüfung der Hilfen
Sollten in den Autonomiegebieten weiter Ausländer entführt und westliche Einrichtungen angegriffen werden, will die EU ihre Hilfe für die Palästinenser überprüfen. „Die ersten, die darunter zu leiden hätten, wären die Palästinenser selbst“, sagte EU-Kommissarin Ferrero-Waldner.
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Unternehmenskultur
Langsam, langsam
Bitte das Arbeittempo drosseln, empfahlen deutsche Kollegen dem Japaner Masao Sasaki. Was ausländische Geschäftsleute über die deutsche Unternehmenskultur denken.
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Atomstreit
14-Tage-Frist für Iran?
Bei einem informellen Treffen des UN-Sicherheitsrats haben Paris und London Auszüge einer Erklärung vorgestellt, in der Iran zur Aussetzung seines Atomprogramms aufgefordert wird. Umgehende Reaktion aus Peking: „Wir haben einige Schwierigkeiten mit dem Text.“
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Sprachkritik
Solidarität mit dem Genitiv
Da sage noch einer, die Deutschen interessierten sich nicht für Sprachregeln. Bestsellerautor Bastian Sick versammelt fast 15.000 Menschen in der Kölnarena und hält die bestbesuchte Deutschstunde der Welt. Ein Unterrichtsbesuch.
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Technologie
Aktie von Zodiac hat weiterhin Auftrieb
Die Aktie des französischen Zulieferers und Entwicklers für die Luftfahrtindustrie Zodiac befindet sich nicht nur in einem Aufwärtstrend, sondern ist noch vernünftig bewertet. Das Unternehmen profitiert vom Boom im Flugzeugbau.
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Technologie
Trendwende bei Aktie von Silicon Sensor möglich
Seit Oktober des vergangenen Jahres befand sich der Kurs der Aktie der Silicon Sensor AG im Abwärtstrend - nicht zuletzt weil bekannt war, daß das Jahr 2005 schwächer ausfallen würde. Doch ein guter Ausblick für 2006 verhalf dem Kurs zu einem Ausbruch.
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Serbien
Milosevic wird nun doch in Belgrad beerdigt
Der frühere jugoslawische Präsident Milosevic wird nach jüngsten Angaben nicht in Moskau, sondern nun doch in Belgrad beerdigt. Die Sozialistische Partei will die Bestattung auch ohne offiziellen Status zum nationalen Großereignis machen.
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